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Kritik an verdeckten Provisionen bei Internet-Spenden

Drei deutsche Hilfsorganisationen sind in die Kritik geraten, weil sie für Internet-Spenden Provisionen zahlen, ohne die Spender darüber zu informieren. Betroffen sind nach Angaben des Radioprogramms NDR Info die deutschen Ableger der Umweltorganisation Greenpeace, des Internationalen Tierschutzfonds IFAW und des Kinderhilfswerks Plan.

Plan zahlt für online vermittelte Patenschaften bisher eine Provision in Höhe von 25 Euro, von der Paten jedoch nichts erfahren. Das Geld erhalten die Betreiber von Internetseiten, die für das Kinderhilfswerk Kleinanzeigen schalten, sowie eine vermittelnde Agentur. Als Träger des Spendensiegels des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) unterliegt Plan jedoch besonders strengen Transparenzvorgaben und hat sich verpflichtet, Provisionen gegenüber den Spendern offenzulegen. Als Reaktion auf die Recherchen des NDR in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk (HR) räumte eine Sprecherin von Plan am Montag einen Verstoß gegen die Spendensiegel-Leitlinien ein und erklärte, ihre Organisation werde vorerst nicht mehr auf diese Weise werben. Dies sei jedoch ohne Vorsatz und unwissentlich geschehen: "Wir werden umgehend alle Vorgaben des DZI erfüllen und Provisionen künftig kenntlich machen."

Organisationen können je nach Spendenhöhe Verlust machen

Greenpeace und der Internationale Tierschutzfonds IFAW zahlen dem Bericht zufolge an Werbepartner nicht nur Provisionen für die Vermittlung von Fördermitgliedern und Dauerspendern, sondern auch für Einzelspenden. Ein Greenpeace-Sprecher räumte ein, dass die Provision bei kleineren Spenden höher sein kann als die Spende selbst: "Wenn jemand drei Euro spendet, haben wir einen Verlust gemacht." Die Umweltorganisation hat diese Werbeform nach eigenen Angaben erst vor wenigen Wochen testweise für ein halbes Jahr eingeführt. Ein IFAW-Sprecher rechtfertigte Provisionszahlungen von mehr als zehn Euro für eine Einzelspende mit dem Hinweis auf eine mögliche dauerhafte Bindung von Spendern an seine Organisation. Nur das Verhältnis zwischen Spendenbetrag und Provision zu betrachten, sei "irreführend."

Der Geschäftsführer des DZI, Burkhard Wilke, betonte dagegen, dass das Verhältnis zwischen Provision und Spende durchaus wichtig sei: "Alles ab 15 Prozent von der Spende würden wir als sehr stark erklärungsbedürftig ansehen."

(Redaktion)


 


 

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