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"Gewinner"-Kampagne wirbt für Chancengleichheit in der Bildung

Die Initiative Bildung & Chancengleichheit (IBC), ein Aktionsbündnis von engagierten Bürgern aus dem gesamten Bundesgebiet, hat am vergangenen Montag anlässlich des Niedersächsischen Tags der Zivilcourage ihre aktuelle Kampagne vorgestellt. Business-on.de unterstützt die Initiative. Die Universität Oldenburg steht derweil in der Kritik.

Auf den Motiven Kampagne sind Kinder in Alltagssituationen zu sehen. Onur Yamac, Mitwirkender bei Business-on.de und zugleich Sprecher der Initiative führt dazu aus: "Die Kinder auf den Motiven sehen gar nicht aus wie Verlierer, sondern sie werden von anderen zu Verlierern gemacht. Eigentlich müssten sie aber Gewinner sein." Hintergrund: oftmals geraten Kinder aus einkommensschwachsen Familien in der Schule ins Hintertreffen, weil ihnen die Möglichkeiten fehlen. Das aktuelle Urteil des Bundesverfassungsgerichts, bei dem die Regelsätze für Kinder aus Hartz IV-Familien für verfassungswirdig erklärt worden seien, unterstreiche dies, erklärt Yamac. Dabei hätten diese Kinder genau die selben Fähigkeiten, wie ihre anderen Mitschüler auch - nur eben keine Schulbücher und Stifte. 

Egozentrische Verwaltungsverfahren im Blick

Weiter erklärt der Rheinländer Yamac, der seinerseits das erste Heimkind in seiner Geburtsstadt mit Abitur war: "Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das Problem sehr häufig darin liegt, dass sich Verwaltungen aus Bequemlichkeit  Verwaltungsverfahren nach ihren eigenen Bedürfnissen maßschneidern.  Da spielt aber auch eine Menge Gleichgültigkeit mit rein. Widerspruch wird häufig nicht geduldet. Lieber produziert man mal zwei, drei Sozialhilfefälle mehr, als dass man auf transparente und faire Verfahren setzt, damit Kinder wie jene auf unseren aktuellen Motiven etwas aus sich machen können."

Nicht nur Plakate kleben

Doch das Aktionsbündnis will sich nicht nur auf Worte und Plakate beschränken. "Alle kleben Plakate. Alle scheinen betroffen. Alle sammeln Geld ein. Nur keiner wagt es, ein Verwaltungsverfahren auch mal in Frage zu stellen", erklärt Yamac selbstbewusst und kann sich aktuell so manches prominenten Unterstützers sicher sein. Schließlich würde vieles so bleiben, wie es ist, nur weil Missstände nicht öffentlich würden, sagt er. Und das ließe sich doch sehr einfach ändern. 

Stelle immer erst die Universalfrage: "Was soll der Quatsch?" (Artikel 9, Kölsches Grundgesetz)

Universität Oldenburg in der Kritik

Aktuell ist die  Carl von Ossietzky-Universität Gegenstand des IBC-Interesses. Dort bemängelt man qualifizierte Regelungen für den Hochschulzugang von einkommenssschwachen Studierenden und "völlig missratende" Härtefallregelungen, wie Yamac sagt. Der Universität wirft man zudem vor, zahlreiche Studierende ohne ersichtlichen Grund exmatrikuliert zu haben und fordert eine Untersuchungskommission sowie eine Rückkehrregelung für diese Studierenden.  "Da ist es dann ganz hilfreich, wenn man selbst mal Betroffener ist," so Yamac, der bereits als Heimkind sein Jugendamt neu ordnete und wegen dem im Jahr 2006 sogar ein Gesetz geändert werden musste. Er verfährt bei seinem Vorgehen stets nach dem selben anerkannten Prinzip aus dem Rheinland: Stelle immer erst die Universalfrage: "Was soll der Quatsch?"
 

Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie unter: www.bildung-und-chancengleichheit.de

(Redaktion)


 


 

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1 Kommentar

von Don Isi
17.03.10 16:44 Uhr
Jugendamt

Hallo Herr Yamac,

ich kann Ihre Initiative nur unterstützen. Kinder aus benachteiligten Familien oder Kinder, die auf öffentliche Daseinsvorsorge in Form einer Heim- oder Pflegekinderunterbringung sind, sind tatsächlich benachteiligt.

Ich persönlich würde sogar soweit gehen, dass die Kinder aus sog. "besseren Verhältnissen" bevorzugt werden.

Ob man jedoch den sozialkritischen oder den sozialpolitischen Ansatz nimmt.... eins ist gleich: Viele junge Talente in Deutschland liegen brach... Können wir uns das wirklich leisten anlässlich der aktuellen und künftigen Alterspyramide?

Vielen Dank für Ihr Engagement.

Thomas Isecke

 

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