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Jemen

Verstärkte Repressionen gegen Medien im Schatten des Anti-Terror-Kampfes

Reporter ohne Grenzen (ROG) beklagt, dass die jemenitische Regierung die internationale Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus in dem Land dazu missbraucht, noch massiver gegen Presse- und Meinungsfreiheit vorzugehen.

 Reporter ohne Grenzen (ROG) beklagt, dass die jemenitische Regierung die internationale Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus in dem Land dazu missbraucht, noch massiver gegen Presse- und Meinungsfreiheit vorzugehen.

Am Dienstag ist es nach Angaben der Organisation bei Protesten gegen das Verbot einer Zeitung in Aden im Süden des Landes zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Mehr als 200 Menschen seien der Aufforderung mehrerer jemenitischer Menschenrechtsorganisationen gefolgt und hätten sich am 4. Januar gegen 15:00 Uhr (Ortszeit) vor dem Sitz der Zeitung "Al Ayyam" versammelt. Die Teilnehmer hätten gegen die zwangsweise Schließung der Zeitung im Mai vergangenen Jahres und forderten deren Wiederöffnung. Wenig später sollen demnach auch Schüsse gefallen sein. Ein Mensch soll nach übereinstimmenden Medienberichten dabei getötet worden sein.

ROG: Mehrfach Zusammenstöße wegen "Al-Ayyam"

Seit dem Verbot von "Al-Ayyam" am 4. Mai 2009 wegen "Gefährdung der nationalen Einheit des Landes" kam es mehrfach zu Zusammenstößen zwischen jemenitischen Sicherheitskräften und Unterstützern des Blattes. Dabei sollen staatlichen Einheiten des Jemens am 13. Mai 2009 laut ROG sogar auf das Gebäude mit den Büros der Zeitung geschossen haben.

Am 15. Juli sei darüber hinaus ein Korrespondent der Zeitung, Anis Ahmed Mansur Hamida, zu 14 Monaten Gefängnis nach einem politisch motivierten Prozess wegen "Beeinträchtigung der nationalen Einheit" und "Separatismus" verurteilt. Der Journalist ist immer noch im Gefängnis.

Jemen geht gegen Separatisten vor

Auf der aktuellen Rangliste von "Reporter ohne Grenzen" zur Lage der Pressefreiheit weltweit steht der Jemen auf Platz 167 von insgesamt 175. Vor allem seit Mai 2009 beobachtet ROG eigenen Angaben zufolge eine rapide Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für Journalisten. Die Regierung versuche Medienmitarbeiter insbesondere an einer Berichterstattung über die Militäroperationen gegen Rebellen im Norden und über separatistische Bestrebungen im Süden des Landes zu hindern. Wer über solche sensiblen Themen berichtet, müsse körperliche Angriffe, Verhöre, Klagen, willkürliche Festnahmen, Entführungen und Einzelhaft fürchten, so ein ROG-Sprecher.

(Redaktion)


 


 

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