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Rathaus Bremen

14. Nacht der Jugend erinnerte daran, dass man sich nie genug erinnern kann

Am Mittwoch dieser Woche fand die 14. Bremer „Nacht der Jugend“ im Rathaus Bremen statt. Sie stand unter dem bewusst doppeldeutig gehaltenen Motto: "Genug erinnert !?" Mehr als tausend überwiegend junge Leute, aber auch Ältere kamen, um am 9. November sich der Schrecken der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland zu erinnern.

Musik spielt bei der Nacht der Jugend traditionell eine große Rolle. Hip Hop und Rap stehen bei hoch im Kurs.  Auftritte wie die von Dinipri Etubu oder der Band „Coolooloosh“ lockten auch in diesem Jahrwieder  viele junge Leute an.

Die Frage des Abends: „Haben wir uns genug erinnert?“

Die Nacht der Jugend ist so konzipiert, damit sie für alle Beteiligten ein Ort der Begegnung und des zwanglosen Miteinanders sein kann. Sie bietet darüber hinaus allen Interessierten ein Forum zur Auseinandersetzung mit der Geschichte. „Haben wir uns genug erinnert?“ Diese selbstkritische Frage zog sich wie ein roter Faden durch den Abend. Lebendig und engagiert wurde pro und contra diskutiert.

Pointiert brachten es u.a. Mitglieder der israelischen Band „Coolooloosh“ zum Ausdruck. Sie würden mit dem Holocaust leben, wollten aber nicht auf ihn reduziert werden. „Wir sind jung und uns geht es darum, gemeinsam die Scherben der Vergangenheit wegzuräumen“, hieß es. Das Erinnern sei wichtig um dazu beizutragen, Menschenfeindlichkeit zu überwinden.

"Wir können stolz darauf sein, dass wir ein so offenes Rathaus haben“, sagte Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen in seiner Ansprache. Tatsächlich ist das Rathaus an der Weser ein Ort der Begegnung, anderswo meist nicht. Aber das sind die Rathäuser auch nicht immer so schön wie in der Hansestadt. Böhrnsen dankte bei seiner Ansprache vor allem den 500 Mädchen und Jungen, die über Monate die die diesmalige Veranstaltung vorbereitet hatten.

Werder Bremen-Spieler lasen Auschwitz-Texte vor

Werder Bremen-Spieler Clemens Fritz und Marco Bode lasen im Kaminsaal Texte aus Auschwitz vor. Ein besonderes Anliegen der Nacht der Jugend ist es auch, mit Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen. In diesem Jahr berichtete der in Riga geborene Don Jaffé, Musiker und Überlebender des Holocausts, über sein Leben. Er konnte er mit seiner Familie kurz nach dem Angriff der deutschen Truppen auf die Sowjetunion nach Sibirien fliehen. In seinen Kompositionen habe er seine schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten versucht, so der 79jährige. „Das Erinnern an die Verbrechen, die an den Juden begangen wurden, ist wichtig“, sagte Jaffee. Aber diese Erinnerung müsse eine modernere Form finden.

Mit Spannung und Fassungslosigkeit hörten die Jugendlichen auch Karl Schneider zu, dem Autor des Buches „Auswärts eingesetzt – Bremer Polizeibataillone und der Holocaust. Er verichtete darüber, wie während der Herrschaft Hitlers ganz normale Menschen zu Massenmördern werden konnten.

In den Fluren und in der Oberen Rathaushalle präsentierten sich wie immer zahlreiche Vereine und Initiativen ihre Erinnerungsarbeit, so beispielsweise die Geschichtswerkstatt der LGO Delmestraße, das Krankenmuseum am Klinikum Bremen-Ost, der Verein “Spurensuche Bremen” oder der Stadtplan der Religionen.

(Redaktion)


 


 

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