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Meinungen zum Aus für die Hertie-Warenhäuser

Das Aus für die Warenhäuser für Hertie hat in den Medien größtenteils zu verständnisvollen Reaktionen geführt. Insbesondere wurde in der Berichterstattung hervorgehoben, dass die klassischen Warenhäuser, die in der Vergangenheit den Anziehungspunkt für Innenstädte bildeten, in einer Krise stecken und sich wachsender Konkurrenz von Shopping-Centern ausgesetzt sehen. Es gibt vereinzelt Befürchtungen, dass Innenstädte durch das Aussterben der klassischen Warenhäuser veröden.

Märkische Oderzeitung: Aus für Hertie

Frankfurt/Oder. Über die Ursachen des Endes von Hertie wird viel debattiert. Aber schon die Bemühungen, die siechen Warenhäuser Karstadt (Arcandor) und Kaufhof (Metro) zusammenzuführen, zeigen, was die Stunde für die deutschen Kaufhäuser geschlagen hat. Allein seit der Jahrtausendwende haben die Kaufhausketten ein Viertel ihres Marktanteils im Einzelhandel verloren. Auch Hertie litt unter der krisenhaften Entwicklung bei den Warenhäusern, die durch Internethandel, Discounter oder Einkaufspassagen attraktivere Konkurrenten bekommen haben. Manche empören sich nun über einen britischen Investor, der sich durch den Hertiehäuser-Verkauf Gewinne erhofft. Das mag sein, aber auch diesen hat die Finanzkrise unter Druck gesetzt.

Westfalen-Blatt: Investoren wollen Gewinn mit Hertie-Immobilien machen

Bielefeld. Etwa hundert Jahre lang war das Kaufhaus die Einkaufsattraktion jeder größeren Stadt. Doch seit 20 oder 30 Jahren verliert es Marktanteile an die Konkurrenz . Riesige Einkaufszentren meist vor den Toren der Stadt halten eine viel größere Auswahl bereit. Zudem unterbieten die Discounter mit ihren Billigpreisen jedes Kaufhausangebot. Nicht zuletzt sind Supermärkte und das Internet als weitere Konkurrenten näher am Verbraucher. Doch nicht diese vielen Jäger führen nun zum voraussichtlichen Tod von Hertie. Trotz der schwierigen Situation, die durch die Wirtschaftskrise noch verstärkt wird, schreiben die meisten der 54 Hertie-Kaufhäuser schwarze Zahlen. Doch den Investoren genügt dies nicht. Sie erhoffen sich vom Verkauf der leergeräumten Immobilien eine schnelle und höhere Einnahme. Wenn sie sich da mal nicht täuschen! Die Diskussion um eine Fusion der Kaufhof-Häuser, zu denen Hertie bis 1993 gehört hat, mit Karstadt zeigt, dass hier nicht nur ein Konzern gescheitert ist; vielmehr kämpft die gesamte Branche ums Überleben.

Kölnische Rundschau: Das Ende von Hertie - ein herber Rückschlag

Köln. (Von Hermann Steveker) zum Ende von Hertie Die Warenhaus-Kette Hertie schließt endgültig ihre Pforten. Diese Nachricht ist eine Katastrophe für alle Beschäftigten des Unternehmens. Und diese Nachricht bedeutet das Aus für eine Traditionsmarke, die nach der 2007 erfolgten Wiederbelebung durch den britischen Eigentümer Dawnay Day doch eigentlich eine Zukunft als Nahversorger in mittleren und kleineren Städten haben sollte. Dass es für Hertie schwer wird, war allerdings von Anfang an klar. Wenn schon der Arcandor-Konzern mit seinen eigentlich besser positionierten, etwas größeren Karstadt-Warenhäusern bis heute auf keinen grünen Zweig kommt, wie sollte dies den bis vor vier Jahren zu Arcandor gehörenden verlustträchtigen Hertie-Filialen gelingen? Der Verkauf der früheren Karstadt-Kompakt- und heutigen Hertie-Häuser war für Arcandor schlicht ein notwendiges Mittel der Sanierung. Nach dem Motto: Weg mit den Renditekillern! Bei der Ex-Arcandor-Tochter SinnLeffers hat sich zwar gezeigt, dass durch das gedeihliche Zusammenspiel von Gesellschaftern, Gläubigern und Unternehmensführung eine Sanierung glückt. Nicht aber bei Hertie: Dawnay Day stand spätestens mit Ausbruch der Finanzkrise selbst das Wasser bis zum Hals, die Briten waren damit zu keinen Zugeständnissen mehr bereit. Hertie hätte nur durch hohe Investitionen in die Filialen und die Konzentration auf ein strafferes Sortiment eine Chance gehabt. Der Fall zeigt damit deutlich, dass Warenhäuser in ihrer bisherigen Form keine Zukunft haben. Der Versuch, mit möglichst vielen Produkten möglichst viele Kunden zu erreichen, kann nicht gelingen, weil die spezialisierten Fachketten in aller Regel ein übermächtiger Konkurrent sind. Und so wird in vielen Städten künftig ein wichtiger Magnet für Konsumenten und Besucher fehlen. Die Nachricht vom Hertie-Ende ist damit nicht nur eine Hiobsbotschaft für alle Mitarbeiter, sie bedeutet im Kampf gegen die Verödung der Citys im Lande auch einen herben Rückschlag

(Redaktion)


 


 

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