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  • 28.05.2012, 18:41 Uhr
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Deutschland & Israel

Enge Wirtschaftsbeziehungen, doch das Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft

Nach der viel beachteten gemeinsamen Reise seines Amtsvorgängers Christian Wulff mit dessen Tochter in das Land, ist am 28. Mai Bundespräsident Joachim Gauck zu einem Staatsbesuch nach Israel und in die palästinensischen Gebiete aufgebrochen. Dass der Bundespräsident Israel nur zwei Monate nach seinem Amtsantritt eine offizielle Visite abstattet, unterstreicht die vor dem historischen Hintergrund besonderen, zugleich aber auch intensiven und freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern.

Ein enges deutsch-israelisches Verhältnis besteht aber nicht nur auf der politischen Ebene, sondern auch im Wirtschaftsbereich, der nach Angaben der deutschen Außenhandelsorganisation Germany Trade & Invest  (GTAI) von einem regen Güteraustausch ebenso wie von vielfältiger Kooperation geprägt ist.

Im Jahr 2011 war Deutschland nach Angaben von GTAI nach den USA und China das drittwichtigste Lieferland Israels. Dabei importierte Israel deutsche Waren im Wert von 4,6 Mrd. US-Dollar. Dies war das beste jemals erzielte Ergebnis, das allerdings bereits in diesem Jahr übertroffen werde könnte: "Die israelischen Einfuhren aus der Bundesrepublik sind in den ersten vier Monaten 2012 gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um mehr als 11 Prozent gestiegen. Die wichtigsten deutschen Lieferkategorien sind Maschinen und Ausrüstungen, Chemie- und Kunststoffprodukte sowie Beförderungsmittel. Im Handel mit Israel erzielt Deutschland traditionell hohe Überschüsse. Im Jahr 2011 lagen die deutschen Ausfuhren beim 2,3-Fachen der Importe aus Israel", so Wladimir Struminski, Repräsentant von Germany Trade & Invest in Israel.

Israelisches BIP um 21 Prozent gewachsen

Allerdings gilt das Marktpotenzial, das sich deutschen Unternehmen in Israel bietet, noch lange nicht als ausgeschöpft. Die schnell wachsende, technologieintensive israelische Wirtschaft bietet deutschen Unternehmen zahlreiche Absatzchancen. Allein in den vergangenen fünf Jahren ist das israelische Bruttoinlandsprodukt real trotz weltwirtschaftlicher Turbulenzen um 21 Prozent gewachsen. Zugleich nimmt die Zusammenarbeit zwischen deutschen und israelischen Unternehmen im Technologiebereich zu. Israel gehört zu den wichtigen Hochtechnologie-Standorten und gibt rund 4,5 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für zivile Forschung und Entwicklung aus. Das ist der weltweit höchste Anteil, der das Land bei Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen je Einwohner auch in absoluten Zahlen in die enge Weltspitze katapultiert.

Viele deutsche Unternehmen, darunter auch kleinere und mittlere, kooperieren auf bilateraler Ebene oder auf europäischer Ebene - etwa bei den europäischen Forschungsrahmenprogrammen - mit israelischen Firmen bei der Entwicklung neuer Produkte für den Weltmarkt. Eine Reihe deutscher Konzerne unterhält in Israel Forschungs- und Entwicklungszentren. Traditionell steht in Israel der Elektroniksektor im Vordergrund, doch wird in den letzten Jahren auch der Ausbau anderer wissensintensiver Branchen wie Biotechnologie oder Cleantech kräftig vorangetrieben. Im Bereich der Wassertechnik und der Agrartechnologie verfügt Israel über umfangreiche Erfahrungen, die in zunehmendem Maße auf dem Weltmarkt Beachtung finden. Das schafft Chancen für deutsch-israelische Drittlandskooperationen.

Schienenfahrzeuge aus Görlitz

"Der Ausbau der israelischen Infrastruktur bietet deutschen Unternehmen Chancen zum Engagement. Das gilt für eine breite Palette von Warenlieferungen - so etwa stammt ein Teil der Schienenfahrzeuge der israelischen Bahn vom Produktionsstandort Görlitz des kanadischen Bombardier-Konzerns - ebenso wie für Consulting. Die israelische Regierung ist ausdrücklich an stärkerer Teilnahme ausländischer Firmen an Projektausschreibungen interessiert", so GTAI-Repräsentant Wladimir Struminski weiter.

(Redaktion)


 


 

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