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Jahrgang 2010

Prädikatsweingüter sind zufrieden - Winzer "vorsichtig-optimistisch" für das laufende Jahr

Die Spitzenweingüter in Deutschland melden einen qualitativ hochwertigen Jahrgang 2010. "Wir sind mit dem Jahrgang absolut zufrieden", sagte der Präsident der Verbands Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter (VDP), Steffen Christmann, am Montag in Wiesbaden.

Von Gisela Kirschstein

Aus dem klimatisch schwierigen Jahr seien "Weine mit einer pikanten Säure und mit einer hohen Mineralität und Dichte" herausgekommen. In der Regel sei es gelungen, die Säure gut einzubinden und qualitativ hochwertige Weine zu produzieren.

Der Jahrgang im 100. Jahr seit Bestehen des VDP hatte 30 Prozent weniger Ertrag und vielfach schwierige Wetterverhältnisse gebracht. "Es ist eindeutig ein Winzerjahrgang, der die Spreu vom Weizen trennt", sagte Christmann. Wegen der geringeren Menge seien die Preise zwischen acht und zehn Prozent gestiegen, das sei aber "vom Markt völlig problemlos aufgenommen worden".

Bei der ersten Vorpremiere der Großen Gewächse stellten am Montag in Wiesbaden rund 150 VDP-Weingüter etwa 400 Weine vor. Das Große Gewächs ist die Spitzenkategorie der VDP-Winzer und wurde analog zum "Grand Cru" des Bordeaux entwickelt.

Winzer diskutieren über Bezeichnungen

Auf den neuen Jahrgang 2011 schauen die Winzer vorsichtig-optimistisch: "Im Moment sieht es perfekt aus, zumindest dort, wo kein Frost und kein Hagel war", sagte Christmann. Der Jahrgang 2011 werde von der Menge her kein Riesenjahrgang, er sei aber "auf dem zweitfrühesten Entwicklungsniveau, das wir je hatten".

Entscheidend seien nun die nächsten sechs Wochen: Würden die zu nass, drohten die Trauben zu platzen und zu faulen. Der nasse und kalte Juli hingegen habe den Trauben nicht geschadet. "Wenn es jetzt trocken und sonnig bleibt, könnte es ein sehr gutes Jahr werden", fügte Christmann hinzu.

Im Zuge der EU-Weinmarktreform diskutieren die deutschen Winzer derzeit über eine Neuordnung ihres Bezeichnungsrechtes, das nach dem Willen vieler Winzer klarer und eindeutiger werden soll. Christmann appellierte an seine Winzerkollegen, sich mehr Zurückhaltung bei der Benutzung großer Lagennamen aufzuerlegen. Der VDP will sich bis zum kommenden Frühjahr ein neues Bezeichnungsrecht geben. "Wir sind an einem frühen Stand der Diskussion", sagte Christmann.

(dapd )


 


 

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