Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Finanzen
Weitere Artikel
Metro und MAN deklassiert

Continental und Lanxess werden erstmals im Dax gelistet

Deutschlands wichtigster Aktienindex Dax erlebt die größte Neuordnung seit Jahren: Der Handelskonzern Metro und der Lkw-Hersteller MAN fliegen aus dem prestigeträchtigen Leitindex heraus. Ihr Plätze in der Börsen-Bundesliga gehen an den Autozulieferer Continental und den Chemiekonzern Lanxess. Die Veränderung wird zum 24. September wirksam, wie die Deutsche Börse am Mittwochabend in Frankfurt am Main mitteilte.

Von Erich Reimann

Der Dax spiegelt seit 24 Jahren die Entwicklung der 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse wider. Für große Konzerne ist die Dax-Mitgliedschaft gleich aus zwei Gründen wichtig: Sie garantiert die Aufmerksamkeit internationaler Anleger. Außerdem orientieren sich zahlreiche Fonds bei ihren Aktienkäufen an der Zusammensetzung des Leitindex.

Für Continental ist es ein Comeback. Erst vor vier Jahren hatte der Konzern die erste Liga der deutschen Konzerne verlassen müssen, weil nach dem Einstieg des damaligen Konkurrenten Schaeffler die Zahl der frei gehandelten Aktien für eine DAX-Notierung nicht mehr ausreichte. Doch reduzierte Schaeffler seine Beteiligung inzwischen wieder deutlich. Continental-Chef Elmar Degenhart sagte am Donnerstag: "Wir freuen uns sehr über unseren Wiederaufstieg in die Klasse der wertvollsten Unternehmen an der Deutschen Börse ."

Aufsteiger und Absteiger verzeichnen Kursgewinne

Auch Lanxess war schon einmal im Dax vertreten - allerdings nur einen Tag lang nach der Abspaltung vom Mutterkonzern Bayer. Bayer hatte 2005 in das Tochterunternehmen seine margenschwachen Chemiegeschäfte ausgelagert und abgespalten. Doch gelang es dem Lanxess-Management durch ein hartes Sanierungsprogramm und einen konsequenten Konzernumbau, das anfangs eher ertragsschwache Unternehmen auf Erfolgskurs zu bringen. Konzernchef Axel Heitmann betonte, die Aufnahme in den Dax sei für Lanxess "ein stolzer Augenblick und zugleich eine Herausforderung, unseren Kurs des profitablen Wachstums weiterhin konsequent fortzusetzen".

Der Metro-Konzern büßte mit seinem Ausscheiden aus dem Dax vor allem für die schlechte Entwicklung des Aktienkurses. Seit Anfang 2011 büßte die Metro-Aktie mehr als die Hälfte ihres Wertes ein. Metro-Chef Olaf Koch sprach in einem Mitarbeiterbrief von einer schmerzhaften Entscheidung. Der aktuelle Aktienkurs spiegele "in keiner Weise die Leistungsstärke und das Potenzial der Metro Group wider". Er reflektiere nicht einmal den Wert der Metro-Immobilien. Der Konzern müsse nun durch operative Erfolge das verlorene Vertrauen an den Kapitalmärkten zurückgewinnen. Ziel sei es, den Platz im Dax zurückzuerobern, schrieb Koch.

Dem Lastwagenhersteller MAN wurde vor allem das wachsende Engagement von Volkswagen zum Verhängnis. Der Wolfsburger Konzern hält inzwischen rund drei Viertel der MAN-Anteile. Dadurch sank der für die Zulassung zum Dax entscheidende Streubesitz zuletzt unter die notwendige Marke. Die Aktien von MAN und Metro werden künftig im MDax gelistet.

Die Börse reagierte gelassen auf die bereits seit einiger Zeit erwartete Entscheidung. Sowohl die Aufsteiger als auch die Absteiger verzeichneten bis zum Nachmittag Kursgewinne.

(dapd)


 


 

Dax
Konzern
Aktien
Absteiger
Entscheidung
Entwicklung
Aktienkurses
Metro

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Dax" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: