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Erdgasspeicher Jemgum

Wingas startet Tiefbohrungen für Kavernen

Wenige Tage nachdem der Energieversorger EWE an einer seiner ersten kavernen den sog. "Solbetrieb" aufgenommen hat, hat das Energieunternehmen Wingas am Donnerstag am gemeinsamen Salzstock in Jemgum die Bohrarbeiten für die eigenen Erdgaskavernen im Jemgumer Salzstock begonnen und damit nach Angaben eines Sprechers "die Hauptphase der Realisierung des unterirdischen Speichers an der deutsch-niederländischen Grenze" gestartet.

„Um die Hohlräume für die spätere Erdgaslagerung im Salzstock errichten zu können, muss bis in eine Tiefe von 1.600 Metern gebohrt werden“, erklärt Arkadius J. Binia, der für das Unternehmen aus Kassel das Speicherprojekt verantwortet. Die Bohrarbeiten werden voraussichtlich bis ins Jahr 2012 andauern. „Insgesamt haben wir bis zu 18 Kavernen geplant – und für jede Kaverne müssen wir eine Bohrung vornehmen.“

Erdgas-Speicher: Kapazität von 1,2 Milliarden Kubikmetern

Pro Bohrung sind bis zu zwei Monate angesetzt. Dann soll - wie in diesen Tagen bereits bei einer EWE-Kaverne begonnen - nach und nach der Solbetrieb aufgenommen und Salz mit Wasser aus der Ems aus den Bohrlöchern gespült werden, bis Hohlräume und damit die gewünschten Kavernen zur Gaseinlagerung entstehen. Wingas hat für den Erdgasspeicher Jemgum eine Arbeitsgaskapazität von rund 1,2 Milliarden Kubikmeter Erdgas vorgesehen. Mehrere hundert Millionen Euro sollen in den Aufbau des Speichers investiert werden. Die Inbetriebnahme der ersten Kavernen ist für 2013 vorgesehen.

Die Bohrungen werden von verschieden Stellen des Speichergeländes aus durchgeführt. „Nur so können wir die geologische Struktur in der Tiefe optimal erreichen“, erläutert der Projektleiter. Die späteren Kavernen sollen bis zu 400 Meter hoch sein und einen Durchmesser von bis zu 80 Metern aufweisen. 

Jemgum: Günstige Lage

Die unterirdischen Salzstöcke der Region Ostfriesland machten dank ihrer geologischen Eigenschaften und einer Mächtigkeit von mehr als vier Kilometern die Erdgasspeicherung überaus sicher, so Binia weiter.„Zudem ist kaum ein anderer Salzstock in Nordwesteuropa so intensiv erkundet und überprüft worden. Die seit Jahrzehnten in dem Salzstock betriebenen Gaskavernen belegen diese Eignung,“ sagt er. Der Standort Jemgum liege darüber hinaus strategisch günstig im deutschen und europäischen Erdgasnetz. Die unmittelbare Nähe zu den Verbindungsleitungen zu den großen Erdgasvorkommen in der Nordsee und in Russland sei ein Standortvorteil. 

Errichtung: Kooperation mit EWE AG

Beim Bau des Erdgasspeichers im Jemgum kooperiert Wingas mit dem Oldenburger Energieversorger EWE AG. In den nächsten Jahren sollen insgesamt bis zu 33 Kavernen im Salzstock Jemgum errichtet werden. Die Speicher der Unternehmen werden zusammen entwickelt, nach ihrer Fertigstellung jedoch unabhängig voneinander betrieben.

Die Wingas GmbH & Co. KG gehört zu jeweils 50 Prozent dem russischen Energiekonzern Gazprom und dem BASF-Tochterunternehmen Wintershall. Das Energieunternehmen ist im Erdgas-Handel und -Vertrieb an Kunden in Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Österreich, der Tschechischen Republik und Dänemark aktiv. In den Aufbau einer Erdgastransport- und Speicherinfrastruktur hat das Unternehmen seit 1990 mehr als 3 Milliarden Euro investiert und verfügt über ein 2.000 Kilometer langes Leitungsnetz. Das Pipline-Netz verbindet die großen Gasreserven Sibiriens und die Erdgasquellen in der Nordsee mit den Absatzmärkten in Westeuropa. In Rehden (landkreis Diepholz) verfügt Wingas über den größten Erdgasspeicher Westeuropas und ist am zweitgrößten Speicher Mitteleuropas in Haidach, Österreich, beteiligt. Derzeit entstehen ähnlich wie in Jemgum weitere strategische Gasspeicher in Großbritannien und Deutschland.

(Redaktion)


 


 

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