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Landkreis Osnabrück

Mehr Frauen in die Führungsetagen der deutschen Wirtschaft

Internationaler Frauentag fand im Kreishaus statt

Welche Fortschritte gibt es in der Gleichstellungspolitik? Und wo sind die Barrieren? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Internationalen Frauentags, zu dem sich Frauen aus Politik, Behörden, Verwaltung und Verbänden im Kreishaus trafen. Einig waren sich die Teilnehmerinnen, dass das neue Gesetz für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft ein wesentlicher Baustein für die Gleichstellung ist.

Monika Schulte, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Osnabrück, hatte zu der Veranstaltung eingeladen. Die Begrüßung der 130 Teilnehmerinnen übernahm der Erste Kreisrat Stefan Muhle. „Trauen Sie sich den Mund aufzumachen und auf Ungerechtigkeiten und Missstände hinzuweisen“, sagte Muhle. Die Frage „Was bewegt Frauen“ stand im Mittelpunkt seines Grußwortes. In diesem Kontext gab der Erste Kreisrat einen Überblick über die Situation in der Kreisverwaltung. Vieles sei in den vergangenen Jahren erreicht worden, es gebe aber immer noch Defizite, an denen man gemeinsam arbeiten müsse.

Auf die allgemeine Situation von Frauen im Beruf ging Kornelia Böert, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Wallenhorst, ein. So sei die heutige Frauengeneration die bislang bestqualifizierte. Dennoch verdiene sie für vergleichbare Tätigkeiten immer noch weniger als Männer und habe geringere Chancen für den beruflichen Aufstieg. Das neue Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern könne aber ein großer Schritt zu mehr Frauen in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft sein. Damit das neue Gesetz zu einem Erfolg werde, bedürfe es einer „glaubhaften und engagierten Unterstützung der Unternehmensleitungen“, sagte Böert.

Die Novellierung des Bundesgleichstellungs- und Bundesgremienbesetzungsgesetzes, die am gleichen Tag verabschiedet wurden, kritisierte Böert hingegen. Diese gingen einher mit einer beruflichen Verschlechterung von Frauen im öffentlichen Dienst: „Unverständlich bleibt, warum die Bundesregierung einen anderen Maßstab  an das eigene Handeln anlegt, als sie ihn von der Wirtschaft fordert“, sagte die Gleichstellungsbeauftragte.

Heide Oestreich, taz-Redakteurin für Geschlechterpolitik, spannte in ihrem Vortrag „Die Herausforderungen der Gleichstellungspolitik – was bewegt Frauen“, einen Bogen von den Anfängen der Frauenbewegung bis hin zur Festschreibung des Gender Mainstreaming als Leitlinie in der EU-Politik. Die Kreisarbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis forderte, dass die Gleichberechtigung von Frauen in unserer Gesellschaft weiterhin eingefordert werden müsse. Immer noch gebe es zahlreiche Baustellen, neben dem ungleichen Entgelt auch Altersarmut, Mini-Jobs oder zu wenige Frauen in der Kommunalpolitik. Deshalb unterstützt die Kreisarbeitsgemeinschaft das Mentoring-Programm „Politik braucht Frauen“ des niedersächsischen Sozialministeriums. Dies hat zum Ziel, dass mehr Frauen in der Kommunalpolitik mitarbeiten. Das Programm ermöglicht, dass Frauen über Fortbildungsreihen und Informationsveranstaltungen über ein Jahr den kommunalen Alltag kennenlernen und Kontakte knüpfen.

(Redaktion)


 


 

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