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"Cash Pooling"-Vertrag verlängert

Kein Ende im Streit um Media-Saturn in Sicht

Europas größter Elektronikhändler Media-Saturn leidet weiter unter dem Streit seiner Eigentümer. Der Mehrheitseigentümer Metro und die Firmengründer Erich Kellerhals und Leopold Stiefel konnten sich auf einer mehr als zwölfstündigen Gesellschafterversammlung nicht auf die vom Management des Elektronikriesen angestrebte Übernahme zweier Online-Firmen - ibood und Rebuy - einigen, mit denen das Unternehmen seine schwache Internet-Präsenz ausbauen wollte. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dapd am Dienstag aus Gesellschafterkreisen.

Von Erich Reimann

Der Handelskonzern Metro werde jetzt prüfen, ob es eine andere Möglichkeit zum Erwerb der beiden Firmen gebe, hieß es in Unternehmenskreisen. Denn die Firmen passten sehr gut in das Verkaufskonzept von Media-Saturn. Im Umfeld von Kellerhals hieß es, der Firmengründer befürchte, dass sich das Management durch unnötige Zukäufe verzettele und lehne deshalb den Kauf ab.

Einen Kompromiss erzielten die Gesellschafter dagegen bei der anstehenden Verlängerung des "Cash Pooling"-Vertrages, der es der Metro erlaubt, zu günstigen Konditionen auf überschüssige Barmittel von Media-Saturn zurückzugreifen. Dabei geht es jährlich dem Vernehmen nach um bis zu 1,25 Milliarden Euro.

Kellerhals hatte ursprünglich gedroht, der Metro nur noch Zugriff auf ein Viertel der Barmittel zu ermöglichen. Im Gegenzug für die Verlängerung habe die Metro einer leichten Anhebung der Zinskonditionen zugestimmt, hieß es auf beiden Seiten. Außerdem könne künftig auch Media-Saturn im Bedarfsfall auf überschüssige Barmittel der anderen Metro-Töchter zurückgreifen.

"Wir fangen gerade erst an"

Die von der Metro ursprünglich angestrebte Suspendierung eines unter Korruptionsverdacht geratenen Managers wurde den Angaben zufolge von der Gesellschafterversammlung vertagt. Zunächst soll nun eine Sonderprüfung Licht in die angebliche Korruptionsaffäre bringen.

Ungeachtet einzelner Kompromisse geht der Machtkampf bei Media-Saturn aber unvermindert weiter. Ausgelöst wurde der offene Streit durch Metro-Chef Eckhard Cordes, als er die vertraglich verankerte Sperrminorität der Media-Saturn- Gründer Kellerhals und Stiefel juristisch zu Fall bringen wollte. Den Topmanager störte vor allem die Zögerlichkeit der älteren Herren bei der Expansion ins Internet und der Markterschließung in China.

Kellerhals betrachtete den Schritt des Metro-Chefs als Kriegserklärung und kämpft seitdem erbittert um seine Machtposition. In seinem Umfeld spricht man von einem "Enteignungsversuch" der Metro.

Der Versuch, das Vetorecht der Firmengründer vor dem Landgericht Ingolstadt zu kippen, droht inzwischen für Cordes zum Debakel zu werden. Denn er sorgt nicht nur für Krach im Unternehmen, darüber hinaus signalisierte das Gericht bei der mündlichen Verhandlung, dass die Aussichten für einen Erfolg des juristischen Befreiungsschlages eher schlecht stehen. Doch klein beigeben im Streit mit den Firmengründern will Deutschlands größter Handelskonzern dennoch nicht. "Wir fangen gerade erst an", hieß es im Unternehmen.

(dapd )


 


 

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1 Kommentar

von Mühlstein
02.09.11 17:16 Uhr
Das Geld stammt eh aus einer Quelle

Das Geld stammt eh aus einer Quelle
Also wenn nun die Metro entscheidet rebuy und ibood zu kaufen und sich dafür Gelder bedient, die aus Überschüssen der Media Saturn Holding stammen. Ist es dann nicht egal, wer letztendlich der Eigentümer ist. Ich meine dann könnte Media Saturn doch vernünftig sein und die Unternehmen gleich selbst kaufen. Zu dem ist Rebuy [editiert, die Red.] doch bereits eh in den Media Märkten vertreten.
Naja durch solche Machtkämpfe sehen wohl nur die Beteiligten durch.

 

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