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Protest vor dem Allianz-Gebäude

ber 1.000 Manroland-Mitarbeiter demonstrieren in Frankfurt

Sie klopfen gegen die gläserne Fassade des Allianz-Gebäudes, pusten immer wieder kräftig in ihre roten Trillerpfeifen, rufen "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut". Plötzlich knallt es. Ein paar Auszubildende haben Feuerwerkskörper gezündet.

Von Maren Hennemuth

Über 1.000 Offenbacher Mitarbeiter des insolventen Druckmaschinenherstellers Manroland sind am Donnerstag vor die Frankfurter Allianz-Niederlassung gezogen, um ihrer Wut über ihren drohenden Jobverlust lautstark Luft zu machen. Der Versicherungskonzern ist Hauptanteilseigner von Manroland.

Der weltweit drittgrößte Druckmaschinenproduzent hatte in der vergangenen Woche Insolvenzantrag gestellt. Etwa 6.500 Menschen arbeiten für das Unternehmen, davon rund 1.900 im Offenbacher Werk. Zahlreiche von ihnen sind dem Aufruf der IG Metall gefolgt, um für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze zu demonstrieren. Die Gewerkschaft spricht von 1.700 Teilnehmern, die Polizei von 1.000.

Michael Reber ist einer von ihnen. Seit 37 Jahren arbeitet er als Energieanlagenelektroniker bei Manroland, hat dort auch seine Ausbildung gemacht. Nun bangt er um seinen Job, erzählt der Offenbacher. "Ich hab' Familie. Sicher, eine Zeit lang ginge das schon. Aber was kommt danach?" Mit 51 Jahren sei es schwierig, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. "Und wenn ja, dann für die Hälfte vom Lohn ." Bitter sei auch der Zeitpunkt des Insolvenzantrages. "So kurz vor Weihnachten ist natürlich fies", sagt er.

Auszubildende bangen um ihre Zukunft

Unter den Demonstranten sind auch viele der rund 90 Lehrlinge des Offenbacher Werkes. Sie tragen grüne T-Shirts mit der Aufschrift "Azubis kämpfen für Manroland in Offenbach". Eine junge Frau sagt, es sei wichtig, Präsenz zu zeigen. Ihren Namen möchte sie wie viele andere lieber nicht nennen. Im Werk sei schon länger über die Zukunft des Druckmaschinenproduzenten spekuliert worden, berichtet sie. Der Insolvenzantrag am Freitag sei dann aber doch überraschend gekommen. "Jetzt haben wir natürlich Angst vor der Zukunft. Wenn es Manroland nicht mehr gibt, gibt es auch uns Azubis nicht mehr."

IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild spricht den Mitarbeitern auf der Kundgebung Mut zu. "Wir kämpfen gemeinsam dafür, dass Manroland in Offenbach eine Zukunft hat. Dass ihr Beschäftigte eine berufliche Perspektive habt", ruft er. "Eiskalt" sei entschieden worden, den Beschäftigten die "Zukunft abzuknipsen". Dabei seien die Produkte von Manroland führend auf dem Weltmarkt. "Wir wissen, dass MAN und Allianz durch Manroland über viele Jahre ein Schweinegeld verdient haben", sagt Schild. Es sei daher nicht hinnehmbar, dass das Unternehmen nun in die Insolvenz getrieben werde.

Mit der Kundgebung endet die Demonstration. Zurück bleiben Dutzende Plakate. Die Demonstranten haben sie auf den Balustraden aufgereiht. "Wir sind Manroland. Wir fordern eine Zukunft von der Allianz" steht in dicken, schwarzen Buchstaben darauf. Sie haben sie selbst gedruckt.

(dapd )


 


 

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