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Lufthansa gerät ins Visier des Bundeskartellamtes

Die Lufthansa ist ins Visier des Bundeskartellamts geraten. Die Wettbewerbsbehörde geht dem Verdacht nach, dass sich Deutschlands größte Fluggesellschaft wettbewerbswidrig Einblick in die Preise und Konditionen ihrer Wettbewerber für Firmenkunden verschafft haben könnte, wie eine Behördensprecherin am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd sagte. Sie bestätigte damit einen Bericht der "Financial Times Deutschland".

Die Sprecherin sagte, die Behörde befrage derzeit Großkunden der Lufthansa, um den Sachverhalt aufzuklären. Der Verdacht: Die Lufthansa soll Verträge so ausgestaltet haben, dass Firmenkunden, um Rabatte zu erhalten, Einblick in die Preis- und Rabattgestaltung der Wettbewerber geben mussten. Die Kartellbehörde hält dies für wettbewerbsrechtlich problematisch.

Ein Lufthansa-Sprecher bestätigte, die Fluggesellschaft stehe schon seit geraumer Zeit wegen dieser Vorwürfe in Kontakt mit dem Bundeskartellamt. Wegen der laufenden Befragung wollte er inhaltlich nicht zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Den Vorwurf unlauteren Handelns weise die Fluggesellschaft aber zurück.

Daten von großer strategischer Bedeutung

Laut "Financial Times Deutschland" verlangte der Konzern von Unternehmen, die mit der Lufthansa Großkundenrabatte vereinbaren wollten, Zugriff auf alle Daten über Flüge, die die Unternehmen über Firmenkreditkarten gebucht haben - also auch über Flüge mit Wettbewerbern. Unter anderem hätten die Vertragspartner offenlegen sollen, welche Tarife sie etwa mit Air Berlin oder Air France-KLM ausgehandelt hätten. Einige Unternehmen hätten daraufhin auf eine Zusammenarbeit mit der Lufthansa verzichtet.

Die Zeitung berichtete, die abgefragten Daten seien von hoher strategischer Bedeutung. Über die Flugscheine der anderen Gesellschaften bekomme die Lufthansa Einblick in deren Preis- und Rabattpolitik. Dies könne es dem Konzern ermöglichen, auf bestimmten Strecken der günstigste Anbieter zu sein. Mittelfristig könne dies den Wettbewerb gefährden.

Untersuchungen noch am Anfang

Die Untersuchungen befinden sich nach Angaben des Bundeskartellamtes allerdings noch in einem frühen Stadium. Der Ausgang sei noch ungewiss. Sollte dem Marktführer am Ende wettbewerbswidriges Verhalten nachgewiesen werden, könnte die Fluglinie zur Unterlassung der Praxis verpflichtet werden. Auch Bußgelder seien möglich.

(dapd )


 


 

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