Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Life & Style Medienwelt
Weitere Artikel
  • 06.12.2011, 01:31 Uhr
  • |
  • Oldenburg
Oldenburg

Karnevalisten feierten 25 Jahre

Nein, Oldenburgs Oberbürgermeister Gerd Schwandner (parteilos) hatte es den Karnevalisten seiner Stadt in den vergangenen Jahren nicht leicht gemacht. Seit Schwandners Amtsantritt warten Sie vergeblich auf die traditionelle Schlüsselübergabe am 11.11. im Rathaus. Am vergangenen Samstag beglückte der OB die Karnevalisten dennoch mit einem Besuch bei ihrem Jubiläums-Galaabend.

Von Onur Yamac

Auf ein 25-jähriges Bestehen kann der Oldenburger Karnevalsverein Blau-Rot e.V. nun bereits zurückblicken. Das volle Vierteljahrhundert wurde am Samstag bei einem abwechslungsreichen Progranmm im ausverkauften Saal des Stadthotels Eversten begangen.

Neben dem Oldenburger OB waren auch die zweite Bürgermeisterin Germaid Eilers-Dörfler (SPD) sowie die Stadtpolitiker Christoph Sahm (SPD), Sebastian Beer und Susanne Menge (beide Grüne) ins Stadthotel gekommen. Wie Schwandner zeigten auch sie sich beeindruckt von den Tanzkünsten der zahlreich aus der ganzen Region angereisten Karnevalsgruppen. Diese kamen u.a. aus Wehdel (Landkreis Cuxhaven), Bremerhaven und dem ostfriesischen Idafehn.

Wie mancher Gast vor Ort erfuhr, besteht Karneval nicht nur aus Büttenreden, sondern ist zugleich auch Sport. Wer am Samstagabend die akrobatischen Tanzkünste der "Funkemariechen" und männlichen Tänzer miterlebte, der verstand, was gemeint war. Denn was gezeigt wurde, konnte sich - man hätte es nicht vermutet - wirklich sehen lassen.

Dazu musste man sich allerdings erst einmal wie OB Gerd Schwandner in die "Höhle des Löwen" wagen. Und der sich zunächst verkrampft in seinem Stuhl windende OB kam nicht nur, sondern sprach auch ein Grußwort.

Beinahe historische Rede von Schwandner

In seiner lange erwarteten beinahe historischen Rede ging Schwandner auf seine persönlichen Bezüge zum Karneval in Süddeutschland ein, dort wiederum Fasching genannt. Demnach sah Schwandner als zehnjähriger im Cowboy-Kostüm sehr adrett aus und konnte sich sogleich eine kostümierte Chinesin an Land ziehen. Die Liebe zur Chinesin verblasste, die Liebe zu Land und Leuten blieb, wie viele Oldenburger wissen.

Auch nach seinem studienbedingten Umzug ins rheinische Aachen ließ der OB das - nun wiederum Karneval gennante - Brauchtum nicht links liegen und zog mit Mitstreitern los ins Getümmel auf den Straßen und in den Kneipen der Stadt.

Der OB sagte darüber hinaus, dass er sich freue, dass man während der "tollen Tage" die Karnevalshochburgen in Köln, Bonn und Aachen mit dem städtischen Callcenter unterstützen könne. Deren Callcenter sind an den Karnevalstagen nämlich dicht. Zur Kenntnis nahm der OB dabei auch, dass sich die Oldenburger Jecken wünschen, dass es auch in Oldenburg irgendwann einmal soweit kommt, dass externe Callcenter übernehmen müssen, weil ganz Oldenburg beim Feiern ist.

Doch Schwandner, der im Verlauf seiner Rede erkennbar immer mehr auflockerte, betonte auch, dass der Karnevalsverein Blau-Rot Oldenburg auf eine stolze 25-jährige Geschichte zurückblicken können und auch in schwierigsten Lagen wie zuletzt am 11.11. Improvisationstalent und Kreativität bewiesen habe. Am traditionellen Sessionsbeginn hatten Blau-Rot-Präsident Gerd Haase und Karnevalsprinz Hanfred X. aufgrund des Ausfalls des eingeplanten Spielmannszuges kurzerhand eine bulgarische Musikertruppe direkt von der Straße her engagiert (business-on.de berichtete).

Da die Musiker ihr Handwerk verstanden, wurde der Empfang durch die zweite Bürgermeisterin Eilers-Dörfler in bei der SPD-Fraktion im Rathaus so dennoch ein großer Erfolg. Unterstützt worden waren sie von einem bekannten Oldenburger Orgelspieler.

Bützchen für den Oldenburger OB

Doch dann kam an jenem historischen Abend das, was jedem OB einer Karnevalshochburg wiederfährt: Schwandner bekam von einem hübschen Funkemariechen ein freundliches Bützchen auf die Wange. Der Oldenburger OB strahlte erkennbar. Einen Karnevalsorden trug er da bereits. Kurz darauf setzte er sich wieder erheblich aufgelockert hin. Und wenn man ein wenig auf den Gesichtsausdruck Schwandners achtete, dann merkte man, dass da neben dem Politiker noch ein Mensch Schwandner ist.

Und wie der aus Hessen stammende SPD-Ratsherr Christoph Sahm in einer Büttenrede auf hessisch zum Besten gab, hat der OB nach der letzten Kommunalwahl die Mehrheit im Rat der Stadt verloren. Seitdem koalieren nämlich in Oldenburg SPD und Grüne. Schwandners Macht ist hierdurch begrenzt. Er kann sich nun leisten, etwas häufiger als früher Mensch zu sein. In China oder Südafrika, wie Sahm hinsichtlich der vielfältigen Initiativen im Ausland in seiner Rede erwähnte. Oder wie Frank Schnitker vom Karnevalsverein Blau-Rot es sich vielmehr wünscht, bei der Fortsetzung des "freundlichen Dialogs" mit den Karnevalisten. Denn genau genommen sind Schwandner und die Karnevalisten von Blau-Rot seit der letzten Kommunalwahl enger zusammen gerückt: beide sitzen im selben Boot.

Aktualisiert: 8.5.2013

(FN)


 


 

Karneval
OB
Gerd Schwandner
Samstag
Karnevalisten
Oldenburg
Christoph Sahm
Oberbürgermeister
Besuch
Tanzkünste
Eversten
Wehdel
Bremerhaven
Blau-Rot
Gerd Haase
Hanfredm Schnitker
Bützchen

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Karneval" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: