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AKW Emsland

Kooperationsbereitschaft zwischen Bund und Atomaufsicht des Landes steigt wieder

Nach dem erbitterten Streit zwischen Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) über die Sicherheit von Atomkraftwerken und einer in der Öffentlichkeit ausgetragenen Schlammschlacht, scheint nach der jüngsten Schnellabschaltung im Atomkraftwerk Emsland wieder die Gesprächsbereitschaft zwischen beiden Seiten zu steigen

Das Atomkraftwerk Emsland hatte sich am vergangenen Freitag aufgrund einer Störung im Transformatorenbereich durch eine Reaktorschnellabschaltung automatisch abgeschaltet. Das Bundesumweltministerium hat daraufhin eigenen Angaben zufolge mit der Aufsichtsbehörde in Niedersachsen Kontakt aufgenommen und um Berichterstattung gebeten. Nach dem selbsttätigen Abschalten des Transformators hatte die Anlage nicht, wie im Sicherheitskonzept vorgesehen, mit einer schrittweisen Reduzierung der Leistung und einem damit verbundenen schonenden Abfahren des nuklearen Teils der Anlage reagiert. Aus bisher für das Bundesumweltministerium ungeklärten Gründen hätten verschiedene Ursachen zur Auslösung von Reaktorschutzsignalen und damit zu einer Reaktorschnellabschaltung im AKW geführt.

Bund will Fakten zur Schnellabschaltung

Nach dem Sicherheitskonzept der Anlage solle aber die Anforderung von Sicherheitssystemen wie z.B. die Reaktorschnellabschaltung möglichst vermieden werden, da eine Reaktorschnellabschaltung, wie die Erfahrung in verschieden Anlagen zeige, oft mit weiteren "Transienten" (starken Schwingungen) verbunden sei, die ihrerseits neue Sicherheitsprobleme aufwerfen könnten. Vor dem Wiederanfahren sei es deshalb unbedingt erforderlich, dass die Ursachen der Reaktorschnellabschaltung geklärt und ggf. Maßnahmen gegen Wiederholung in gleichartigen Fällen getroffen seien, heißt es aus Berlin. Das Bundesumweltministerium hält es deshalb für erforderlich, dass vor dem Wiederanfahren des Atomkraftwerkes Emsland Maßnahmen zur zukünftigen Vermeidung solcher Vorfälle durch entsprechende sicherheitstechnische Analysen abgesichert sind.

Wiederanfahren der Anlage erst nach Zustimmung

Bundesumweltminister Gabriel begrüßte im Zuge des jüngsten Vorfalls, dass Niedersachsen seiner Bitte gefolgt sei, die Umstände der Reaktorschnellabschaltung des Atomkraftwerkes Emsland vom vergangenen Freitag restlos aufzuklären, bevor der Reaktor wieder ans Netzt gehe. Seit der Schnellabschaltung  des Reaktors in den frühen Morgenstunden des 24. Juli 2009 ist der Reaktor vom Netz. Der Betreiber RWE hatte kurz nach dem Vorfall angekündigt, dass man die Anlage baldmöglichst wieder anfahren wolle. Die niedersächsische Atomaufsicht hat Gabriel eigenen Angaben zufolge  zugesagt, vor einer Zustimmung zum Wiederanfahren des Reaktors zunächst die Fragen der Bundesaufsicht zu den Ursachen der Reaktorschnellabschaltung zu klären und entsprechende Unterlagen vorzulegen. Der Reaktor soll erst dann wieder ans Netz gehen, wenn sich das Bundesumweltministerium nach entsprechender Prüfung gegenüber der niedersächsischen Aufsichtsbehörde zustimmend geäußert hat.

(Redaktion)


 


 

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