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Meinungen zum Kinderbericht der OECD

Die Veröffentlichung des jüngsten Kinderberichts der OECD wirft ein Schlaglicht auf die politischen Verteilungsmechanismen zur Familienförderung in Deutschland. Nicht das Kind und seine Entwicklung werde mit einer guten Betreuung gefördert, sondern der Geldbeutel der Eltern, lautet die einhellige Kritik der Kommentatoren.

Stuttgarter Nachrichten: Familienpolitik für die Katz

Stuttgart. Deutschlands Familienpolitik dient nicht dem Kind, sondern ist für die Katz. Es ist ein Armutszeugnis. Statt das einzig Sinnvolle zu tun, nämlich in den Ausbau von Betreuungseinrichtungen zu investieren, wird ein Großteil des Geldes durch Direktzahlungen verplempert. Natürlich freuen sich die meisten Eltern, wenn es Geld vom Staat gibt. Aber was ist mit den Kindern? Der staatliche Schuldenberg sprengt demnächst die Zwei-Billionen-Grenze. Jene, die uns nachfolgen, werden dafür auf die eine oder andere Art bezahlen müssen. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Deutschland versündigt sich an seinen Kindern.

Rhein-Neckar-Zeitung: Ineffektive Hilfen für Kinder

Heidelberg. (Von Christian Altmeier) Es erscheint auf den ersten Blick paradox: Weil Deutschland die staatlichen Hilfen für Kinder möglichst gerecht verteilen will, ist das Ergebnis deutlich ungerechter als in vielen anderen Staaten. Dabei gibt Deutschland vergleichsweise viel Geld für die Unterstützung von Kindern aus. Die Mittel werden aber nach dem Gießkannenprinzip auf fast 150 verschiedene Töpfe - vom Ehegattensplitting bis zum Ausbau der Ganztagsbetreuung - verteilt. Zudem profitieren von Direktzahlungen wie dem Kindergeld begüterte Eltern in gleichem Maße wie Bedürftige. Dies aber widerspricht dem eigentlichen Sinn staatlicher Hilfen, nämlich für eine Chancengleichheit aller Kinder zu sorgen. Die Zahlen belegen überdies, was kaum ein Politiker laut auszusprechen wagt: Das Geld, das an die Eltern gezahlt wird, kommt nicht in allen Fällen auch den Kindern zugute. Sinnvoller erscheinen daher Investitionen in Bildungs- und Betreuungsangebote, wie sie in den letzten Jahren bereits verstärkt erfolgt sind. Freilich verfolgt die Regierung damit ein anderes Ziel, nämlich die Steigerung der Geburtenrate. Zwar erweist sich bislang auch das als ineffektiv. Aber vielleicht tragen die Maßnahmen stattdessen zur Verbesserung der Chancengleichheit bei. Familienministerin von der Leyen könnte es so oder so recht sein.

(Redaktion)


 


 

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