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Kleiner Presse-Querschnitt

Meinungen zum Thema 60 Jahre Deutscher Gewerkschaftsbund

In unserem heutigen verkürzten Presse-Querschnitt gehen wir auf das 60-jährige Jubiläum des Deutschen Gewerkschaftsbundes ein. Erstaunlich empfinden alle Kommentatoren einstimmig, dass ausgerechnet der als wirtschaftsliberal geltende Bundespräsident auf der DGB-Jubiläumsveranstaltung so klar Position für eine Regulierung der Finanzmärkte und starke Gewerkschaften bezog.

Das Westfalen-Blatt: 60 Jahre DGB

Bielefeld. Der Termin war von DGB-Chef Michael Sommer geschickt gewählt. Wenige Stunden vor Beginn der Koalitionsverhandlungen hatte der Gewerkschaftsboss Gelegenheit, der versammelten Politprominenz aus Union und FDP bei der 60-Jahr-Feier des DGB seine Vorstellungen über die Regierungsarbeit der kommenden Jahre darzulegen. Wer Tarifautonomie und Streikrecht aushöhlen wolle, "wird bei uns auf Granit stoßen", warnte Sommer insbesondere in Richtung FDP. Dass eigentlich erst der 13. Oktober Gründungsdatum des DGB ist, übersah man wegen des passenden Auftrittstermins beim DGB geflissentlich. Auch Bundespräsident Horst Köhler sprang Sommer zur Seite. Seine Bemerkung, dass »der Markt nicht alles allein regelt«, wird dem DGB-Chef gefallen haben. Der frühere Direktor des Währungsfonds kritisierte in wohltuender Offenheit, dass schon wieder Hütchenspieler auf den Finanzmärkten mit unverantwortlichen Transaktionen unterwegs seien. Er richtete endlich auch den Blick auf die unbeantwortete Frage, wer denn die immensen Kosten der Krise zu tragen habe. Diese Antwort ist nicht nur die neue Bundesregierung schuldig.

Kölnische Rundschau: Kommentar zu 60 Jahren DGB

Köln. (Von Sandro Schmidt) Dass sich ausgerechnet der wirtschaftsliberale Bundespräsident zum 60. Geburtstag des DGB so klar auf die Seite der Gewerkschaften und gegen die "Hütchenspieler" an den Finanzmärkten wendet, lässt aufhorchen. In Zeiten internationaler Finanzjongleure, die das große Rad drehten, erschienen die Gewerkschaften wie Dinosaurier aus längst vergangener Epoche. Zumal sie international kaum wirksam agieren, im Weltmaßstab keine Gegenmacht gegen Fesseln sprengende globale Konzerne, "Heuschrecken"-Investoren oder Staatsfonds bilden konnten. Die vielfache, berechtigte Klage über die Auswüchse des Kapitalismus zeigt, dass trotz allen Mitgliederschwunds die Arbeitnehmerorganisationen noch nicht überflüssig geworden sind. Das sieht offenbar auch Horst Köhler so. Für die Gewerkschaften wird sich unter Schwarz-Gelb Empörungspotenzial wieder leichter organisieren lassen. In den letzten 60 Jahren sind sie mit ihrer Macht fast durchweg verantwortungsvoll umgegangen. Nichts spricht dafür, dass sich dies ändert. Um sein letztlich auf Konsens angelegtes gesellschaftliches Modell wird Deutschland (nahezu) weltweit beneidet.

(Redaktion)


 


 

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