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Nds. FrauenMedienPreis 2009

Sozialministerin Ross-Luttmann: „Die Frau ist heutzutage in vielen Rollen zu Hause“

Niedersachsens Sozial- und Frauenministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) hat kürzlich fünf Autorinnen und Autoren mit dem Niedersächsischen FrauenMedienPreis 2009 ausgezeichnet.

Gewinnerinnen und Gewinner der Sparte Fernsehen sind Gesine Enwaldt und Pia Busch sowie Bernd Böhlich. Im Bereich Hörfunk erhielt den Preis Dr. Gaby Mayr. Der journalistische Förderpreis ging in diesem Jahr an die Autorin Julia Schäfer.

"Die Rolle der Frau gibt es nicht. Die Frau ist heutzutage in vielen Rollen zu Hause", sagte Niedersachsens Sozial - und Frauenministerin Mechthild Ross-Luttmann anlässlich der Preisverleihung. "Die Wettbewerbsbeiträge zeigen Frauen als aktiv Handelnde und als positive Identifikationsfiguren. Aber sie zeigen auch, dass Frauen auch heute noch diskriminiert werden, zum Beispiel im Berufsleben. Die Medien können entscheidend dazu beitragen, in unserer Gesellschaft ein modernes, am Lebensalltag orientiertes Rollenbild von Frauen und Männern zu fördern."

Starke Frauen stehen im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt der preisgekrönten Fernseh- und Hörfunkbeiträge stehen starke Frauen mit Vorbildcharakter. Der Juliane Bartel Preis - benannt nach der 1998 verstorbenen Fernsehjournalistin - findet auch über die niedersächsischen Grenzen hinaus Beachtung. Sein Ziel ist es, die komplexe Lebenswelt der Frauen sichtbar zu machen. Rund 130 Fernseh- und Hörfunkbeiträge hatten die Jury in diesem Jahr erreicht. Davon entfielen 3 Hauptpreise auf den Bereich Fernsehen, 1 Hauptpreis sowie der Förderpreis auf den Bereich Hörfunk.

Die Hauptpreisträgerinnen erhalten neben dem Preisgeld eine Skulptur der Künstlerin Ulrike Enders. Insgesamt ist der Preis mit 12.000 Euro dotiert. Erst wenige Stunden vor der Auszeichnung hatte sich nach Veranstalterangaben  eine achtköpfige Jury auf die Siegerbeiträge geeinigt.

Die Jury selbst setzte sich aus prominenten Fachleuten zusammen. Diese Jahr waren dabei:

  • Silke Baumgarten (Redaktion Brigitte)
  • Helge Haas (Moderator und Journalist, Programmschef Radio Bremen Vier)
  • Lisa Ortgies (Moderatorin frau-TV, Journalistin und Autorin)
  • Franziska Stünkel (Regisseurin und Drehbuchautorin)
  • Bernd Tauber (Schauspieler)
  • Jörg Thadeusz (Journalist, Radio- und Fernsehmoderator und Schriftsteller)
  • Carmen Thomas (Journalistin und Autorin, 1. Moderationsakademie für Medien und Wirtschaft)
  • Anja Reschke (Moderatorin Panorama)

Die von der Jury prämierten Autorinnen und ihre Beiträge:

Hauptpreis Kategorie Informationssendung und Dokumentation:

  1. "Ausgestiegen – Das harte Leben der Ex-Huren" von Gesine Enwaldt (46 Jahre, Berlin), gesendet beim NDR
    Porträtiert werden vier Prostituierte, die versuchen, den Weg in das bürgerliche Leben zurückzugehen. Sie wollen in die Welt der "Soliden", wie sie es nennen, zurückfinden. Sie legen die Ursachen ihres Einstiegs in die Szene offen und plastisch dar, erzählen, wie sie sich als Prostituierte fühlen und sprechen über ihre Zukunftsperspektive.
  2. "Tumor im Test – Revolution in der Krebstherapie" von Pia Busch (44 Jahre, Berlin), gesendet beim RBB Weniger "Bauchentscheidungen" – dafür mehr Sicherheit. Das verspricht ein vieldiskutierter Tumortest zur Bekämpfung von Brustkrebs, der in Deutschland entwickelt wurde. Trotz guter Datenlage wird der Test (bisher) kaum angeboten. Die Folge: Patientinnen wird zu häufig eine möglicherweise entbehrliche Chemotherapie verabreicht.

Hauptpreis Kategorie Fernsehfilm und Serie:

"Mein Mann, der Trinker" von Bernd Böhlich (52 Jahre, Berlin), gesendet beim SWR (ARD).

Der Film zeigt die Lebenssituation eines gutsituierten Paares, deren wohlgeordnetes, scheinbar glückliches Leben eine gewaltige Erschütterung erfährt. Immer mehr Anzeichen deuten darauf hin, dass der Ehemann ein massives Alkoholproblem hat, das er lange erfolgreich vor seiner Frau und seiner Umwelt versteckt hat. Gegen seinen Willen nimmt sie den Kampf mit der Sucht ihres Mannes auf. Dabei kann sie auch der Frage nicht ausweichen, welchen Schmerz ihr Mann mit dem Alkohol betäubt. Schließlich findet sie heraus, dass ihr Mann seit Jahren eine Geliebte und mit ihr ein gemeinsames Kind hat. Ihre heile Welt zerbricht – sie muss handeln.

Hauptpreis Kategorie Hörfunk:

"Einseitige Spitze – Wie die deutsche Wirtschaftselite Fehlentscheidungen trifft" von Dr. Gaby Mayr (55 Jahre, Bremen), gesendet beim Deutschlandfunk und beim Saarländischen Rundfunk.

Das Feature beschäftigt sich mit dem Thema männlicher Entscheider in der Wirtschaft. Sie setzen nicht selten falsche Impulse in der Forschung und merken nicht, wenn ihre ebenfalls männlichen Entwicklungsabteilungen nur einseitig die männliche Kundschaft im Blick haben. Männer sind in den obersten Etagen der Wirtschaft fast immer unter sich, und das, obwohl wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass gemischte Teams oft bessere Ergebnisse erzielen und Unternehmen mit hohem Frauenanteil an der Spitze besser wirtschaften können.

Förderpreis:

"Verheiratet mit dem Vieh" von Julia Schäfer (26 Jahre, Köln), gesendet beim MDR

Wer rettet den unrentablen Betrieb vor dem endgültigen Aus? In der Lebensplanung der Ich-Erzählerin, die gleichzeitig die Autorin dieses spannenden Features ist, ist nicht vorgesehen, den Bauernhof des Vaters zu übernehmen. Auf gut getextete Weise wird hier ein Familienkonflikt zwischen Dorf und Stadt, Selbstverwirklichung und Selbstaufgabe gezeigt, der darüber hinaus auf exemplarische Weise auch zugleich einen Konflikt zwischen den Generationen darstellt.

(Redaktion)


 


 

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