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Unsicherheiten bei Opel durch rückläufigen europäischen Markt

Unsichere Zeiten bei Opel: Der Vorstandsvorsitzende Karl-Friedrich Stracke sagte am Dienstag in Genf vor Beginn des Autosalons, er wolle das Volumen in diesem Jahr trotz schwieriger Konjunktur halten.

Von Roman Keßler und Matthias Jekosch

"Wenn der Markt weiter absackt, dann wird es nicht möglich sein", sagte er aber. Opel und Vauxhall befänden sich in Gesprächen mit den Betriebsräten an allen europäischen Standorten. Es gehe darum, die Profitabilität kurz- und langfristig zu steigern. Ergebnisse erwartet er in zwei bis drei Monaten. Doch die IG Metall betonte bereits, mit Opel nicht über weitere Einsparungen verhandeln zu wollen.

"Opel hat kein Lohnkostenproblem", sondern eher ein Absatzproblem, sagte Aufsichtsratsmitglied Armin Schild, der die Gewerkschaft im Kontrollgremium vertritt. "Opel ist derzeit von allen Automobilunternehmen" in Deutschland das günstigste in seiner Lohnstruktur.

Besonders im Süden Europas, vor allem in Italien, sei es für Opel derzeit schwierig, Autos zu verkaufen, sagte Schild. Inzwischen hat die IG Metall auch Kontakt zu den gewerkschaftlich organisierten Kollegen beim französischen Autohersteller PSA Peugeot Citroën aufgenommen. Opels Mutterkonzern General Motors und PSA Peugeot Citroën hatten vor kurzem eine Kooperation angekündigt.

Opel-Chef will zur Lage der Arbeitnehmer nichts sagen

Stracke erhofft sich von der Zusammenarbeit viel. "Wir sind sehr, sehr froh über diese Allianz", sagte der Opel-Chef. Besonders könne bei den Materialkosten gespart werden. Außerdem sei geplant, mehr Modelle in kürzerer Zeit auf den Markt zu bringen.

Bei welchen Modellen es sogar eine gemeinsame Produktion geben könne, konnte Stracke noch nicht sagen. Dazu habe es noch keine Verhandlungen gegeben. "Wir wollen auch in Architekturen enger zusammenarbeiten, die sich Opel alleine gar nicht leisten könnten", sagte Stracke aber.

Experten sehen die Probleme von GM und PSA in Europa durch die Kooperation nicht gelöst. Beide Konzerne leiden unter Überkapazitäten. Die ließen sich beispielsweise durch die Produktion von Chevrolets in Opel-Werken abbauen. Eine mögliche Lösung wären aber auch Werksschließungen, entsprechend ging vor ein paar Wochen im Bochumer Werk die Angst vor einer Schließung um.

Immerhin versicherte Stracke, dass sich der Konzern an die bestehenden Verträge zur Standortsicherung der europäischen Werke halten werde. Diese laufen bis 2014. Allerdings klang es nach einer brüchigen Garantie. Denn gleichzeitig sagte Stracke, "das ganze Thema ist natürlich für uns insofern schwierig, als das Marktumfeld volatil ist".

IG Metall sieht Chancen und Risiken

Aus Sicht der Gewerkschaft bietet die Kooperation der beiden Autokonzerne Chancen und Gefahren. "Diese Risiken sind sichtbar", sagte Schild. "PSA hat Überkapazitäten, Opel hat Überkapazitäten. Da ist für jeden Gewerkschafter klar, dass das bedeuten kann, dass - sagen wir mal - Probleme zusammengelegt werden."

Zu möglichen Werkschließungen in Deutschland wollte Schild nichts sagen. Nach dem Werk Bochum gefragt sagte er: "Zu Gerüchten, die tausende meine Kollegen betreffen, will ich in der Tat nichts sagen."

(dapd )


 


 

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