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  • 28.03.2012, 09:30 Uhr
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  • Dernbach/Frankfurt/Emden
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Gespräche mit Banken & Lieferanten

SIAG Schaaf- Insolvenzverwalter vermeldet erste Etappenerfolge

Im vorläufigen Insolvenzverfahren vermeldet die Muttergesellschaft der Emder Nordseewerke, die SIAG Schaaf Industrie aus Dernbach, erste positive Entwicklungen. Am Samstag hatte in Emden bereits ein politisches Krisengespräch stattgefunden, da die Nordseewerke erst im Jahr 2009 von Thyssen-Krupp an das Unternehmen verkauft worden waren und Emden Interesse am Fortbestand des Unternehmens hat. Die Nordseewerke haben bislang nicht Insolvenz beantragt.

„Das Ziel aller Beteiligten ist es, die Produktionsstandorte und den Unternehmensverbund nach Möglichkeit zu erhalten. Wir arbeiten hier gemeinsam an konstruktiven Lösungen und kommen jeden Tag ein Stück voran“, zog der vom Amtsgericht Montabaur bestellte vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Jan Markus Plathner nach den ersten Gesprächsrunden mit Banken, Lieferanten und Gläubigern vorläufig Bilanz.

Seit dem Insolvenzantrag am 19. März ist der Sanierungsexperte mit seinem Team dabei, den für die Produktion erforderlichen Materialfluss wiederherzustellen und die dafür nötigen
Mittel zu beschaffen. Derzeit läuft die Produktion im Werk Leipzig auf niedrigem Niveau, im Werk Finsterwalde wird sie in Kürze wieder aufgenommen.

Finanzierungslösung für Nordseewerke in Arbeit

Bei der nicht insolventen Tochtergesellschaft SIAG Nordseewerke GmbH läuft der Betrieb weiter. Die Gesellschaft sei von der Insolvenz nicht betroffen, heißt es von Seiten des Insolvenzverwalters. „Wir befinden uns in ersten Gesprächen mit der Nord-LB, um einen dauerhaften Erhalt der Nordseewerke zu ermöglichen“, so Plathner. Die niedersächsische Landesregierung habe demnach Unterstützung zugesagt. Letztere war bereits aktiv geworden als der vormalige Eigner Thyssen-Krupp den Verkauf des Standortes angekündigt hatte. Der Essener Stahlriese hält weiterhin einen Minderheitsanteil an den Nordseewerken, zieht sich aber aus dem zivilen Schiffbau zurück

Zuletzt war auch eine Abspaltung der Emder Tochtergesellschaftt  diskutiert worden. Der Insolvenzverwalter strebt allerdings an, die gesamte SIAG-Gruppe zu erhalten. In diesem Verbund sind 5 Gesellschaften angeschlagen.

Plathner: Gesamterhalt der Gruppe als formuliertes Ziel

Formuliertes Hauptziel des Insolvenzverwalters ist es, ein Konzept zu erstellen, dass einerseits die Fortführung ermöglicht und andererseits den Gläubigerinteressen im Insolvenzverfahren für die SIAG Schaaf Industrie AG Rechnung trägt.

In den fünf Gesellschaften der Unternehmensgruppe, die am 19. März Insolvenzantrag gestellt haben, sind insgesamt rund 440 Mitarbeiter beschäftigt. Für diese wurde laut Insolvenzverwalter eine Vorfinanzierung des ihnen zustehenden Insolvenzgeldes auf den Weg gebracht. „Wir gehen davon aus, dass diese Mitarbeiter in den nächsten zwei Wochen die ersten Zahlungen erhalten werden“, betonte Plathner.

In der gesamten SIAG-Gruppe sind über 1.800 Mitarbeiter beschäftigt. Auslandsgesellschaften von SIAG Schaaf sind nach Plathners Angaben nicht von der Insolvenz betroffen.

(Red. / oy)


 


 

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