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Kontrolle von Luftfrachtsendungen

Flughafenverband ADV fordert maßvolle Debatte

Nach den vereitelten Sprengstoffanschlägen mit Paketbomben auf Synagogen in den Vereinigten Staaten, die Deutschland als Luftfracht durchquert haben, warnt der Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV), Ralph Beisel, vor Schnellschüssen.

Der Verbandsobere erklärte am Montag: "Die Vorfälle der vergangenen Tage müssen zunächst detailliert aufgeklärt werden. Voreilige Schlussfolgerungen und Schnellschüsse helfen niemandem. Erst nach detaillierter Analyse des Verlaufs der Frachtsendung können möglicherweise notwendige Konsequenzen für die Sicherheitskontrollen in der Luftfracht gezogen werden." Noch zu gut stecken dem Verbandchef die Regelementierungen für Flugpassagiere in den Gliedern, die seit dem 6. November 2006 die Mitnahme von Flüssigkeiten über 100 Millilitter wie Duschgel oder Wasser an Bord von Flugzeugen verbieten und vielfach für Ärger sorgen. Auch viele Duty Free Shopy an den Flughäfen in Folge der Verschärfungen der Sicherheitsmaßnahmen mit Umsatzeinbußen zu kämpfen

Ab 2011 dürfen in einem ersten Schritt wieder Flüssigkeiten, die im Transitbereich der Flughäfen erworben worden sind, mit an Bord genommen werden. Ab 2013 sollen dann flächendeckend Flüssigkeitsscanner an europäischen Flughäfen folgen und das Verbot für Flüssigkeiten an Bord europaweit ganz aufgehoben werden. 

ADV weist auf bestehende Standards hin

Die Luftfahrtbranche muss im Interessenkonflikt zwischen Geschäft und Sicherheit zudem stets auch ein Auge darauf werfen, dass durch Sicherheitsauflagen nicht die hoch zeitsensiblen Abläufe an den Airports durcheinander geraten und hierdurch an anderer Stelle weitere Kosten entstehen. Beim ADV wiederholt man daher aktuell gebetsnmühlenartig, dass die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen regelmäßig von deutschen und europäischen Behörden überprüft werden. Für die Kontrolle von Luftfrachtsendungen seien in Deutschland die Fluggesellschaften zuständig. Die Fluggesellschaften unterlägen jedoch den Weisungen des Luftfahrtbundesamtes in Braunschweig.

Grundsätzlich müssten Luftfrachtsendungen vor der Verladung in das Luftfahrzeug kontrolliert werden, so Beisel weiter. Gleiches gelte für Transferfracht, die aus Drittländern außerhalb der EU umgeladen wird. Ob dies bei den beiden Sprengstoff-Paketen vor wenigen Tagen geschehen ist - oder ob das Paket aus dem Jemen einfach im großen Frachtaufkommen durch das Sicherheitsnetz gerutscht ist, ist bislang noch unklar. 

EU-Verordnung gibt "sichere Lieferkette" vor

Seit April 2010 gibt eine EU-Verordnung den aktuellen Rahmen zur Herstellung einer sogenannten "sicheren Lieferkette" vor. Nach dieser müssen Unternehmen in Deutschland durch lückenlose Kontrollen einen sicheren Transport von Fracht garantieren. Dazu müssen diese Unternehmen durch das Luftfahrtbundesamt als "Reglementierte Beauftragte" oder "Bekannte Versender" zertifiziert werden.

"Für die deutschen Flughäfen hat Sicherheit höchste Priorität. Wir gehen davon aus, dass die Behörden wie schon bei den vereitelten Anschlägen von Detroit im Dezember 2009 besonnen reagieren. Eine maßvolle Debatte liegt im Interesse aller Beteiligten", so ADV-Hauptgeschäftsführer Beisel. An den 23 internationalen Verkehrsflughäfen sind im Jahr 2009 insgesamt 3,6 Millionen Tonnen Luftfracht umgeschlagen worden

(Redaktion)


 


 

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