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Merkel in Oslo

Deutschland und Norwegen feilen an Energiepartnerschaft

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Für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist es schon der zweite Norwegen-Besuch binnen weniger Wochen. Erst im Dezember war sie dort, als der Europäischen Union der Friedensnobelpreis verliehen wurde. Am Mittwoch standen in Oslo nun Gespräche mit dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg an. Es ging dabei neben den üblichen europapolitischen und bilateralen Fragen auch um das Thema Energiepolitik.

Von Thomas Hug

Deutschland will weg von der schmutzigen Kohle und muss den Ausstoß von Klimagasen in den nächsten Jahren reduzieren. Bei einem erhöhten Gasverbrauch bietet sich Norwegen als idealer Partner an. Norwegen ist nach Russland der zweitgrößte europäische Erdgasexporteur, sieht sich aber als wesentlich stabileren und verlässlicheren Partner.

Die rasante Entwicklung und neue Gas- und Erdölfunde in der arktischen Barentssee machen Norwegen darüber hinaus noch interessanter. Das Gasfeld "Snöhvitt" (Schneewittchen) ist bereits in Produktion. Schon 2006 nahm der damalige norwegische Außenminister Jona Gahr Stöhre seinen deutschen Kollegen Frank Walter Steinmeier mit nach Hammerfest und zeigte ihm die gewaltige Produktionsanlage. Dort wird das Erdgas vom "Snöhvitt"-Feld in Flüssiggas umgewandelt und dann in riesigen Tankschiffen auf die Märkte transportiert.

Neue Gasfunde in Skandinavien

Inzwischen sind in der arktischen Barentssee, nördlich von "Snöhvitt", neue große Funde gemacht worden. "Skrugard" und "Havis" sind zwar hauptsächlich Erdölfelder, doch diese beiden großen Funde haben die Hoffnung auf weitere Vorkommen, auch von Gas, im Arktischen Meer wesentlich erhöht.

2010 hatten Norwegen und Russland ihre Meeresgrenzen nach über 30 Jahre langen Verhandlungen endlich festgelegt. Damit eröffnen sich für Norwegen im Osten des Barentsmeers völlig neue Möglichkeiten für große Erdöl- und Erdgasfunde. Die Erwartungen sind enorm.

Strategischer Rückhalt

Eine Partnerschaft mit Deutschland ist für Norwegen auch von strategischer Bedeutung. Viele der neuen Funde im südöstlichen Barentsmeer werden im Grenzgebiet zu Russland erwartet oder sind gar grenzüberschreitend. Da kann es für das kleine Norwegen von Vorteil sein, einen gewichtigen europäischen Partner wie Deutschland an der Seite zu haben. "Auch wenn das Grenzabkommen von 2010 Richtlinien enthält, wie die Ressourcen in solchen Fällen verteilt werden sollen, könnte für Norwegen ein Vorteil sein, einen schwergewichtigen ausländischen Partner im Rücken zu haben", sagte Forscher Arild Moe vom norwegischen Fridtjof Nansen-Institut im norwegischen Radio NRK. Nach Angaben dieses Senders sind die staatliche norwegische Erdölgesellschaft Statoil und der deutsche Energiekonzern Wintershall bereits in Gesprächen.

Norwegen als Deutschlands Batterie

Die Energiepartnerschaft zwischen Norwegen und Deutschland erstreckt sich nicht nur auf den Erdgassektor. Norwegen produziert nahezu 99 Prozent seiner elektrischen Energie mit Wasserkraft und verfügt über viele große Speicherkraftwerke. Deutschland, das in Zukunft mehr Energie aus erneuerbaren Quellen produzieren will, ist daran interessiert, bei Überschüssen diese Energie in den norwegischen Speicherkraftwerken durch Zurückpumpen von Wasser zu lagern und bei Bedarf wieder abzurufen. Die norwegische Energiegesellschaft "Statkraft" legt bereits neue unterseeische Stromkabel nach Europa, damit Norwegen in Zukunft als "Batterie" für Deutschland und Europa wirken kann.

(dapd)



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Bild Nr. 1 © Tennet


 

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