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Kommentar von Gottfried Mehner

Kurssturm aus Katar – Zum Verkauf von VW-Vorzugsaktien durch Katar

Vielleicht ein Warnschuss zur rechten Zeit. Nachdem am Dienstag überraschend Katar nahezu ein Viertel aller Volkswagen-Vorzüge auf den Markt geworfen hatte, sackte deren Kurs um 16% auf rund 60 Euro ab.

Anfang Oktober war noch das Jahreshoch von knapp 82 Euro erreicht worden. Da wurden jetzt 2,8 Mrd. Euro ausgelöscht.

Vorzugsaktie verliert

Wer nun akut der Tröstung bedarf, ist Volkswagen-Finanzchef Hans Dieter Pötsch. Denn durch den wüsten Sturm aus Katar wurde für die Vorzugsaktien eine neue und wesentlich tiefere Preisbasis gesetzt. Und auch die stimmberechtigten Titel bekamen ihre Ladung ab: Sie verloren 8% auf noch leicht über 100 Euro. Viele Anleger wurden wieder einmal auf dem falschen Fuß erwischt.

Die Transaktion hat ihre Risiken und Nebenwirkungen. In der ersten Hälfte des nächsten Jahres will sich VW über die Ausgabe von neuen Vorzügen 4 Mrd. bis 5 Mrd. Euro zur Finanzierung der Porsche-Übernahme über eine Bezugsrechtsemission holen. Selbstverständlich könnte bis dahin das aktuelle Kursdesaster vergessen sein. Aber darauf wetten wird wohl kaum ein Investor. Merkwürdig mutet an, dass Pötsch erst vor wenigen Tagen bei der Präsentation der Zahlen zum dritten Quartal auf die konkrete Frage eines Analysten, ob Katar auch VW-Vorzüge halte, betonte, nichts darüber zu wissen.

Porsche-Transaktion: Mehr Vorzugsaktien nötig

Die gesamte Porsche-Transaktion wird aus heutiger Sicht die Ausgabe von viel mehr Vorzugsaktien erfordern als bislang erwartet. Das heißt, dieser Deal verteuert sich enorm. Doch Volkswagen hat vorgesorgt. Im Rahmen der außerordentlichen Hauptversammlung am 3. Dezember wird ein sehr üppiger Rahmen für eine mögliche Ausgabe von bis zu 135 Millionen Vorzügen beantragt. Vor Kurzem hätten über eine Vollausnutzung noch 10 Mrd. Euro geholt werden können. Jetzt sind es noch gut 8 Mrd. Euro.

Doch je tiefer die Kursbasis sinkt, desto häufiger dürften die Fragen werden, ob die gesamte Porsche- Geschichte richtig "gepreist" ist. Im Grunde geht es um eine Rettungsaktion für einen Familienstamm auf dem Rücken der VW-Vorzugsaktionäre.

Karmann-Rettung auf der Agenda

Heute wird der VW- Aufsichtsrat über eine mögliche Rettungsaktion für Karmann beraten. Wie schnell Kurse zerbröseln, ist gerade wieder deutlich geworden.

(Redaktion)


 


 

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