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Kerzen

Hersteller kämpfen mit schwieriger Rohstoffsituation

Seit der Blüte der Erdöl verarbeitenden Industrie standen vom Nebenprodukt der Kraftstoffherstellung immer ausreichende Mengen Paraffin zur Verfügung. Durch die immer effizienter werdende Raffinerietechnik fällt aber immer weniger dieses ausgezeichneten Kerzenrohstoffs an.

"Schätzungen zu Folge wird die Paraffinproduktion in den nächsten Jahren um deutlich mehr als 10 % zurück gehen, bei gleichzeitig steigendem Bedarf" so Dr. Volker Schmid von der Gütegemeinschaft Kerzen e.V., die für hochwertige Kerzen das "RAL-Gütezeichen Kerzen" verleiht. "Eine neue Technologie, mit der Paraffin aus Erdgas hergestellt wird, steht noch in den Startlöchern und wird diesen Mangel mittelfristig nicht ersetzen können".

"Man kann aber nicht einfach einen Docht in Frittierfett stecken und hat eine perfekte Kerze" (Dr. Volker Schmid, Gütegemeinschaft Kerzen e.V.)

Industrie sucht nach Ersatzstoffen

Müssen wir also bald auf die unvergleichliche Stimmung einer brennenden Kerze verzichten? Volker Schmid gibt Entwarnung, zumindest vorerst. "Die bevorstehende Paraffinknappheit zeichnete sich schon seit einigen Jahren ab. Deshalb haben Kerzenhersteller auch schon frühzeitig nach Alternativen gesucht - und gefunden." Davon gibt es eine ganze Reihe, allen voran pflanzliche Fette und daraus hergestellte Folgeprodukte wie beispielsweise Stearin, das bereits seit langer Zeit Verwendung in Kerzen findet.

"Man kann aber nicht einfach einen Docht in Frittierfett stecken und hat eine perfekte Kerze" so Schmid. Es handelt sich dabei um maßgeschneiderte Spezialprodukte, die einen aufwändigen Veredelungsprozess unterlaufen. Nur so können nämlich weiterhin Kerzen hergestellt werden, ohne dass Verbraucher womöglich Abstriche bei der gewohnt hohen Qualität der Kerzen machen müssen. Die Kehrseite ist allerdings, dass die Kerzenhersteller sehr hohe Investitionen in die Produktionsanlagen tätigen müssen - und laut Schmid gleichzeitig der Rohstoffpreis für Paraffin explodiert.

Schmid: Kerzenhersteller derzeit in schwieriger Lage

"Die Kerzenhersteller befinden sich derzeit unbestreitbar in einer schwierigen Lage. Ich bin aber zuversichtlich, dass auch in Zukunft jeder den warmen Schein einer Kerze genießen kann" so Schmid.

(Redaktion)


 


 

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