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Gewerkschafts-Chefin

"Die Meyer Werft steht besser da, als andere Werften"

Im Gespräch mit Business-on.de kürzlich Jutta Blankau von der IG Metall Küste in Oldenburg Stellung zur aktuellen Situation auf den Werften im Nordwesten. Hierbei sagte sie auch, dass die Meyer Werft im Papenburg im Gegensatz zu anderen Werften im Nordwesten vergleichsweise gut dastehe.

Die Aufträge der Papenburger Meyer Werft seien bis 2012 durchfinanziert, so die Bezirks-Chefin. Probleme habe hingegen die Rolandwerft in Berne (Landkreis Wesermarsch), da sie die kleineste Werft innerhalb der Hegemann-Gruppe sei und einige der gebauten Schiffe nicht abgenommen worden seien, so die Gewerkschafterin.

Bezüglich der Nordseewerke erklärte Blankau, dass dort nach der Übernahme durch SIAG Schaaf Industrie trotz der neuen Schwerpunktsetzung auf Über- und Unterwasserstrukturen von Offshore-Anlagen weiterhin Schiffe gebaut würden. Thyssen Krupp bleibe mit 20 Prozent beteiligt.

Bei der Werft Blohm + Voss in Hamburg soll Investor Abu Dhabi MAR 80 Prozent der Anteile von Thyssen Krupp übernehmen, bei den auf den Bau von U-Boot mit Brennstoffzelle spezialisierten HDW Howaldtswerken in Kiel, steht eine Beteiligung von 24,9 Prozent im Raum. Da die Anteilsschwelle von 25 Prozent nicht erreicht werde, müsse die Bundesregierung der Beteiligung am rüstungswichtigen Unternehmen nicht zustimmen, sagte Blankau. Sollte es bei HDW in Kiel gut laufen, so könnten die Nordseewerke jedoch auch künftig von Arbeitspaketen profitieren.

Thyssen Krupp spricht von Erholung

Interesse hat Abhu Dhabi MAR auch am TKMS-Unternehmen Hellenic Shipyards (HSY) in Griechenland. Dort sitzt man auf Rechnungen in dreistelliger Millionenhöhe, da mehrere gebaute U-Boote nicht verkauft werden konnten. Bei HSY werden in Zusammenarbeit von Bombardier Transportation und Siemens auch Eisenbahntriebwagen gefertigt.

Bei Thyssen Krupp selbst ist man derweil mit der Sanierung des Konzerns beschäftigt. Neben den um Milliarden ausufernden Kosten für zwei neue Stahlwerke in Brasilien und in den USA, konnte man den Aktionären zuletzt auch eine positive Nachricht präsentieren: die Auftragslage erhole sich langsam wieder, ließ die Konzernspitze am Donnerstag vergangener Woche bei der Hauptversammlung in Bochum verlauten.

Sondierungsgespräche mit Nordmetall

Nach Blankaus Worten gab es Anfang Dezember 2009 mit dem Arbeitgeberverband Nordmetall ein erstes Sondierungsgespräch. Am vergangenen Montag kamen beide Seiten zu einem weiteren Treffen in Bremen zusammen. Bis Anfang Februar soll nun geklärt werden, ob es zu neuen Tarifverhandlungen kommt. Die Gewerkschaft IG Metall hat dem Arbeitgeberverband Nordmetall hierzu Vorschläge gemacht.

Insbesondere die Frage der Sicherung von Arbeitsplätzen in der Maritimen Wirtschaft treibt die Gewerkschafter an. Zunächst soll aber auf Instrumente wie Kurzarbeit und Altersteilzeit zurückgegriffen werden. Zugleich fordert man einen Teillohnausgleich, wo Kurzarbeit nicht mehr möglich ist. Der Gesetzgeber soll diesen Lohnausgleich auch möglichst von der Steuer befreien, wünschen sich die Gewerkschafter. 

Fehlende Aufträge auf den Werften

Die Aussichten für die Werften in den kommenden zwei Jahren schätzte Blankau im Gespräch Business-on.de durchwachsen ein. Während jene Werften, die auf den Spezialschiffbau spezialisert seien, weniger betroffen seien, träfe die Flaute andere nicht-spezialisierte Werften umso härter.

Werften wie die Meyer Werft seien zudem über mehrere Jahre hinaus ausgelastet, während kleinere Werften je nach Auftragslage arbeiteten, sagte sie. Diese müssten derzeit um Aufträge kämpfen. "Die Meyer Werft steht besser da, als andere Werften," so Blankau.

(Onur Yamac)


 


 

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