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Hochintelligent und Exzessen abgeneigt

Investmentbanker Anshu Jain wurde schon lange als Kronprinz Ackermanns gehandelt

Der Inder Anshu Jain galt schon seit längerem als Kronprinz von Deutsche-Bank-Vorstandschef Josef Ackermann. Für ihn sprach unter anderem, dass das von ihm geleitete Investmentbanking zuletzt 2010 gut 86 Prozent des Gewinns des Geldinstituts einfuhr. Sein Handicap: Er ist bislang nicht für gute Deutschkenntnisse bekannt - und die werden unerlässlich sein für die nötigen engen Kontakte mit Politik und Wirtschaft in Deutschland.

Der 48-jährige Jain gilt als genialer Analytiker und brillanter Redner, hochintelligent, instinktsicher. Seine fachliche Qualifikation für die Leitung von Deutschlands größtem Kreditinstitut hat Jain in den vergangenen Jahren unter Beweis gestellt.

Von Delhi über New York nach London

Jain wurde 1963 in der nordindischen Stadt Jaipur geboren. Als er sechs Jahre alt war, zog die Familie nach Neu-Delhi. Jain studierte Volkswirtschaft, erst in Indien, später in den USA. Er arbeitete als Managing Director für Merrill Lynch in New York, bevor er 1995 zur Deutschen Bank nach London wechselte. Ackermann machte Jain zum Chef der Kapitalmarktsparte. Dazu gehört der Handel mit Devisen, Rohstoffen und Aktien.

Nachdem Jain knapp sechs Jahre lang die Macht über den wichtigsten Geschäftsbereich der Bank hatte teilen müssen, stieg er 2010 mit dem Weggang von Michael Cohrs zum alleinigen Chef des gesamten Corporate- und Investment-Bankings auf. Bereits ein Jahr zuvor war er im Zuge der Verdoppelung des Vorstands auf acht Mitglieder in die Führungsetage der Deutschen Bank berufen worden.

Begeisterung für Tierfotografie

Als mögliche Hindernisse auf dem Weg an die Spitze des Geldhauses machten Beobachter bislang jedoch Jains noch geringen Draht zur Politik geltend. Ein Mann, der einen Großteil seines Berufslebens in Londoner Handelssälen verbracht habe, sei im politischen Berlin nur schwer vorstellbar, so die Bedenken einiger Entscheidungsträger.

Was Jain offenbar auch lieber meidet, sind ausschweifende Champagnerpartys. "Die Exzesse, für die seine Branche berüchtigt ist, liegen ihm fern", charakterisierte ihn das "Handelsblatt". Jain, der mit seiner Frau und zwei Kindern im Westen Londons lebt, gilt vielmehr als leidenschaftlicher Cricket-Spieler und begeisterter Tierfotograf.

(dapd )


 


 

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