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EWE-Schlichtung

100 Millionen Euro sollen an die Kunden ausgeschüttet werden

Nachdem das Bundesverfassungsgericht am 14. Juli 2010 in einem Urteil die Preisanpassungsklauseln des Oldenburger Energieversorgers EWE Energie AG für unwirksam erklärt hat, hat EWE inzwischen reagiert und will seinen Kunden entgegen kommen.

Unmittelbar nach der EWE-Hauptversammlung im Konferenzzentrum "Alte Fleiwa" präsentierten EWE-Verbandsvorsitzender, Landrat Hans Eveslage (CDU), und der EWE-Aufsichtsratsvorsitzende Günther Boeckhoff (SPD) am Freitag  das einstimmig angenommene Schlichtungsangebot, welches 1:1 auf die Vorschläge des als ehrenamtlichen Schlichter eingeschalteten Bremer Bürgermeisters a.D. Henning Scherf (SPD) zurück geht. 

Angebot: 0,464 Cent pro kW/h

Auf Basis der Überlegungen von Henning Scherf ergibt sich insgesamt für EWE eine Auszahlungssumme von rund 100 Millionen Euro brutto. Die Höhe der Sonderzahlung je Kunde richtet sich zudem nach dem individuellen Erdgasverbrauch im Zeitraum der betroffenen Erhöhungen. Pro Kilowattstunde soll ein Betrag von 0,464 Cent brutto ausgezahlt werden. Als Anhaltspunkt gilt: Für kleinere Haushalte ergibt sich hierdurch eine Sonderzahlung zwischen 50 und 100 Euro, für mittlere zwischen 100 und 150 und für größere zwischen 150 und 200 Euro. Je nach individuellem Verbrauch könnten diese Beträge demnach abweichen, heißt es von Seiten des Oldenburger Energieversorgers. Die Zahlung soll zudem in Form einer Gutschrift mit der nächsten Jahresabrechnung erfolgen und ist an keine Gegenleistung und keinen Klageverzicht des Kunden gebunden.

Nur aktuelle Kunden können profitieren

Das EWE-Angebot richtet sich an Kunden mit den Verträgen: EWE Erdgas classic, EWE trio, EWE Erdgas online und EWE Erdgas business. Sie machen den überwiegenden Teil der Kunden des Versorgers aus. Darüber hinaus gilt das Angebot auch auch für Kunden des Tarifs Wärme Plus. wer profitieren wolle, müsse allerdings derzeit EWE-Kunde sein und bei den strittigen Erhöhungen bereits Kunde gewesen ein, um eine Sonderzahlung zu erhalten, heißt es von Seiten des Energiversorgers.

Kunden, die sich diesbezüglich im Rechtsstreit mit EWE befinden, sollen allerdings keine Sonderzahlung erhalten, da die Lösung nach EWE-Darstellung auch darauf abzielt, dem Energieversorger und seinen Kunden mögliche zahlreiche und langwierige Klagen zu ersparen und Kunden zu halten. Kunden, die zum 1. August 2008 oder später bei EWE Kunde geworden sind, haben zudem laut EWE keinen Anspruch auf die Sonderzahlung, da nach diesem Zeitpunkt keine Preiserhöhung auf Basis der vom BGH abgelehnten Klausel mehr stattgefunden habe.

(Redaktion)


 


 

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