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Kohlekraftwerk Lünen

Trianel beantragt neuen Vorbescheid

Der Stadtwerke-Verbund Trianel aus Aachen will die Antragsunterlagen am 30. August 2012 bei der Bezirksregierung Arnsberg abgeben und auf diesem Weg einen neuen Vorabbescheid für das geplante Kohlekraftwerk Lünen beantragen. Beim letzten Anlauf hatten Richter dem Projekt einen Strich durch die Rechnung gemacht. Diesmal sieht man sich in der Aachener Trianel-Zentrale besser gewappnet.

Die Genehmigungsunterlagen und Gutachten füllen nach Trianel-Angaben insgesamt sechs Aktenordner, die an rund 75 Träger öffentlicher Belange ausgehändigt werden müssen. Gleichzeitig will der Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung Lünen AöR (SAL) einen Antrag zur Einleitung von Abwasser, sog. Kühlturmabflutwasser und REA-Abwasser, über ein vorhandenes Einleitungsbauwerk in die Lippe, stellen. Auch dieser Antrag umfasst laut Trianel noch einmal 5 Ordner. 

Über 800 Aktenordner

Die über 800 Ordner werden mit einem Kleinlaster von Lünen nach Arnsberg gebracht. Die Offenlegung der Antragsunterlagen beginnt dann am 10. September 2012. Bürgerinnen und Bürger haben dann vier Wochen lang die Gelegenheit, bei den Offenlegungsstellen in den Rathäusern der Region, unter anderem in Lünen, Selm, Werne und Waltrop, Einblick in die Unterlagen zu nehmen.

"Die Antragsunterlagen wurden vollständig überarbeitet und sorgfältig geprüft", so Manfred Ungethüm, Geschäftsführer der Trianel Kohlekraftwerk Lünen GmbH & Co. KG (TKL). Mehr als 20 Gutachter haben in enger Abstimmung mit den Fachbehörden seit Anfang dieses Jahres die für den Vorbescheid erforderlichen Unterlagen überarbeitet. Sie umfassen im Wesentlichen die FFH-Verträglichkeitsuntersuchung (Flora, Fauna, Habitat), die Umweltverträglichkeitsuntersuchung, die aktualisierte Artenschutzprüfung sowie die neue Immissionsprognose. Den beantragten Emissionswerten liegt die realisierte Kraftwerkstechnik zugrunde.

OVG Münster hob Bescheid Ende 2011 auf

Das Oberverwaltungsgericht Münster (OVG) hatte im Dezember 2011 den ursprünglichen immissionsrechtlichen Vorbescheid aus dem Jahr 2008 aufgehoben. Insbesondere die FFH-Verträglichkeit für die Cappenberger Wälder konnte nach Ansicht des Gerichts zum damaligen Zeitpunkt nicht lückenlos nachgewiesen werden. "Alle vom Gericht beanstandeten Punkte wurden von unseren Gutachtern neu betrachtet. Die neu angefertigten notwendigen Gutachten, die Immissionsprognose und die Umweltverträglichkeitsuntersuchung basieren auf dem aktuellsten Datenmaterial", beschreibt Manfred Ungethüm den Umfang der Arbeiten.

Trianel geht davon aus, dass der Vorbescheid von der Bezirksregierung Arnsberg im Frühjahr 2013 erteilt werden kann. Die Inbetriebsetzungsphase für das Kraftwerk hat im Juli 2012 begonnen. Im 3. Quartal 2013, so die Planung, soll TKL den Regelbetrieb aufnehmen.

(Redaktion)


 


 

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