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Tengelmann erobert das Internet

Noch sind Obi und Kik die Wachstumsträger des Konzerns

Das Familienunternehmen Tengelmann drängt immer stärker ins Internet. Noch sind die Baumarktkette Obi und der Textildiscounter Kik die wichtigsten Säulen der Handelsgruppe. Doch Konzernchef und Miteigentümer Karl-Erivan Haub baut die Beteiligung des Traditionsunternehmens an jungen Online-Unternehmen wie dem Internet-Schuhhändler Zalando konsequent aus.

Von Erich Reimann

Der 51-jährige Unternehmer begründete am Donnerstag die Online-Offensive mit den Worten: "Ich will mir nicht eines Tages von meinen Kindern sagen lassen, warum sind wir nicht dabei? Hast du nicht gesehen, was da passiert?" Schon jetzt ist das Unternehmen an 13 Internet-Start-ups beteiligt. Ende des Jahres könnten es Haub zufolge schon 20 sein.

Das Spektrum reicht vom Online-Schuhhändler Zalando über den Feinkostlieferanten Otto-Gourmet.de bis zum Internetshop babymarkt.de. Besondere Freude macht dem Manager dabei die jüngste Beteiligung am Online-Kaffeehändler Coffee Circle. Denn damit schließt sich für das Unternehmen ein Kreis, trug doch schon 1882 eine Kaffeerösterei den Namen Tengelmann.

Noch schreiben die E-Commerce-Aktivitäten des Familienunternehmens allerdings rote Zahlen. Das Geld verdient wird in den anderen Geschäftsfeldern - vor allem bei Obi und Kik. Ein Sorgenkind ist dagegen zurzeit die Keimzelle des Konzerns, die Supermarktkette Kaisers' Tengelmann. Sie schrammte im vergangenen Jahr nur knapp an den roten Zahlen vorbei.

Wermutstropfen A&P

Insgesamt verlief 2010 dennoch für Tengelmann erfreulich, sagte Haub. Zwar schrumpfte der Umsatz durch die Abgabe der letzten Plus-Filialen in Rumänien und Bulgarien und den Rückzug von Kaiser's Tengelmann aus dem Rhein-Main-Gebiet um rund sieben Prozent auf 10,5 Milliarden Euro. Bereinigt um die Desinvestitionen bedeute dies aber ein Wachstum von 4,1 Prozent, sagte Haub.

Das operative Ergebnis ( Ebitda ) verbesserte sich sogar um fast 25 Prozent auf 410 Millionen Euro. Die Umsatzrendite lag nach Unternehmensangaben bei knapp fünf Prozent, eine vergleichsweise hohe Marge im hart umkämpften deutschen Einzelhandel. Die Eigenmittelquote stieg von 33 auf nahezu 37 Prozent. Der Konzern sei "netto schuldenfrei", sagte Haub.

Einziger Wermutstropfen im sonst erfolgreichen Jahr 2010: Die Insolvenz der US-Beteiligung A&P. Tengelmann musste deshalb einen dreistelligen Millionenbetrag abschreiben. Unter dem Strich lag deshalb das Ergebnis unter dem Vorjahresniveau. Genaue Zahlen nennt das Unternehmen hier traditionell nicht.

Der Start ins neue Jahr sei gut verlaufen, sagte Haub. Das Ergebnis liege leicht über Plan. Gute Perspektiven sieht der Unternehmer insbesondere für Obi. Die Baumarktkette werde von der Energiewende profitieren können.

Tengelmann betreibt in Deutschland und 14 weiteren europäischen Ländern insgesamt 4.117 Filialen und beschäftigt mehr als 80.000 Mitarbeiter.

(dapd )


 


 

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