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Wegen Sicherheitslücken

Internetangebot der Polizei NRW bleibt auf unabsehbare Zeit vom Netz

Die Polizei NRW ist seit dem 31. Januar nicht mehr im Internet vertreten. Grund hierfür sind Sicherheitslücken, die von einem Hacker aufgedeckt worden und der Polizei gemeldet worden waren. Daraufhin entschloss man sich beim für das Internetangebot zuständigen Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) NRW, die Webseite abzuschalten.

In welcher Form und in welchem Ausmaß der Angriff durch den Hacker stattgefunden hat, ist noch unklar, da die Analysen und polizeilichen Ermittlungen weiter andauern. Derzeit liegen dem Landesamt allerdings keine Erkenntnisse vor, dass Daten manipuliert wurden. IT-Sicherheitsfachleute der Bundespolizei und der Länderpolizeien wurden durch das LZPD NRW über den Sicherheitsvorfall informiert.

Um möglichen Schaden zu vermeiden, entschied Mathies, das Internetangebot der NRW-Polizei am 30. Januar 2012 abzuschalten. In Abstimmung zwischen dem Landesamt und dem Notfall-Team des Landesbetriebs Information und Technik (IT.NRW) wurden demnach weitere Sicherheitstests durchgeführt und Schwachstellen aufgedeckt. Parallel dazu war ein Unternehmen für Netzwerksicherheit beauftragt worden, das auf das systematische Angreifen von IT-Systemen spezialisiert ist. Bereits die ersten Tests offenbarten demnach gravierende Fehler.

"Der Hinweis, dass die Online-Präsenz Sicherheitslücken aufweist, hat sich bestätigt. Nach sachgerechter Bewertung kann keine andere Entscheidung getroffen werden, als weiterhin vom Netz zu bleiben", so LZPD-Direktor Jürgen Mathies. Er bedauerte, dass der Bürgerservice der NRW-Polizei bis auf Weiteres abgeschaltet bleiben muss. Ob auch andere Bundesländer von dem Problem betroffen sind, ist bislang unklar.

Auch in Niedersachsen war im November 2011 das Internetangebot der Landespolizei plötzlich monatelang dem Zugriff der einzelnen Polizeibehörden entzogen worden. Sie konnten erst ab Mitte Januar 2012 wieder auf selbige zugreifen. Als Grund für diesen äußerst ungewöhnlichen Vorgang war von den Zentralen Polizeidirektion (ZPD) des Landes Niedersachsen zum Jahresanfang 2012 die Umstellung der in die Jahre gekommenen Polizeiseiten auf ein einheitliches Layout der Landesverwaltung Niedersachsen angeführt worden. Allerdings sei auch ein notwendig gewordenes IT-Sicherheitsupdate durchgeführt worden, hieß es weiter. Im Internetangebot der Niedersächsischen Landesverwaltung war es bei der Umstellung des Internetangebotes nach business-on.de-Recherchen nicht zu monatelangen Abschaltungen gekommen.

Mathies: Polizeiliches Sondernetz nicht betroffen

"Das besonders geschützte interne Sondernetz der NRW-Polizei, in dem beispielsweise die Anzeigen bearbeitet und die Einsätze gesteuert werden, hat die Prüfung bestanden und ist nicht betroffen", betonte Mathies," so Mathies weiter. Dieses Ergebnis zeigt, dass die Funktionsfähigkeit der Polizei nicht gefährdet war und nicht gefährdet ist." Das Sondernetz werde seit 2003 regelmäßig nach höchsten internationalen IT-Sicherheitsstandards des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn überprüft.

"Eine hundertprozentige Sicherheit vor Hackerangriffen" gebe es jedoch nicht, hatte Mathies bereits im Vorfeld der Überprüfungen eingeräumt. Sobald man aber auf ein Sicherheitsproblem aufmerksam werde, handle man.

Die Zwischenberichte der beauftragten IT-Sicherheitsfirma legen nach Mathies´ Angaben nahe, einen komplett neuen Internetauftritt der NRW-Polizei erstellt werden muss. "Leitlinie für die endgültige Online-Präsenz der Polizei werden höchstmögliche Sicherheitsstandards sein", so LZPD-Direktor Mathies. Einen konkreten Zeitpunkt für die Wiederaufnahme des neuen Internetbetriebs konnte er indes noch nicht nennen.

 Die Internetwache und das Hinweisportal ('Anzeigen online aufgeben' und 'Hinweise elektronisch übermitteln') der NRW-Polizei des stehen derzeit der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung. Die Bürgerinnen und Bürger werden daher gebeten, sich im Bedarfsfall an die nächste Polizeidienststelle des Landes NRW zu wenden und im Notfall die zentrale Notrufnummer 110 der Polizei zu wählen.

(Redaktion)


 


 

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