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Kulturhauptstadt Ruhr 2010

100.000 Menschen folgten Grönemeyers Aufruf "Komm zur Ruhr"

Vor genau neun Jahren hatten fünf Kulturdezernenten aus dem Ruhrgebiet eine Idee. Sie lautete: Wir machen Kulturhauptstadt! Am vergangenen Samstag war es in Essen dann endlich soweit - die Europäische Kulturhauptstadt Ruhr 2010 wurde offiziell im Welterbe Zeche Zollverein eröffnet. Hundertausende strömten trotz klirrender Kälte zur Auftaktveranstaltung.

An der offiziellen Eröffnung naben denen EU-Kommissionpräsident José Manuel Barroso auch Bundespräsident Horst Köhler mit seiner Frau teil.

„Die Künstler haben heute bewiesen, dass sich die Menschen in dieser Region nicht so leicht unterkriegen lassen.[...] Hätte es Blitzeis gegeben, hätten sie sich Schlittschuhe untergeschnallt.“ (Ruhr 2010-Geschäftsführer Fritz Pleitgen)

„Wir sind außerordentlich zufrieden und erleichtert“, meinte Fritz Pleitgen, der Vorsitzende Geschäftsführer der Ruhr 2010 GmbH nach dem nachmittäglichen Festakt in der spektakulär inszenierten Kulisse der ehemaligen Zollverein-Kokerei. „Die Künstler haben heute bewiesen, dass sich die Menschen in dieser Region nicht so leicht unterkriegen lassen“, so Pleitgen. „Hätte es Blitzeis gegeben, hätten sie sich Schlittschuhe untergeschnallt.“ 

Premiere von Grönemeyer-Song

Unter anderem hatten die Musicalstudenten der Folkwang Universität unter der Regie von Gil Mehmert bei starkem Schneefall in der Open-Air-Bühne die Revue „Wir sind das Feuer“ aufgeführt. Als Krönung wurden Ehrengäste wie Fernsehzuschauer Zeugen der Premiere von „Komm zur Ruhr“, der neuen Hymne von Herbert Grönemeyer für das Ruhrgebiet. Begleitet wurde das Stück des Ruhrpott-Niedersachsen von Dirigent Steven Sloane und den Bochumer Philharmonikern. Beeindruckt von der Eröffnung und den Darbietungen der Künstler zeigten sich Horst Köhler und José Manuel Barroso.

Kreativwirtschaft soll gestärkt werden

Zum anschließenden Kulturfest der Metropole kamen nach Schätzungen der Veranstalter trotz klirrender Kälte schon am ersten Abend rund 100.000 Menschen. Das Jahr als Kulturhauptstadt möchten die Macher mit einem Millionenbudget auch dazu nutzen, die Kreativwirtschaft im Ruhrgebiet weiter zu stärken. Verantwortlich für die Umsetzung ist Ex Viva-Chef Dieter Gorny.

(Redaktion)


 


 

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1 Kommentar

von Franz Firla
10.01.10 11:54 Uhr
Urverlässlich, sonnig stur

Zur Ruhrpott-Hymne von Herbert Grönemeyer

Der "kleine dicke Sänger" zum Schluss der beschneiten Eröffnungsfeier zeigte sich einmal mehr als Sängerpoet. Vorsorglich ließ er den Text veröffentlichen, weniger zum Mitsingen - diese modernen Pophymnen sind selten dazu geeignet - als vielmehr zum Vorab-Lesen, ist doch sein etwas bellender Gesangsstil einem Textverstehen nicht gerade förderlich. Schade eigentlich, denn das hat nämlich durchaus überraschende lyrische, gelegentlich sogar wortschöpferische Qualität, was Grönemeyer da reimt. (Google fragt bei der Eingabe von „urverlässlich“: Meinten Sie „unverlässlich“?)
Die Kombination "sonnig stur" muss einem denn erst mal als Charakteristikmerkmal des (alten?) Ruhrpöttlers einfallen.„Sonnig“ und „stur“ scheinen sich ja normalerweise auszuschließen. Zu selten verbreitet Sturheit wohlige Wärme. Deshalb stellt G. auch die Wortschöpfung „urverlässlich“ voran. Durch sie wird signalisiert, dass Sturheit hier keineswegs Unbelehrbarkeit oder gar kalte Zurückweisung sondern eher „Durchhaltevermögen trotz widriger Umstände“ meint, welches durchaus ein Gefühl wohliger oder vielleicht auch sonniger Geborgenheit zu vermitteln vermag. Aber er braucht natürlich die Verkürzung zu “stur“ auch deshalb, weil sie sich so schön auf das Titelwort reimt.
Und das steht im „Komm zur Ruhr“ doch etwas verloren rum. Die simple touristische Aufforderung wirkt nach all der eher selbstgenügsamen Beschreibung eines Menschentyps etwas halbherzig. Was soll man auch da, wo sich alle in ihrer Schlichtheit und Sturheit sonnen, könnte man etwas überspitzt fragen. Ein sonniges Gemüt, wie man es dem Rheinländer gerne nachsagt, wirkt da jedenfalls weitaus einladender. Ja, man muss sie halt mögen, die Ruhris, mit und ohne Hymne.

 

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