Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Finanzen
Weitere Artikel
Bundeskartellamt

"Verbindung zwischen Gazprom und RWE müsste man sich sehr genau ansehen"

Der russische Gazprom-Konzern müsste im Falle eines Einstiegs bei Deutschlands zweitgrößtem Energieversorger RWE mit erheblichen Hindernissen rechnen. Kartellamtspräsident Andreas Mundt sagte am Montag in Bonn: "Eine Verbindung zwischen Gazprom und RWE müsste man sich unter kartellrechtlichen Gesichtspunkten sehr genau ansehen."

Von Erich Reimann

Wenn ein großer Produzent wie Gazprom mit einem großen Händler wie RWE zusammengehe, sei dies nicht unproblematisch für den Wettbewerb, hieß es bei der Wettbewerbsbehörde - zumal Gazprom in Deutschland bereits zusammen mit BASF den Gasversorger Wingas betreibe. Eine Anfrage der Konzerne gebe es aber noch nicht. "Wir kennen bislang nur die Spekulationen aus der Presse", sagte Mundt.

Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums erklärte unterdessen, es lasse sich noch nicht einschätzen, ob eine mögliche Kooperation der beiden Energieriesen das Außenwirtschaftsgesetz berühre. Grundsätzlich sei Deutschland aber ein für ausländische Investoren offenes Land.

Der RWE-Vorstandsvorsitzende Jürgen Großmann hatte sich am Freitag in Paris mit Gazprom-Chef Alexey Miller getroffen und damit Spekulationen über eine Annäherung der beiden Konzerne angeheizt. Laut Gazprom diskutierten die Topmanager bei dem Treffen "die Aussichten für die gegenwärtige und die künftige Zusammenarbeit".

RWE schweigt zu Berichten

Der "Spiegel" und die "Süddeutsche Zeitung" berichteten allerdings danach, im Gespräch zwischen Großmann und Miller sei auch die Möglichkeit eines Einstiegs von Gazprom beim zweitgrößten deutschen Energieversorger selbst oder bei RWE-Tochterunternehmen ausgelotet worden.

Der russische Energiekonzern hatte bereits vor einigen Monaten sein Interesse signalisiert, künftig eine größere Rolle auf dem deutschen Markt zu spielen, etwa als Betreiber von Gaskraftwerken. Deutschland sei dafür aus Sicht von Gazprom der interessanteste Markt, sagte Miller schon im Juni.

Großmann sieht sich nach dem erzwungenen Ausstieg aus der Atomenergie unter Handlungsdruck. Um die hohe Verschuldung des Essener Konzerns in den Griff zu kriegen und Mittel für Investitionen zu beschaffen, plant er nicht nur milliardenschwere Unternehmensverkäufe, sondern sucht auch nach starken Partnern. Eine RWE-Sprecherin bestätigte allerdings lediglich, dass es Verhandlungen zur Revision der Gas-Lieferverträge gegeben habe. Zu "Spekulationen" über eine Beteiligung der Russen am Essener Konzern wollte sie sich nicht äußern.

Ohnehin hatte sich der Gazprom-Chef in den vergangenen Tagen nicht nur mit dem RWE-Vorstandsvorsitzenden getroffen, sondern auch mit dem Eon-Vorstandsvorsitzenden Johannes Teyssen und dem Chef des französischen Energieriesen GDF Suez, Gerard Mestrallet. Mit Eon sei über mögliche Gemeinschaftsprojekte bei der Energieerzeugung gesprochen worden, hieß es in Moskau. Weitere Details dazu wollte der Düsseldorfer Konzern auch auf Anfrage nicht nennen.

(dapd )


 


 

Gazprom
Deutschland
Düsseldorfer Konzern
Spekulationen
RWE
Energieriesen
Investitionen
Markt
LandRWE-Vorstandsvorsitzende Jürgen Großmann

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Gazprom" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: