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Deutsche Bank

Gewinner und Verlierer beim Umbau der Chefetage

Gut zwei Monate vor dem Abschied des Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann hat sich das neue Führungsduo Anshu Jain und Jürgen Fitschen Vertraute ins Boot geholt. Zu den Gewinnern im Führungsteam zählen vor allem die Investmentbanker aus Jains Gefolge. Die Verlierer sind Ackermanns Freunde. Nachstehend die wichtigsten Personalien nach der Entscheidung am Freitag in Frankfurt am Main.

Von Roman Keßler

Hugo Bänziger und Hermann-Josef Lamberti müssen gehen

"Dr. No": Hugo Bänziger

Der 56-jährige Schweizer Bänziger hatte eigentlich noch einen Vertrag bis 2014. Nun geht er. Als Risikochef war er als "Dr. No" bekannt - offenbar hat er zu riskanten Vorhaben oft Nein gesagt. Bänziger kam 2006 in den Vorstand und gilt als Ackermann-Freund. Medienberichten zufolge soll er sich gegen Jain gestellt haben.

Das "Frankfurter Gesicht" der Bank: Hermann-Josef Lamberti

Der 56-Jährige kam 1999 in den Vorstand und ist in Frankfurt tief verwurzelt. Als Chief Operating Officer war er bisher weltweit für Personal, Informationstechnologie, Operations- und Prozessmanagement, Gebäude- und Flächenmanagement sowie den Einkauf verantwortlich. Er hatte zuvor in der Chemieindustrie und bei IBM gearbeitet. Lamberti ist Mitglied im Aufsichtsrat der Deutsche Börse AG und Mitglied im Verwaltungsrat von EADS.

Der Abgelehnte: William Broeksmit

Broeksmit war eigentlich als Erbe Bänzigers vorgesehen. Der Bankenaufsicht BaFin hatte er allerdings angeblich zu wenig Erfahrung, wie verschiedene Medien berichten. Die Behörde selbst kommentierte die Personalie nicht.

Broeksmit hatte die "Tresengeschäfte" der Bank forciert, bei denen Sicherheiten nicht an der Börse, sondern per Computer und Telefon verkauft werden. Diese undurchsichtigen Geschäfte waren ein Grund dafür, dass den Aufsehern während der Finanzkrise häufig nicht bekannt war, wo die größten Risiken steckten.
Die Gewinner kommen aus aller Welt

Der Investmentbanker: Henry Ritchotte

Ritchotte soll im Vorstand Lamberti beerben. Es ist eine konsequente Entscheidung Jains, der damit einen Vertrauten nach Frankfurt holt und gleichzeitig das Investmentbanking stärkt. Ritchotte hatte zuvor die Aufgaben Lambertis in der Investmentbanking-Sparte übernommen. Ritchotte sammelte Erfahrung in Asien und im Hedgefonds-Geschäft.

Der Schotte: Stuart Lewis

Bisher nur stellvertretender Risikovorstand, soll Stuart Lewis jetzt seinen Chef Bänziger ablösen. Offenbar war er gegenüber Broeksmit die zweite Wahl, konnte aber dennoch profitieren. Im Gegensatz zu Bänziger managt Lewis allerdings nicht mehr den Rechtsbereich und soll auch nicht die Liquiditätsvorsorge verantworten.

Der Alleskönner: Stephan Leithner

Der 45-jährige Leithner bekommt Teile von Lambertis und Teile von Bänzigers Aufgaben zugesprochen. Von Juni an soll er für Personal, Recht und das interne Regelwerk der Bank zuständig sein. Außerdem managt er das europäische Geschäft außerhalb Deutschlands.

Der Kontrolleur: Stefan Krause

Krause wird Fitschen stützen und darf bleiben. Der 48-Jährige kam 2008 zur Deutschen Bank und ist Finanzchef. Nach Jain und Fitschen ist er damit der wichtigste Mann. Immerhin ist er für die Verteilung von Geld innerhalb der Bank und für die Kreditaufnahme verantwortlich. Außerdem leitet er die Abteilungen für Steuern, Anlegerbetreuung und Konzernentwicklung.

Für Privatkunden: Rainer Neske

Der 47-Jährige bleibt im Vorstand für das nach der Postbank-Übernahme wichtiger gewordene Geschäft mit Privatkunden verantwortlich.

(dapd )


 


 

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