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Presse-Querschnitt

Meinungen zum Datenklau bei Kreditkarten

Hohe Wellen geschlagen hat in den Medien der Datenklau bei einem spanischen Kreditkarten-Dienstleister. Nachdem als erstes die Volks- und Raiffeisenbanken reagierten, fühlen sich seit Donnerstag auch alle andere Banken in der Pflicht, die Kreditkarten von Spanien-Reisenden einzuziehen. Kritik erntet im Zuge dessen die Informationspolitik der Banken. Andere Medienstimmen verweisen wiederum auf die Manipulationsanfälligkeit elektronischer Datenübertragung an sich.

Mitteldeutsche Zeitung: Alle deutschen Banken ziehen Kreditkarten von Spanien-Urlaubern ein

Halle. Die deutsche Kreditwirtschaft steht vor der größten Kreditkartenaustausch-Aktion ihrer Geschichte. Alle deutschen Banken, deren Kunden in den letzten Monaten in Spanien Kreditkarten verwendet haben, tauschen diese aus. Dies sagte Steffen Steudel, Sprecher des Zentralen Kreditausschusses (ZKA) der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung. Einzug und Ersatz der Karten dienten dazu, einen eventuellen Missbrauch von Daten auszuschließen. Die Institute reagierten damit auf Warnungen von Visa und Mastercard. Über die Zahl der Betroffenen liegen laut ZKA noch keine Informationen vor. Bei jährlich fast zehn Millionen deutschen Urlaubern in Spanien dürfte die Zahl in die Hunderttausende gehen. Aus Bankenkreisen hieß es, es gab einen Angriff auf einen spanischen Dienstleister, der für die Kreditkarten-Unternehmen den technischen Service abwickelt.

Rheinische Post: Banken müssen schneller handeln

Düsseldorf. (Von Georg Winters) Für Deutschlands Banken mag es keine gesetzliche Verpflichtung geben, ihre Kunden über die mögliche Dimension des Kreditkarten-Datenklaus in Spanien zu informieren - sie sollten es aber auf jeden Fall tun, um die Verunsicherung zu beseitigen, die sich in der Kundschaft breit macht. Erst ging es angeblich nur um Zahlungen in den vergangenen Wochen, jetzt sind es schon Monate. Erst war nur von Einzelfällen die Rede, jetzt sind es schon über hunderttausend. Transparent wirkt das nicht. Und es wird höchste Zeit, dass sich Europas Datenschützer auf einheitliche Informationspflichten festlegen. Spanische Abwickler müssen deutsche Kunden nicht aufklären, weil die Gesetzeslage bei den Iberern anders ist als bei uns. Die Kreditkarten-Anbieter informieren die Banken und sind fein raus. Wenn einzelne Banken sich jetzt auf das Gesetz berufen, ist mal wieder der Kunde der Dumme. Das muss sich ändern. Gleichzeitig sollte man sich jetzt davor hüten, in Panik zu verfallen und den Kreditkarten abzuschwören. Letztlich sind sie sicherer als andere Zahlungsmittel, weil der Kunde ein Widerrufsrecht hat. Bei Schäden durch den Datenklau müssen die Karten-Anbieter oder die Banken den Schaden tragen. Wer als Bank seine Dienstleister auswählt, trägt das Risiko für deren Pannen mit.

Stuttgarter Nachrichten: Zu Kreditkarten

Stuttgart. Der Klau von Kreditkartendaten ist ein Wachstumsmarkt. Die Banken und Kreditkartenfirmen reden nicht gerne darüber. Ist schlecht fürs Geschäft. Wie nervös die Branche aber ist, zeigt nun der Austausch von hunderttausenden von Kreditkarten nur aufgrund eines mutmaßlichen Datenlecks in Spanien. Und die Verbraucher? Noch sind sie gelassen. Schließlich müssen sie in solchen Fällen den Schaden nur bei grober Fahrlässigkeit übernehmen, also höchst selten. Aber natürlich zahlen sie indirekt über ihre Gebühren trotzdem mit für den wachsenden Schaden, den die Betrüger verursachen. Und irgendwann ist das Vertrauen dahin.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung: Das System bleibt anfällig

Essen. (Von Frank Meßing) - Datenklau, Datenmissbrauch - Nachrichten, die Verbraucher immer häufiger verunsichern. Tausende Kreditkarten müssen ausgetauscht werden, weil in Spanien Diebe am Werke waren. Die Aufregung ist groß. Doch kann man sich über die Datenpannen wirklich noch wundern? Von der bargeldlosen Bezahlung profitieren Unternehmen wie Kunden gleichermaßen. Banken sparen Personalkosten. Die Kunden können jederzeit auf der ganzen Welt mit Kreditkarten einkaufen und den zusätzlichen Versicherungsschutz nutzen. Bei allen Annehmlichkeiten vergessen aber viele, dass die Systeme trotz aller Sicherheitsvorkehrungen anfällig sind gegen Kriminalität und technisches Versagen. Darauf müssen Kreditkarten-Anbieter und Banken die Kunden immer wieder hinweisen. Diese dürfen schließlich davon ausgehen, dass sie mit ihrer nicht unerheblichen Gebühr und ihrer Unterschrift ein Höchstmaß an Sicherheit bekommen. Im aktuellen Fall haben Banken zu spät informiert. Es wäre aber ein Trugschluss zu glauben, dass die neu ausgelieferten Kreditkarten absoluten Schutz liefern. Das System bleibt anfällig.

Ostsee-Zeitung: Kommentar zum Kreditkartenumtausch

Rostock. Dass man mit der Tauschaktion für Hunderttausende Kreditkarten "das Sicherheitsgefühl der Kunden stärken" wolle, wie ein Bankenfunktionär erklärte, mag gut gemeint sein, nur glaubwürdig ist das nicht. Dies ist kein Fall vorsorgender Routine, wofür man mal so eben ein paar Millionen Euro hinblättert. Vielmehr werden die Banken an einem datentechnischen GAU vorbeigeschrammt sein. Daher ist es verständlich, wenn die Kunden wissen wollen, ob und wie persönliche Daten in fremde Hände gelangen konnten, wer dahintersteckt, weshalb es dazu kommen konnte und wie so etwas künftig vermieden werden. Ein Fall, der uns krass vor Augen führt, dass Datenschutz mehr sein muss als erste Hilfe im digitalen Zeitalter. Nämlich ein Bürger- und Verfassungsrecht.

(Redaktion)


 


 

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