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  • 28.01.2011, 16:37 Uhr
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  • Auschwitz
Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau

Stiftungsfonds soll Vermächtnis für die Menschheit bewahren

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Am 66. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau im Jahre 1945 stellt die Stiftung Auschwitz-Birkenau am Donnerstag ihre Kampagne "Intervene Now!" vor.

Die Stiftung Auschwitz-Birkenau wurde im Januar 2009 vom ehemaligen Außenministers Polens, Wladyslaw Bartoszewski, gegründet. Er war auch ehemaliger Gefangener des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Die Mission der Stiftung ist die Erhaltung der Gedenkstätte für kommende Generationen durch die Einführung eines langfristigen angelegten Plans und die Einrichtung eines Stiftungsfonds, der die Erhaltung der Gedenkstätte für die kommenden Generationen finanziell gewährleistet.

Nach vielen Jahrzehnten beschleunigen die Naturgewalten die irreversible Zerstörung des Lagers und der zugehörigen Außenanlage, zusammen mit Tausenden von unschätzbar wertvollen historischen Objekten. Der langfristige Plan zur Erhaltung des ehemaligen Konzentrationslagers enthält Aufgaben mit hoher Priorität wie die Erhaltung der Häftlingsbaracken und Wachtürme, die sich in besonders schlechtem Zustand befinden. Dazu gehört neben der Verstärkung von Fundamenten und Dächern auch die Bewahrung architektonischer Wahrzeichen wie Zeichnungen, Inschriften und Wandmalereien. Der Plan beinhaltet zudem die Konservierung von Hunderttausenden von Gegenständen und Dokumenten, die Beweise für die Verbrechen in Auschwitz-Birkenau sind, darunter mehrere tausend Fotos und Negative, etwa 6.000 Kunstwerke und Hunderte von Gebetsmützen.

"In dem Moment, in dem die letzten Augenzeugen von uns gehen, wird die Erhaltung von Auschwitz zu einer wahrhaft gemeinschaftlichen Verantwortung," (Piotr M.A. Cywinski, Direktor des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau)

Wichtiger Ort für das Verständnis

"Die Baracken, der Stacheldraht und die Ruinen der Krematorien und Gaskammern sind die besten Hüter der Erinnerung. Durch ihre stille Präsenz wird sichergestellt, dass niemand jemals leugnen kann, dass das schlimmste Verbrechen des 20. Jahrhunderts tatsächlich begangen wurde", so Wladyslaw Bartoszewski, Vorsitzender des Stiftungsrat der Stiftung Auschwitz-Birkenau und ehemaliger Häftling des Lagers. "Durch unser Engagement zur Erhaltung der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau und die Wahrung dieser Zeugnisse der Vergangenheit leisten wir eine wertvolle Arbeit für nachfolgende Generationen."

 "In dem Moment, in dem die letzten Augenzeugen von uns gehen, wird die Erhaltung von Auschwitz zu einer wahrhaft gemeinschaftlichen Verantwortung," so Piotr M.A. Cywinski, Direktor des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau. "Dieser Ort ist wichtig für uns alle. Hier können wir die Tragödie eines sich im Krieg befindlichen, mit gegenseitigem Hass erfüllten Europa am besten verstehen. Vor Ort können zudem die jüngeren Generationen am besten verinnerlichen, warum wir die Gedenkstätte erhalten müssen, um unsere Zukunft zu verändern. "

Neues Facebook-Angebot

"Intervene Now!" ruft daher Einzelpersonen auf der ganzen Welt dazu auf, Mitglied der Stiftung Auschwitz-Birkenau zu werden und sich damit dazu zu verpflichten, die Zeugnisse des ehemaligen Lagers Auschwitz-Birkenau zu bewahren, das Bewusstsein gegenüber dieser Tragödie zu schärfen und die Menschheit vor zukünftigen, vergleichbaren Handlungen aus Hass und Intoleranz zu schützen.

Die "Intervene Now!"-Facebook-Seite wird Kunst, Musik und Literatur von Opfern und Überlebenden, neue und archivierte Fotos von Auschwitz-Birkenau und pädagogische Materialien bieten, die in Schulen, Gruppen und religiösen Organisationen verwendet werden können.

Jährliche Kosten von ca. 4 Mio Euro

Die jährlichen Kosten für die Planung und Umsetzung des langfristigen Plans zur Erhaltung dieser Bauten und Objekte belaufen sich nach Angaben der Stiftung auf circa vier bis fünf Millionen Euro. Um diese Kosten begleichen zu können, hat sich die Stiftung dazu verpflichtet, einen Stiftungsfonds in Höhe von 120 Millionen Euro einzurichten, der unter professioneller Leitung dazu eingesetzt wird, die Authentizität der Gedenkstätte für die kommenden Jahrzehnte zu bewahren.

Die Regierung Polens, das Internationale Auschwitz Komitee und die Task Force für Internationale Kooperation bei Holocaust-Bildung, Gedenken und Forschung (ITF), sind neben weiteren zahlreichen Ländern, Organisationen und individuellen Förderern finanziell engagiert. Seit der Einrichtung der Stiftung Auschwitz-Birkenau haben auch die deutsche Bundesregierung und die Regierung der Republik Österreich sowie die US-Regierung bereits mehr als 78 Millionen Euro in den Stiftungsfonds eingezahlt.

(Redaktion)



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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Stiftung Auschwitz-Birkenau / obs

 

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