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Staatsanwaltschaft Düsseldorf

Keine Anklage gegen Zahlungsdienstleister Easycash

Nach den Strafanträgen der Landesdatenschutzbeauftragten von Hamburg und Nordrhein-Westfalen, wird die Staatsanwaltschaft Düsseldorf kein Strafverfahren gegen den Zahlungsdienstleister Easycash einleiten. Das erfuhr business-on.de aus mit der Sache betrauten Kreisen.

Ins Rollen gebracht hatte den Fall auf Grundlage eigener Recherchen der Norddeutsche Rundfunk (NDR). Der NDR behauptete, dass das Unternehmen in großem Umfang Daten, die es als Kartenzahlungsdienstleister erhoben hat, mit den Daten seines Hamburger Tochterunternehmens Easycash Loyality Systems verknüpft habe, welches bundesweit Kundenkarten-Systeme von großen Handelsketten betreibt. Das damit verfolgte Ziel ist es laut der NDR-Recherchen gewesen, genaue Datensätze der Kunden zu gewinnen, um deren Kaufverhalten zu analysieren. Der Sender beruft sich dabei auf eine Präsentation des Unternehmens Easycash gegenüber einer Handelskette .

Besuch von den Datenschutzbeauftragten

Daraufhin bekam Easycash in Hamburg und Ratingen Besuch von den jeweils zuständigen Datenschutzbehörden. Gegenüber den Beamten räumte das Unternehmen dabei ein, im Jahr 2009 zwei Monate lang zur statistischen Auswertung Daten von Ratingen nach Hamburg geschickt zu haben. Es sei auch zu einer temporären Zusammenarbeit mit einem Handelsunternehmen gekommen, werden Unternehmensverantwortliche zitiert. Aus datenschutzrechtlichen Gründen habe man aber die Zusammenarbeit bereits im vergangenen Jahr wieder eingestellt. Auch der NDR bestätigt diese Version, beruft sich allerdings darauf, aus einer Präsentation aus dem Frühjahr diesen Jahres zitiert zu haben.

Easycash-Kartenzahlungsterminals nicht betroffen

Die Datenschutzbeauftragten von Hamburg und NRW zeigten sich mit den Ergebnissen der Informationsgespräche jedoch nicht vollends zufrieden und stellten daraufhin Mitte Oktober 2010 bei den örtlich zuständigen Staatsanwaltschaften Strafanträge gegen das Hauptunternehmen in Ratingen und dessen Tochterunternehmen in Hamburg. Auch sie hatten allerdings bei ihren Besuchen keine Hinweise darauf gefunden, das in größerem Umfang Zahlungsverkehrsprofile von einzelnen Kunden erstellt worden waren

Im Raum stand letztlich noch der Verdacht, dass Listen mit Kundendaten von einzelnen Mitarbeitern womöglich unsicher zwischen Hamburg und Ratingen gemailt worden sind. Nicht betroffen waren die Kartenzahlungsterminals des zur französischen Ingenico-Gruppe gehörenden Unternehmens. Sie genügen den höchsten Branchenstandards für sichere Datenübertragung.

Easycash will Audit durchführen lassen

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf wird nach business-on.de-Informationen den Datenschutzbeauftragten des Landes NRW aus formalen Gründen noch einmal die Möglichkeit zu einer Stellungnahme geben und dann mangels brauchbarer Beweise mit großer Wahrscheinlichkeit von einer Anklage absehen. Easycash selbst hatte im Oktober 2010 angekündigt, seine technischen Standards vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auditieren lassen zu wollen.

(Red. / oy)


 


 

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