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Meinungen zum G 20-Gipfel in Pittsburgh

In den G 20-Gipfel in Pittsburgh sind große Hoffnungen gesetzt worden. Einige in den Gipfel gesetzte Erwartungen haben sich angesichts einer der schwersten Finanzkrisen der letzten Jahrzehnte auch tatsächlich erfüllen können. Positiv beurteilen die Kommentatoren insbesondere die stärkere Regulierung des Finanzsektors und schärfere Boni-Regelungen für Manager. Einzelne Stimmen kritisieren allerdings, dass die Verursacher der Krise nicht zur Kasse gebeten werden.

Westfalen-Blatt: Beschlüsse von Pittsburgh wecken Hoffnung

Bielefeld. Soviel Gemeinsamkeit ist nicht selbstverständlich. Doch angesichts der schlimmsten Finanz- und Wirtschaftskrise der vergangenenen Jahrzehnte rücken die 20 führenden Wirtschaftsnationen mit dem Gipfel von Pittsburgh enger zusammen. Sie wollen Verantwortung übernehmen und die globalen ökonomischen Probleme gemeinsam anpacken. Die Absicht ist lobenswert, die Beschlüsse wecken Hoffnung, dass die Politik doch lernfähig ist. Dabei sind die neuen Regelungen für millionenschwere Bonus -Zahlungen an Manager zwar nicht unwichtig, doch andere Beschlüsse wirken ungleich nachhaltiger, damit sich eine ähnliche Finanzkrise nicht so schnell wiederholt. Banken werden dazu gezwungen, ihr Eigenkapital zu erhöhen. Die Regierungen wollen nicht noch einmal dazu erpresst werden, mit Steuergeld systemrelevante Banken retten zu müssen. Endlich - wenn auch erst 2011 - soll auch in den USA "Basel II" wie in den EU-Staaten umgesetzt werden. Wenn diese Eigenkapitalregeln vor einem Jahr in den USA gegolten hätten - die Krise hätte nicht diese Ausmaße erreicht. Barack Obama übernimmt Verantwortung.

WAZ: Gipfel in Pittsburgh - Heilsamer Schock

Essen. (Von Thomas Wels) Man sollte von einem Gipfeltreffen nicht allzu viele gute Nachrichten erwarten. Weltfinanzsystem und das Klima retten - beides war zu viel für die Regierungschefs der 20 Industrie- und Schwellenländer. Dafür ist die sich abzeichnende Einigung bei Boni-Zahlungen und Kapital-Vorschriften ein großer Schritt nach vorne. Die USA haben die Wall Street und sehen sich als die Herren der internationalen Finanzstandards; die Briten haben die Londoner City, die zu einem Siebtel zur Wirtschaftsleistung der Insel beiträgt: Weltweite Finanz-Regeln schneiden tief in das bisherige Selbstverständnis der Angelsachsen. Der Schock, ausgelöst von Finanz-Alchimisten, entfaltet offenbar heilsame Wirkung: Keine garantierten Boni für Leute, die Risiken eingehen, die zum Zeitpunkt der Boni-Zahlung gar nicht abzuschätzen sind - gut so. Noch wichtiger für den Erhalt der Marktwirtschaft ist, die Banken nicht unbegrenzt wachsen zu lassen. Je größer das Haus, desto mehr teures Eigenkapital braucht es künftig als Fundament - nur so lässt sich verhindern, dass Hasardeure erneut die Bank zu Lasten der Steuerzahler verspielen.

Neue Osnabrücker Zeitung: Ermutigende Signale

Osnabrück. Historische Entscheidung: In Pittsburgh ist eine Art Weltwirtschaftsregierung ins Leben gerufen worden. Damit wird endlich vollzogen, was seit Jahren überfällig war. Denn die Globalisierung ist rasant fortgeschritten, die Weltwirtschaft engmaschig vernetzt. Die Finanzkrise hat das gerade wieder gezeigt. Sie schlug rund um den Erdball hohe Wellen. Umso bedeutender ist es, dass die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer sich zusammentun, um gemeinsam ökonomische Schutzdeiche zu errichten. Die Welt kann dadurch stabiler und sicherer werden. Ermutigend sind auch die Signale zur Regulierung der Finanzmärkte. Zwar bleibt die konkrete Umsetzung der Beschlüsse abzuwarten. Doch gehen die Entscheidungen, den Banken mehr Eigenkapital vorzuschreiben und Boni für Banker stärker vom Erfolg abhängig zu machen, in die richtige Richtung. Doch es gibt auch Versäumnisse. Wo bleiben zum Beispiel die Verbote hochriskanter Finanzprodukte? Und wann endlich werden mit einer Finanzmarktsteuer auch diejenigen zur Kasse gebeten, die den Karren in den Dreck gefahren haben? Es bleibt viel zu tun.

(Redaktion)


 


 

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