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Loveparade in Duisburg

Mindestens 15 Tote bei Massenpanik

Großeinsatz für Rettungsdienste und Polizei in Duisburg. nachdem die Polizei das Gelände der Loveparade im Duisburger Güterbahnhof aus Sicherheitsgründen wegen Überfüllung geschlossen hatte, starben kurz darauf mehrere Menschen bei einer Massenpanik. Die Polizei versucht die Situation nun zu stabilisieren. Durch das Sommerwetter hatte die Loveparade in diesem Jahr sehr viel mehr Feiernde angelockt, als zuvor erwartet worden waren.

Von Onur Yamac

Nur wenige Minuten, nachdem die Duisburger Polizei über die Ticker der Nachrichtenagenturen die Schließung des Geländes gemeldet hatte, folgte bereits die niederschmetternde Folgemeldung: mehrere Tote.

Schließung des Geländes aus Sicherheitsgründen

Die aus Sicherheitsgründen notwendig gewordene Schließung des Geländes hatte eine unkontrollierbare Ansammlung von Menschen auf engestem Raum und somit noch größere Gefahren abwenden sollen. Durch die Schließung des Eingangs waren offenbar mehrere Menschen in der Menge stecken geblieben und aufgrund der Hitze und Enge ohnmächtig geworden. Für Rettungskräfte war zugleich kein Durchkommen. Die Polizei forderte die Besucher immer wieder mit Lautsprechern dazu auf, in Richtung Duisburger Innenstadt zurück zu gehen. Vergebens.

Nach Polizeiangaben soll es in einem Tunnel vor dem Eingang zum Gelände an der der Karl-Lehr-Straße in Duisburg schließlich zu einer Massenpanik gekommen sein, bei der nach aktuellem Stand mindestens mindestens 10 Menschen von den Massen überrant und getötet worden sind. 10 weitere Besucher werden noch reanimiert. 15 Personen sind der Einsatzleitung der Polizei als verletzt gemeldet worden. 

Loveparade: Fortführung für Einsatzkräfte besser


Das Abspielsymbol anklicken, um das Video zu starten:

Die Nachricht über die Toten hat viele Feiernde auf der Loveparade noch nicht erreicht. Die Großveranstaltung geht aktuell weiter. Aus einsatztaktischen Gründen kann eine kontrollierte Fortführung sinnvoller sein, als eine plötzliche Absage. In diesem Fall würde wieder ein plötzlicher Massenansturm von Menschen drohen, der die Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdiensten behindern und die Situation weiter erschweren würde.

+++Ergänzungsmeldung 19:10 Uhr+++

Die Einsatzleitung der Polizei in Duisburg hat inzwischen die Fortführung der Loveparade aus Sicherheitsgründen bestätigt . Zugleich öffnete man alle Notausgänge auf dem Gelände des Duisburger Güterbahnhofs, um Teilnehmern auf freiwilliger Basis das Verlassen der Veranstaltung zu ermöglichen.

+++Ergänzungsmeldung 19:40 Uhr+++

Wie die Polizei bestätigt, gibt es nach einer Massenpanik auf der Loveparade inzwischen mindestens 15 Tote (9 Frauen, 6 Männer) und bis zu 50 Schwerverletzte zu beklagen. Die nahe Autobahn A 59 wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt und zum Flucht- und Rettungsweg umfunktioniert.

+++Ergänzungsmeldung 19:50 Uhr+++

Der Vorfall hat sich an einem Zugang zum Veranstaltungsgelände abgespielt - viele Feiernde haben immer noch nichts davon mitbekommen und feiern ausgelassen weiter. Die Veranstaltung geht weiter (diese Information ist bestätigt). Das Handynetz vor Ort ist wegen Überlastung immer wieder gestört. Falls Angehörige per Handy nicht erreicht werden können, hat dies nach Einschätzung des Krisenstabs keinerlei Aussagekraft.

+++Ergänzungsmeldung 20:17 Uhr+++

Die Hotline für Angehörige ist derzeit überlastet. Bereits seit geraumer Zeit fahren keine Züge und Busse mehr in Richtung Duisburg, damit keine weiteren Feiernden heranströmen.

+++Ergänzungsmeldung 20:37 Uhr+++

Großer Andrang am Duisburger Hauptbahnhof. Viele Abreisende drängen in Richtung des Bahnhofs. Die Deutsche Bahn will 150 zusätzliche Sonderbusse organisieren, da die Zugkapazitäten derzeit nicht ausreichen. Die Feuerwehr Bonn hat laut WDR kurzfristig eine Notarztgruppe zusammengestellt und eine Fahrzeugkolonne ins Ruhrgebiet entsandt. Auch aus Oberhausen, Köln, Düsseldorf und weiteren Städten rücken vorsorglich Rettungskräfte an. Nach aktuellem Stand sind die bisherigen 15 Todesopfer offenbar abgestürzt und nicht überrannt worden. Das Veranstaltungsgelände am Güterbahnhof in Duisburg leert sich langsam, Gefahr für die Besucher besteht dort nicht. Lediglich der bisherige Ein- und Ausgang durch den Tunnel ist gesperrt. Teilnehmer können das Gelände weiterhin über andere Wege auf dem Gelände und die gesperrte Autobahn A 59 verlassen.

+++Ergänzungsmeldung 22:33 Uhr+++

Aus dem ganzen Land NRW treffen immer noch Seelsorger und Betreuer in Duisburg ein. Die Zahl der Todesopfer hat sich offenbar noch weiter erhöht.

+++Ergänzungsmeldung 23:00 Uhr+++

Gegen 23:00 Uhr wurde nun die Musik abgestellt und die Loveparade vorzeitig beendet. Zuvor hatten bereits mehrere DJs ihren Auftritt abgesagt. Am gesperrten Hauptbahnhof kommt es immer wieder zu Beeinträchtigungen des Zugverkehrs, weil Besucher an den Absperrungen vorbei auf die Bahnsteige gelangen wollen und der Zugverkehr deshalb immer wieder für kurze Zeit eingestellt werden muss.

(Red. / oy)


 


 

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1 Kommentar

von Unwichtig
25.07.10 00:33 Uhr
Katastrophe war vorhersehbar?!

Zuerst mein aufrichtiges Beileid. Was ich jedoch loswerden will ist:
den "Schreibtischmachern" dieses Events fehlte wohl jede Spur menschlicher Intuition(gesunden Menschenverstands), ist das "normal" in Deutschland?! Ändert was daran! Viele sind betroffen!!, auch ich, und es schmerzt, und es geht wohl so weiter...

 

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