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Meinungen zur jüngsten US-Reisewarnung für Deutschland

Große Verunsicherung herrscht nach der jüngsten Reisewarnung des US-Außenministeriums. Angesichts der besonders scharfen Sicherheitsvorkehrungen an vielen öffentlichen Orten im Bundesgebiet verstärkt sich die Sorge vor Anschlägen in Deutschland. Anlass der US-Reisewarnung ist explizit ein Droh-Video des Islamisten Bekkay Harrach. Die Medienkommentatoren gehen zwar größtenteils auf die zugespitzte Bedrohungslage ein, mahnen aber zur Gelassenheit, da das Video womöglich nur Ängste schüren soll. Auch Politiker weisen eine erhöhte Terrorgefahr entschieden zurück.

Rheinische Post: Unheimliche Terror-Drohung

Düsseldorf. Panzerwagen am Düsseldorfer Flughafen, Polizisten mit Maschinenpistolen auf Patrouille. Es bedarf nicht der jüngsten Warnung des US-Außenministeriums, um zu erkennen, dass die Gefahr eines Anschlags in Deutschland unheimlich konkret geworden ist. Die Al-Qaida-Bomben 2004 in Madrid haben Spaniens Wahlen beeinflusst. Am Ende stand sogar der Abzug aus dem Irak. Das Drohvideo des Bonner Islamisten Harrach, der zum Netzwerk um Osama bin Laden gehört, zielt in die gleiche Richtung: Es soll den deutschen Rückzug aus Afghanistan erzwingen. Auch wenn wir es gern verdrängen: Deutschland ist längst im Visier der "Gotteskrieger" und hat bislang einfach nur Glück gehabt. Die Zünder der "Kofferbomber" waren falsch eingestellt; vor der "Sauerlandgruppe" warnte der US-Geheimdienst rechtzeitig. Perfekt deutschsprachige Islamisten-Webseiten und dubiose Prediger-Videos "made in Germany" sind nur zwei Hinweise darauf, dass mitten unter uns eine Zeitbombe tickt. Vor Terroristen gibt es leider keinen hundertprozentigen Schutz; eine Industrienation wie Deutschland ist zu verletzlich. Doch das Drohvideo, auf das sich die Amerikaner beziehen, könnte sich am Ende auch als bloße Angstpropaganda entpuppen. So oder so ist die Präsenz der Polizei also die richtige Reaktion: verstärkte Wachsamkeit statt zielloser Aufgeregtheit.

Ostsee-Zeitung: USA warnen vor Reisen nach Deutschland

Rostock. Dass Deutschland im Fadenkreuz von Terroristen steht, ist nun wirklich nicht neu. Die vereitelten Anschläge der Kofferbomber und der Sauerland-Gruppe machen deutlich: Es handelt sich nicht nur um Sprechblasen, sondern die Gefahr lauert in unserer Nachbarschaft. Wir müssen das Risiko ernst nehmen. Unverantwortlich ist allerdings die Warnung der USA vor Reisen nach Deutschland. Es gibt nämlich keine Hinweise auf eine besondere oder neue Bedrohung gegenüber Amerikanern. Die sind hier vielmehr sicherer als in vielen Städten daheim. So erweist man einer seriösen Sicherheitsanalyse einen Bärendienst, weil die Grenze zwischen echter und vermeintlicher Terrorgefahr verwischt wird.

Neue Osnabrücker Zeitung: Wenig Neues

Osnabrück. Deutschland liegt im Fadenkreuz islamistischer Terroristen - das gilt vor einer Bundestagswahl mehr denn je. Diese Erkenntnis ist wahrlich nicht neu, sie gilt seit Monaten. Auch die jüngsten Reisehinweise aus Washington und London haben daran nichts geändert. Auf eine neue, zugespitzte Bedrohungslage in Deutschland lassen die vagen Warnungen nicht schließen. Amerikaner und Briten haben ihre Bürger rein vorsorglich über mögliche Risiken informiert, die ihnen in deutschen Großstädten drohen könnten. Das gehört zum üblichen Geschäft eines Außenamtes und unterscheidet den Reisehinweis von der Reisewarnung, die erst dann ausgesprochen wird, wenn tatsächlich akute Gefahren drohen. Dennoch ist es verständlich, wenn bei vielen Menschen ein mulmiges Gefühl bleibt. Damit aus der Sorge keine Panik wird, müssen die Sicherheitsbehörden weiterhin besonnen und umsichtig auf die angespannte Lage reagieren. Auf Risiken hinweisen, ohne Ängste zu schüren. Dieser Spagat ist in den vergangenen Monaten gelungen. Daneben tun Polizei und Geheimdienste hinter den Kulissen alles Erdenkliche, um eine Katastrophe zu verhindern. Beim Zugriff auf die Sauerland-Zelle haben deutsche und ausländische Ermittler 2007 bewiesen, dass sie ihr Geschäft verstehen. Für allzu düstere Szenarien besteht also kein Anlass. Wer sie an die Wand wirft, fördert nur das Propaganda-Geschäft der Terroristen.

(ots)


 


 

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