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"Letzte Meile"

Juristischer Erfolg für EWE Tel in Köln

Bei einem seit 1999 schwelenden Rechtsstreit hat das Tochterunternehmen der Oldenburger EWE AG nun erstinstanzlich Recht bekommen. Das Verwaltungsgericht Köln stellte in seinem Urteil fest, dass das Nutzungsentgelt für die sogenannte "Letzte Meile", also für jenen Teil der Telefonleitung, der von der Hauptleitung in das Haus zum jeweiligen Anschluss mündet, von der Bundesnetzagentur zu hoch berechnet worden ist.

Die EWE Tel GmbH aus Oldenburg und die Berliner Versatel AG hatten zusammen mit anderen Wettbewerbern bereits 1999 die Festlegung der Höhe für die Preise der Teilnehmeranschlussleitung (TAL), auch "Letzte Meile" genannt, durch die damalige Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post beanstandet. Die Behörde, die 2005 in Bundesnetzagentur umbenannt worden ist, muss den Preis nun neu festsetzen.

Konkret wurde bemängelt, dass die Bundesnetzagentur der Deutschen Telekom AG die Entgeltberechnung für die "Letzte Meile" ausschließlich auf Basis der Wiederbeschaffungskosten genehmigt hat und damit das Netz der Deutschen Telekom so bewertet wurde, als wäre es zum Genehmigungszeitpunkt im Jahre 1999 neu erstellt worden. Tatsächlich hatte aber die Telekom das Netz nach ihrer Privatisierung zu einem wesentlichen Teil aus staatlichem Besitz übernommen, sodass der Oldenburger Telekommunikationsanbieter auf eine andere Berechnungsweise und niedrigere Nutzungsentgelte bestand. "Wir begrüßen das Urteil und freuen uns, dass unsere Ausdauer Früchte trägt. Die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Köln bestätigt die Argumentation, dass der monatliche Mietpreis für die Letzte Meile, den wir und andere Wettbewerber an die Telekom zahlen, in den vergangenen Jahren zu hoch war. Es hat sich gelohnt, diesen langen Weg zu gehen", erklärt Hans-Joachim Iken, Vorsitzender der EWE Tel-Geschäftsführung.

"Wir erwarten nicht zuletzt wegen des Urteils des VG Köln, dass der Regulierer eine deutliche Absenkung des monatlichen TAL-Preises vornehmen."

Iken blickt jetzt mit Freude auf den Jahreswechsel: "Im Frühjahr 2009 wird wieder über den TAL-Mietpreis entschieden. Wir erwarten nicht zuletzt wegen des Urteils des VG Köln, dass der Regulierer eine deutliche Absenkung des monatlichen TAL-Preises vornehmen." Im Urteil des VG Köln sieht er bestätigt, dass der Preis, den man bisher an die Deutsche Telekom zahlt, korrigiert werden muss. Ob die Bundesnetzagentur in Berufung gegen das Urteil der Kölner Richter geht, war zu Redaktionsschluss noch unklar.

EWE Tel bietet bereits in der Kreisstadt Westerstede und im Nordhorner Stadtteil Klausheide leistungsstarke Glasfaseranschlüsse an. Zudem hat das Unternehmen mit dem Glasfaserausbau in Oldenburg und weiteren Städten begonnen. EWE Tel verfügt über ein eigenes Telekommunikationsnetz von rund 30.000 km und bietet in über 360 Ortsnetzen in Niedersachsen, in Bremen und in Teilen Brandenburgs breitbandige Telekommunikationsdienste auf Festnetz-Basis und Mobilfunkdienste an.

(Redaktion)


 


 

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