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  • 27.03.2012, 18:21 Uhr
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Warnstreiks

Massive Störungen im deutschen Flugverkehr

Unmittelbar vor der entscheidenden Runde im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes hat die Gewerkschaft ver.di ihre Macht demonstriert. Mehrstündige Warnstreiks an mehreren Flughäfen sorgten am Dienstag für massive Störungen im deutschen Flugverkehr.

Allein am größten Luftdrehkreuz Frankfurt am Main wurde frühzeitig ein Drittel der 1.300 geplanten Flüge gestrichen, weil Mitarbeiter der Bodenabfertigung in den Ausstand traten. Zehntausende Reisende mussten lange Wartezeiten in Kauf nehmen oder stiegen auf die Bahn um.

Verdi-Chef Frank Bsirske drohte erneut mit einem unbefristeten Arbeitskampf, sollte die am Mittwoch in Potsdam beginnende dritte Runde der Tarifgespräche scheitern. "Wir stehen an einer Wegscheide", sagte Bsirske auf einer Kundgebung in Frankfurt. Die Streiks an den Flughäfen machten deutlich, welches "Eskalationspotenzial" bestehe. Die Chancen für eine Einigung beim zweitägigen "Finale der Verhandlungen" schätzte Bsirske im Fernsehsender n-tv auf "fifty-fifty".

Warnstreiks gab es am Dienstag auch in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und in Hamburg, wo Tausende Mitarbeiter von Verkehrsbetrieben, Müllabfuhr, Kindertagesstätten, Ämtern und anderen öffentlichen Einrichtungen die Arbeit niederlegten.

215.000 Beschäftigte beteiligen sich an Warnstreikwelle

Seit Montag vergangener Woche hätten sich bundesweit rund 215.000 Beschäftigte an der zweiten Warnstreikwelle beteiligt, erklärte ver.di. Bei der ersten Streikwoche Anfang März waren es 130.000.

Ver.di verlangt für die rund zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen 6,5 Prozent mehr Lohn , mindestens aber einen Zuschlag von 200 Euro monatlich. Die Arbeitgeber bieten 3,3 Prozent mehr Geld über zwei Jahre.

Der Vize-Vorsitzende der Gewerkschaft dbb Tarifunion, Willi Russ, nannte das bisherige Angebot der Arbeitgeber einen "verfrühten Aprilscherz" und eine Mogelpackung, die einen Reallohnverlust bedeute.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich kritisierte die Ausweitung der Streiks auf Flughäfen als eine "unangemessene Reaktion". "Da wir ein substanzielles Angebot gemacht haben, ist es ungerechtfertigt, die Bevölkerung jetzt mit diesen Streiks zu malträtieren", sagte der CSU-Politiker der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post".

Lufthansa streicht mehr als 400 Flüge

Am Frankfurter Flughafen legten die Angestellten der Flugabfertigung von 5.00 Uhr an die Arbeit nieder. Allein die Lufthansa, die ihre Basis in Frankfurt hat, strich deshalb 400 Flüge. Bei innerdeutschen Verbindungen konnten Passagiere die Bahn nehmen. Für Mittwoch rechnete die Lufthansa mit einem relativ normalen Flugplan. "Es kann immer noch Nachwehen geben", sagte ein Sprecher. "So ein Streik trifft uns massiv."

Auch an den Flughäfen Köln/Bonn, Düsseldorf, München, Bremen, Hannover, Münster-Osnabrück, Dortmund und Stuttgart legten Mitarbeiter von Gepäckabfertigung, Sicherheitsdiensten und Busbetreibern die Arbeit für mehrere Stunden nieder. Zudem traten an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld Beschäftigte des Dienstleisters GlobeGround in einen mehrstündigen Ausstand. Für sie führt ver.di separate Tarifverhandlungen.

Warnstreiks in drei Bundesländern

In Rheinland-Pfalz blieben in Mainz, Trier und anderen Städten Busse und Bahnen in den Depots. Rund 210.000 Pendler mussten Alternativen für den Weg zur Arbeit suchen. Gestreikt wurde auch in Kindergärten, Kliniken, Stadtwerken und Verwaltungen. Die Gewerkschaft rechnete mit 8.000 Teilnehmern.

In Hamburg legten mehr als 3.000 Mitarbeiter von Kindertagesstätten, der Stadtreinigung und Ämtern die Arbeit nieder. Im Saarbrücken und anderen Städten des Saarlands streikten Mitarbeiter von Müllabfuhr, Kindergärten, Krankenhäusern und Theatern.

(dapd )


 


 

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