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Auch Journalistenrabatte fallen weg

DB, Air Berlin & Deutsche Telekom steigen nach Wulff-Affäre aus Polit-Sponsoring aus

Als Konsequenz aus der Affäre um den zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff steigt die Deutsche Bahn aus jeglichem Sponsoring von politischen Veranstaltungen aus. Ebenso Air Berlin und die Deutsche Telekom.

"Wir haben einen Führungsbeschluss gefasst: Wir beteiligen uns an all den Veranstaltungen und Arten von politischem Sponsorship nicht mehr", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bahn, Rüdiger Grube, der "Leipziger Volkszeitung" (Montagausgabe). Dies ergebe sich nach der Wulff-Affäre "als Konsequenz, ja, eindeutig".

Zugleich begründete Grube den Wegfall des bisherigen Rabattsystems für Pressevertreter, die bisher die Bahncard zur Hälfte des regulären Preises bekamen. "Diese Rabattierung, es geht nicht nur um Journalisten, ist in dieser Form einfach nicht mehr zeitgemäß." Er habe dieses Thema schon etwas länger in der Beobachtung. "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, dieses umzustellen", erklärte Grube.

Auf die Frage, ob das auch eine Reaktion auf die journalistische Schnäppchenjagd sei, die bereits umgangssprachlich als "wulffen" bezeichnet wird, sagte der Bahn-Chef: "Ja, das hat den Stein des Anstoßes zum Schluss noch mal ausgelöst."

Auch Air Berlin und Deutsche Telekom reagieren

Nach der Deutschen Bahn hat auch Air Berlin den Presserabatt für seine Flüge ersatzlos gestrichen. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft begründete diesen Schritt am Mittwoch mit den "in der Öffentlichkeit zum Teil kontrovers geführten Debatten über die private Vorteilsnahme von Angehörigen einzelner Berufsgruppen".

Bisher gab es bei Air Berlin gegen Vorlage eines anerkannten Presseausweises 25 Prozent Rabatt auf den Nettoflugpreis für internationale Flüge; innerdeutsche Flüge konnten zum Festpreis von 119 Euro gebucht werden. Die Lufthansa bietet keine Pressevergünstigungen an.

Auch die Deutsche Telekom will künftig keine Vergünstigungen mehr für Journalisten anbieten. Die Rabatte auf Mobilfunkverträge würden in den nächsten Tagen gestrichen, sagte Telekom-Sprecher Frank Domagala am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur und bestätigte damit eine Meldung des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Bestehende Verträge sollen auslaufen.

Bisher gewährte der Konzern Journalisten einen Rabatt von 15 Prozent auf ausgewählte Angebote. Dies sei aber nicht mehr zeitgemäß, sagte Domagala. Die Presserabatte für Internetverträge seien im vergangenen Jahr abgeschafft worden. Ermäßigungen auf Endgeräte würden bereits seit vier Jahren nicht mehr angeboten.

(dapd )


 


 

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