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Markenverband brachte EDEKA-Durchsuchung ins Rollen

Die Durchsuchung der EDEKA Zentrale in Hamburg durch das Bundeskartellamt ist vom Markenverband ausgelöt worden. Dazu Christoph Kannengießer, Hauptgeschäftsführer des Markenverbandes: „Die Einleitung eines kartellrechtlichen Ermittlungsverfahrens wegen des Missbrauchs von Nachfragemacht durch die EDEKA ist für uns nicht überraschend." Der Verband hat sich nach eigenen Angaben zuvor auch selbst erfolglos an EDEKA gewandt.

Durch die Übernahme des Discounters Plus hat die EDEKA seine Position als größtes und gegenüber seinen Lieferanten mächtigstes Handelsunternehmen weiter ausgebaut. EDEKA hat dies laut Markenverband zum Anlass genommen, von seinen Lieferanten ungerechtfertigte Forderungen zu erheben. Viele Markenhersteller seien jedoch EDEKA abhängig, weil sie auf das Unternehmen als Abnehmer nicht verzichten können, ohne in wirtschaftliche Not zu geraten, so der Markenverband weiter.Genau für diesen Fall setzt das Kartellrecht nachfragemächtigen Unternehmen Grenzen. Der Markenverband hatte die hohen Forderungen gegenüber dem Lebensmittelhändler EDEKA deshalb wiederholt als unangemessen und unzulässig beanstandet und sah sich nach eigenen Angaben schließlich zu einer Beschwerde beim Bundeskartellamt veranlasst. Das Bundeskartellamt ließ im Zuge dieser Ermittlungen auch die EDEKA-Zentrale in Hamburg durchsuchen.

Die fünf größten Einzelhändler in Deutschland vereinen rund 90% Marktanteil

Mit der Einleitung eines formellen Ermittlungsverfahrens und mit der Durchsuchung setzte das Kartellamt kürzlich auch öffentlich deutliche Schranken, denn die fünf größten Einzelhändler in Deutschland bringen nach Angaben des Markenverbandes einen Marktanteil von ca. 90% zusammen. Dem Verfahren kommt deshalb für den Wettbewerb grundsätzliche Bedeutung zu, da rechtswidrige Forderungen meist nicht schriftlich erhoben werden, und weil die betroffenen Lieferanten mit der Offenlegung kartellrechtswidriger Forderungen auch selbst sehr zurückhaltend sind. Deshalb ist für die Kartellbehörden die Aufklärung solcher Sachverhalte oft sehr schwierig. Dieser Problematik ist das Kartellamt letztlich mit der Durchsuchung der EDEKA-Zentrale begegnet. Der Markenverband ist die Spitzenorganisation der deutschen Markenhersteller. Die nach Verbandsangaben 400 Mitglieder erwirtschaften einen Markenumsatz im Konsumgüterbereich von über 300 Mrd. Euro und im Dienstleistungsbereich von ca. 200 Mrd. Euro in Deutschland. Zahlreiche Unternehmen wie Beiersdorf, Coca-Cola, Miele, Nestlé, Unilever, Ferrero, Kraft -Foods, Henkel, Bahlsen oder Dr. Oetker suind in ihm zusmmen geschlosen.

(Redaktion)


 


 

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