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Marketing

Facebook als Recruitingmaschine?

Über Nachwuchskräftegewinnung für Fortgeschrittene


Social Media ist in der Kommunikation mit Kunden und potenziellen Kunden in vielen Unternehmen ein fester Bestandteil. Nicht ohne Grund, denn rund zwei Drittel aller Deutschen sind in Social Media-Netzwerken unterwegs. Es gibt kaum eine Marke, die auf diesen Kanal noch verzichtet. Und die Großen haben im Zeitalter des (drohenden) Fachkräftemangels Social Media schon längst als Recruitinginstrument entdeckt und ein eigenes umfangreiches Karriereportal installiert.

Fehlende Manpower und Kompetenz in den Unternehmen

Aber wie ist es mit den kleinen und mittelständischen Unternehmen? Kennen und nutzen sie die "neuen" Möglichkeiten? Wirtschaftsingenieurin Monika Philipps-Herrmann von der Osnabrücker Werbeagentur Bieler & Weyer dazu: "Kleinen und mittelständischen Unternehmen fällt es häufig schwerer, die Möglichkeiten von Social Media überhaupt oder sogar vollständig zu nutzen. Der ganz normale Wahnsinn des Alltagsgeschäfts und fehlendes Know-how im eigenen Hause sind häufig die Gründe dafür, dass die Chancen neuer Medien nicht erkannt oder genutzt werden können. Das ist durchaus nachvollziehbar, denn schließlich kann nicht jedes Unternehmen eine eigene Marketingabteilung oder sogar einen eigenen Onlinemarketing-Experten beschäftigen. Aber dafür gibt ja schließlich externe Spezialisten."

Falsche Erwartungen an Social Media

"Klar, einige haben eine eigene Facebook-Seite. Oft wird versucht, diese dann als reines Vertriebsinstrument zu nutzen. Verbunden mit der anschließenden Enttäuschung darüber, dass das nicht funktioniert.", so die Osnabrücker Kommunikationsfachfrau weiter. "Für Recruitingmaßnahmen werden Facebook & Co. sehr selten genutzt. Schade eigentlich, denn klug geplant und umgesetzt, lassen sich über Social Media-Kanäle durchaus geeignete Nachwuchskräfte generieren."

Positives Beispiel aus der Praxis

Ein gutes Beispiel: Das Unternehmen Husen Stahlbau aus dem emsländischen Surwold. Husen trifft es doppelt schwer. Der Firmensitz ist sehr ländlich geprägt. Die nächste ernstzunehmende Stadt ist Papenburg (rund 10 km entfernt). Gleichzeitig suchte die Personalverantwortliche Marion Mühlfeld verzweifelt nach Auszubildenden zum Metallbauer, ein Beruf, der nicht zu den beliebtesten gehört. In der Vergangenheit wurden großflächige Anzeige zu horrenden Preisen gebucht. Ohne Erfolg. Firmenchef Wolfgang Husen und Marion Mühlfeld besprachen die Problematik mit Ihrer Agentur und die entwickelte ein kluges Konzept, das für Ausbildungs-Nachwuchs sorgen sollte.

Grundlage: Ein durchdachtes, zielgruppenorientiertes Konzept

Der Plan ist so einfach wie genial: Junge Menschen nutzen im Internet gerne Bewegtbildinhalte (Filme/Videos). Also wurde unter Einbeziehung der bereits rund 10 Azubis im Unternehmen ein Recruitingfilm geplant und realisiert. Darin berichten zwei Husen-Auszubildende über ihren Alltag bei Husen und über ihre Zukunftspläne. "Ehrlich, glaubwürdig und authentisch sollte der Film werden.", so Agenturchef und Wirtschaftspsychologe Dirk Bieler. "Kein künstliches Getue, keine gewollte und nicht gekonnte Jugendsprache - eine ehrliche, aber unterhaltsame Dokumentation mit Infotainment-Charakter - so kann es gelingen, junge Menschen auf dem Weg in das Berufsleben zu erreichen."

Über 20.000 Klicks

Gesagt, getan. Der fertige Film fand nicht nur husenintern großen Anklang. Ein guter Mediaplan mit relativ preiswerter, regionaler Ausspielung in den relevanten sozialen Medien bescherte dem Film hohe Klickraten: Über 30.000 Kontakte und über 20.000 Videoklicks erreichte der Film in den ersten Monaten. Und das Beste, er wirkt nachhaltig und kann auch in den folgenden Jahren eingesetzt werden. Personalchefin Marion Mühlfeld war begeistert vom Zuspruch und vor allem von den neuen, nicht gekannten Bewerberquoten. "Die jungen Leute aus der Region haben uns die Bude eingelaufen, um ihre Ausbildung in unserem Unternehmen zu beginnen. Auch in dem problembelasteten Beruf des Metallbauers. Und das von unserer Agentur vorgeschlagene Online-Bewerbungsformular wurde eifrig genutzt", so Mühlfeld.

Lieber mit Spezialisten

Werbeexpertin Monika Philipps-Herrmann mahnt jedoch: Die Erfahrung zeigt, dass Social Media und Onlinemarketing im Allgemeinen nicht nebenbei gemacht werden können. Und Online-Videos schon gar nicht. Es lohnt sich, mit Kommunikationsexperten zusammenzuarbeiten. Wenn Sie ernsthafte gesundheitliche Probleme haben, gehen Sie ja auch zu jemandem, der sich damit auskennt, zum Arzt. Wenn Sie Sorgen bezüglich des Nachwuchses im Unternehmen haben, sollten Sie genau so denken und handeln.

Natürlich sind Film und Social Media keine Wundermittel gegen den Fachkräftemangel. Und das, was bei Husen zwischen Emsland und Ostfriesland funktioniert hat, muss nicht automatisch auch woanders funktionieren. Aber das Beispiel macht deutlich, dass es sich lohnen kann, sich mit Spezialisten über das Thema auszutauschen und über die Möglichkeiten, die die neuen Medien bieten, nachzudenken.

Weitere Informationen erhalten auf der Internetseite der Agentur Bieler & Weyer oder auf der Internetseite von Husen Stahlbau.

(Redaktion)


 


 

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