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Landkreis Osnabrück

Fachkräfte für die Ernährungswirtschaft gewinnen

Gut 9.000 Menschen sind im Landkreis Osnabrück in der Ernährungswirtschaft sozialversicherungspflichtig beschäftigt, mit steigender Tendenz. Damit zählt die Branche zu den stärksten Wirtschaftszweigen in der Region. Und dies soll auch künftig so bleiben. Doch wie lassen sich in Zeiten des demographischen Wandels genügend qualifizierte Mitarbeiter finden? Mit dieser Frage beschäftigte sich jetzt der Workshop „Fachkräftesicherung in der Ernährungswirtschaft“ im Kreishaus Osnabrück.

Arbeitsmarktmonitoring sichert Erkenntnisse über die Entwicklung

Das Thünen-Institut aus Braunschweig war mit diesem Forschungsthema an den Landkreis Osnabrück herangetreten – und lief dort offene Türen ein. Denn die Kreisverwaltung hat das Thema der Fachkräftesicherung, nicht nur für die Agrar- und Ernährungswirtschaft, weit oben auf der Agenda stehen, sagte Landrat Michael Lübbersmann in seiner Begrüßung. So wird mittlerweile regelmäßig ein Arbeitsmarktmonitoring durchgeführt, das bereits Einblicke in die Strukturen ermöglicht sowie Herausforderungen der Branche benennt.

Fachkräftemangel oder Fertigkeitenmangel

Die Untersuchungen des Thünen-Instituts sind allerdings noch nicht abgeschlossen. Geleitet werden diese von Anne Margarian, die grundsätzliche Überlegungen benannte. So gilt etwa die Frage zu klären, ob tatsächlich ein Fachkräftemangel (also zu wenige Arbeitnehmer) oder ein Fertigkeitenmangel (genügend Arbeitskräfte, aber nicht ausreichend qualifiziert) vorliegt. Unabhängig davon seien externe und interne Mobilisierung zu unterscheiden: Mit ersterem ist etwa gemeint, dass sich Unternehmen bekannt machen und offensiv und professionell werben. Bei der internen Mobilisierung geht es hingegen darum, dass Arbeitsatmosphäre, Wertschätzung sowie Aus- und Weiterbildung stimmen. Das Thünen-Institut werde aus der Analyse Handlungsmöglichkeiten ableiten, kündigte Margarian an.

Mitarbeiterschulungen Selbstverständlichkeit

Verschiedene Punkte sind bereits von der Nortruper H. Kemper GmbH in Angriff genommen worden, verdeutlichte der Betriebsratsvorsitzende Werner Lager in seinem Impulsreferat. So sei es noch vor wenigen Jahren eher unüblich gewesen, Mitarbeiter regelmäßig zu schulen – was heute Pflicht und Selbstverständlichkeit sei. Die Ausbildung von jungen Menschen sei zu einem zentralen Baustein geworden. Auch schwächere Azubis würden eingestellt und erhielten umfassende Unterstützung, um sie zu einem guten Abschluss zu führen.

Nachholbedarf bei Unternehmen

Die Mitarbeiterpotentiale umfassend zu nutzen werde allerdings noch längst nicht von allen Betrieben wahrgenommen. Hier sei ein wesentlicher Ansatzpunkt, verdeutlichte Siegfried Averhage, Leiter des Geschäftsbereichs Wirtschaft und Arbeit beim Landkreis Osnabrück. Ein ganzes Bündel an möglichen Maßnahmen benannte Lübbersmann. Dazu gehören etwa Imagekampagnen der Branche, umfangreiche Begleitsysteme für Jugendliche oder das Einbinden von Bildungsträgern, um Weiter- und Fortbildung der Mitarbeiter zu stärken.

(Redaktion)


 


 

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