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Arbeitslosigkeit

Sommerdelle lässt Wert im Juli steigen - 46.000 Menschen mehr ohne Job

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist bedingt durch die übliche Sommerflaute leicht gestiegen. Im Juli waren 46.000 Menschen mehr ohne Job als im Juni, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag bekanntgab. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Arbeitslosenzahl um 247.000 auf 2,939 Millionen. Dies sei der niedrigste Wert in einem Juli seit der Wiedervereinigung, sagte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt am Donnerstag in Nürnberg.

Von Ralph Bauer

Der Anstieg im Vergleich zum Vormonat führte Alt allein auf jahreszeitliche Gründe zurück. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im Vergleich zum Juni um 0,1 Prozent auf 7,0 Prozent. Dies sei mit quartalsbedingten Kündigungen zu erklären. Außerdem meldeten sich viele Jugendliche nach dem Schul- oder Ausbildungsende arbeitslos, sagte Alt. Zudem würden in vielen Branchen Einstellungen bis nach den Sommerferien verschoben.

Die Wirtschaft stabilisiere sich nun "auf hohem Niveau", sagte Alt. Die BA rechnet nach seinen Angaben im Jahresdurchschnitt weiter mit einer Arbeitslosenzahl von 2,9 Millionen. Die Drei-Millionen-Marke werde wohl nicht mehr überschritten. Für 2012 erwartet Alt einen Jahresschnitt von 2,7 Millionen Arbeitslosen.

Unsicherheiten gebe es noch durch die Lage auf den internationalen Finanzmärkten, speziell durch die Haushaltsprobleme der USA und Griechenlands. "Ich sehe in der aktuellen Entwicklung des Arbeitsmarktes hier aber keine Auswirkungen", sagte Alt.

Chancen auf Zuwanderung durch Krise in Südeuropa

Finanzvorstand Raimund Becker sieht in der Wirtschaftskrise in Südeuropa auch Chancen auf Zuwanderung in den deutschen Arbeitsmarkt. Etwa in Spanien gebe es großes Interesse, was die steigenden Anmeldungen zu Sprachkursen des Goethe-Instituts belegten. Speziell im Ingenieurbereich entwickele "sich etwas". Becker forderte von der Bundesregierung eine Lockerung der Regeln für die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte.

Seit Mai seien im Rahmen der Freizügigkeit nur 8.000 Menschen auf den deutschen Arbeitsmarkt gekommen, speziell nach Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. "Der Run auf Deutschland hat nicht stattgefunden", sagte Becker. Die Zuwanderung habe sich vor allem in den Bereichen Landwirtschaft, Bau sowie Hotel- und Gaststättengewerbe ausgewirkt. Alt nannte den bisherigen Erfolg der Freizügigkeit aus den osteuropäischen Staaten "sehr mäßig".

Rückgang der Kurzarbeit entlastet Finanzen der BA

Die Zahl der Kurzarbeiter lag im Mai nach Angaben Beckers bei rund 95.000. "Das ist in einem Bereich, wo Kurzarbeit normal ist", sagte der BA-Vorstand. Im Juli 2010 seien es bedingt durch die Wirtschaftskrise noch 467.000 gewesen.

Der Rückgang der Kurzarbeit entlastet die wirtschaftliche Situation der BA. Statt 5,4 Milliarden werde die Agentur nur 1,9 Milliarden Euro Verlust in diesem Jahr machen, prognostizierte Alt.

Zwischen den alten und neuen Bundesländern zeigte sich im Juli eine analoge Entwicklung. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Juni jeweils um 0,1 Punkte auf 5,9 Prozent im Westen und 11,0 Prozent im Osten. Den Bestwert erreichte wiederum Bayern mit 3,5 Prozent vor Baden-Württemberg mit 3,9 Prozent. Schlusslicht ist Berlin mit 13,5 Prozent hinter Mecklenburg-Vorpommern (11,7) und Sachsen-Anhalt (11,3).

(dapd )


 


 

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