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Konjunkturbarometer

Dienstleistungsunternehmen sind Treiber der norddeutschen Wirtschaft

Sehr gute Stimmung bei den unternehmensnahen Dienstleistern in Norddeutschland: Die Branche vermeldet erneut deutliche Umsatzzuwächse. Rund 83.000 neue Arbeitsplätze sind im Dienstleistungssektor entstanden. Erheblichen Handlungsbedarf der Politik sehen die Dienstleister beim Ausbau der digitalen Infrastruktur und bei Investitionen in das Bildungssystem.

Die Dienstleister im Norden vermelden für 2017 eine Umsatzsteigerung von 5 Prozent (2016 waren es 4,5 Prozent). Das geht aus der repräsentativen Konjunkturstudie „DiNo 2017 – Dienstleistungssektor in Norddeutschland“ von AGA Unternehmensverband und Creditreform Hamburg von der Decken & Wall KG hervor, die am 12. Dezember 2017 in Hamburg vorgestellt wurde. Demnach hat sich bei 56 Prozent der befragten Unternehmen die Umsatzsituation in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres verbessert. Lediglich 15 Prozent konnten weniger Umsatz verbuchen. Für 2018 prognostizieren die Betriebe mit 4,2 Prozent ein Umsatzplus in ähnlicher Höhe. Das erwartete Gewinnplus von 2,6 Prozent fällt vergleichbar hoch wie vor einem Jahr aus, als 2,4 Prozent vorausgesagt wurden.

Dienstleister sind Jobmotor für Norddeutschland

Hinsichtlich der Arbeitsplatzentwicklung hatten die Dienstleister für 2017 ursprünglich ein Stellenplus von 39.100 Jobs geplant – tatsächlich wurden es 82.900 Stellen. Das entspricht einem Zuwachs von 4,6 Prozent (2016: 3,8 Prozent). 2018 soll sich die Zahl der Beschäftigten um weitere 3,5 Prozent oder 64.800 neue Jobs erhöhen.

„Die norddeutsche Wirtschaft läuft auf Hochtouren und die unternehmensnahen Dienstleister sind Treiber dieser Entwicklung. Mit dem höchsten Stellenplus seit Beginn der Studie vor 15 Jahren und einem sehr soliden Umsatzzuwachs schauen die Unternehmen sehr optimistisch in die Zukunft“, erklärte Dr. Hans Fabian Kruse, Präsident des AGA-Unternehmensverbandes, bei der Vorstellung der DiNo-Studie am 12. Dezember 2017 in Hamburg.

DINO-UMFRAGE
Die repräsentative Studie von AGA Unternehmensverband und Credit Reform wurde im Oktober 2017 durchgeführt. Sie erfasst die Einschätzung der gegenwärtigen sowie der erwarteten Umsatz- und Gewinnlage im unternehmensnahen Dienstleistungssektor (Facility Management, Finanz-Dienstleistungen, Informationstechnologie, Logistik, Marketing & Medien, Service) in Norddeutschland. Dazu zählen knapp 183.000 Unternehmen in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Diese Betriebe erwirtschaften einen Umsatz von 198,3 Milliarden Euro mit rund 1,6 Millionen Beschäftigten. Hamburg zählt fast 45.000 Unternehmen mit etwa 400.000 Beschäftigten. Quelle: AGA Unternehmensverband

Hamburgs Dienstleister mit sehr guten Kennzahlen

Die Zahlen der Dienstleister in Hamburg bewegen sich sogar über dem norddeutschen Durchschnitt: 2017 konnten die Dienstleister in der Hansestadt einen Umsatzzuwachs von 6,9 Prozent verzeichnen (2016: 4,2 Prozent). Für das kommende Jahr prognostizieren die Hamburger Unternehmen ein weiteres Umsatzplus von 5,1 Prozent. Die Gewinnerwartung liegt 2018 bei sehr guten 4 Prozent plus. Beim Personal soll 2018 mit 4,3 Prozent weiter aufgestockt werden – das entspricht 17.100 Stellen. 2017 waren es 5,1 Prozent oder 20.300 Stellen.

Bildung, Digitalisierung, Bürokratieabbau, Steuerreform – Erwartung an die kommende Bundesregierung

Die Studie beleuchtet neben den Daten auch Trends und Stimmungen im Hinblick auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen. So wurde etwa gefragt, welche Aufgaben die künftige Regierung aus Sicht der unternehmensnahen Dienstleister zu allererst anpacken muss. Das Ergebnis: Mit Abstand am häufigsten wurde das Thema Bildung genannt, gefolgt von Digitalisierung, Bürokratieabbau und Steuerreform.

Ausbau der digitalen Infrastruktur nicht verpassen

89 Prozent der Dienstleistungsunternehmen werten eine „flächendeckende, leistungsfähige Versorgung mit schnellem Internet“ in Deutschland als vordringlichstes Thema, gefolgt von „Investitionen für digitale Ausbildung in Schulen“ (59 Prozent), „Datenschutzsicherheit“ (54 Prozent) und „Schaffung digitaler Standards“ (44 Prozent).

Nikolaus von der Decken, Geschäftsführer Creditreform Hamburg von der Decken & Wall KG, führte in seinem Statement aus, dass Deutschland in Sachen Breitbandausbau den Ländern mit dem weltweit schnellstem Internet deutlich hinterherhinkt (Platz 25 hinter Ländern in Asien, Skandinavien, Schweiz, USA) und forderte: „Es müssen klare, machbare Lösungen her, denn Deutschland darf nicht an seinen Daten ersticken. Denn Fakt ist, dass die Menge der Daten in Zukunft exponentiell steigen wird. Mit dem Ausbau der digitalen Infrastruktur werden die Weichen für den anstehenden Umbau unserer gesamten Gesellschaft gestellt. Das dürfen wir nicht verpassen.“

Investitionen in die Bildung erhöhen

Zum Thema Bildung sagte Dr. Kruse: „Die vordringlichste Aufgabe der kommenden Regierung ist es, die Anstrengungen in die Bildung zu erhöhen. Durch gezielte Investitionen sollte sie die bildungspolitischen Bemühungen der Länder flankieren. Bildung umfasst alle Bereiche: Vorschule, Schule, Berufsausbildung, Universitäten und berufliche Weiterbildung. Wir benötigen mehr Lehrerinnen und Lehrer, besser ausgerüstete Schulen und Rahmenbedingungen, die nicht den universitären Abschluss als den einzig wahren anbietet, sondern auch die berufliche Ausbildung gleichberechtigt unterstützt.“

(Redaktion)


 


 

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