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ThyssenKrupp

Star Capital übernimmt große Teile der Traditionswerft Blohm + Voss

Der Stahlkonzern ThyssenKrupp verkauft große Teile der Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss an den britischen Investor Star Capital Partners.

Von Erich Reimann

Die Beteiligungsfirma übernehme sowohl den Jachtbau als auch das Reparaturgeschäft und die Maschinenbausparte des norddeutschen Unternehmens, teilte ThyssenKrupp am Montag mit. Der Kaufvertrag sei am Wochenende unterschrieben worden. Der Kaufpreis beläuft sich nach Angaben aus Unternehmenskreisen auf einen dreistelligen Millionenbetrag.

Der mit Milliardenverlusten kämpfende Essener Stahlkonzern zieht sich damit komplett aus dem zivilen Schiffbau zurück und konzentriert sich nur noch auf das Geschäft mit U-Booten und Überwasser-Marineschiffen. Die nun verkauften Sparten erzielten zuletzt einen Umsatz von knapp 500 Millionen Euro und beschäftigen rund 1.500 Mitarbeiter.

ThyssenKrupp erklärte, der Verkauf an Star Capital Partners sichere Standorte und Stellen bei Blohm + Voss. "Die Arbeitsplätze sind sicher. Sonst hätten wir diese Transaktion nicht gemacht", sagte der Vorstandsvorsitzende von ThyssenKrupp MarineSystems, Hans Christoph Atzpodien.

Gewerkschaft will Zusagen von Star Capital Partners

Den Arbeitnehmern reicht diese Zusage allerdings nicht, um die Sorge vor einem Stellenabbau auszuräumen. Die IG Metall Küste forderte auch vom Käufer der Traditionswerft ein klares Bekenntnis zu den norddeutschen Standorten des Unternehmens.

"Wir erwarten von Star Capital Partners, dass sie sich zu Hamburg und Kiel bekennen sowie für alle Betriebe eine Perspektive bieten", sagte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, in Hamburg. Die rund 1.500 Arbeitsplätze in Hamburg und Kiel müssten erhalten bleiben. Auch ThyssenKrupp sei weiterhin in der Pflicht.

ThyssenKrupp selbst will sich künftig auf den Marineschiffbau konzentrieren. Im Konzern bleiben deshalb der U-Bootbauer HDW und die auf Überwasser-Marineschiffe spezialisierte Blohm + Voss Naval sowie eine auf den Marineschiffbau spezialisierte schwedische Werft. Insgesamt beschäftigen sie zusammen rund 3.700 Mitarbeiter.

Blohm + Voss Naval werde künftig ähnlich wie ein Anlagenbauer ohne eigene Fertigung am Markt agieren und sich auf die Konzeption der Schiffe, den Einkauf der benötigten Systeme und die Steuerung des Baus konzentrieren. Die eigentliche Fertigung könne dann auf einer Werft im Lande des Bestellers erfolgen, sagte Atzpodien.

Blohm + Voss ist eine der traditionsreichsten Werften Deutschlands. Erst kürzlich war dort der Luxusliner "Queen Mary 2" wieder auf Vordermann gebracht worden. ThyssenKrupp geht davon aus, dass der Verkauf bereits im ersten Quartal 2012 abgeschlossen werden kann.

(dapd )


 


 

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