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Niedersächsische Häfen

Umschlagvolumen im Seeverkehr lag 2009 bei 52,420 Millionen Tonnen

Niedersachsens Seehäfen verbuchten für 2009 ein Umschlagsergebnis im Seeverkehr in Höhe von 52,420 Millionen Tonnen und damit erheblich weniger als in den Vorjahren. Dies gab kürzlich Niedersachsens Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) bei der Jahrespressekonferenz der Seehäfen in Oldenburg bekannt.

"Auch an den Niedersächsischen Seehäfen ist die Wirtschaftskrise nicht spurlos vorbeigegangen", räumte Andreas Bullwinkel, Geschäftsführer der Hafenmarketinggesellschaft Seaports of Niedersachsen ein. Rückläufige Zahlen gab es in mehreren Gütergruppen, insbesondere der Roh- und Mineralölumschlag ist aus vielfältigen Gründen deutlich gesunken. Stabil geblieben sind dagegen der Kohleumschlag sowie die Verladungen im Bereich Windenergie. Die Hafenwirtschaft geht nach seinen Worten mit verhalten positiven Erwartungen in das Jahr 2010.

Insgesamt 10 Mio Tonnen weniger Umschlag

Die niedersächsischen Seehäfen haben im abgelaufenen Jahr 2009 ein Umschlagsvolumen von 52,420 Millionen Tonnen generiert. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang der Mengen um 16 Prozent. 2008 wurden noch 62,326 Millionen Tonnen Güter in den niedersächsischen Seehäfen bewegt.

Brake: Windenergie-Umschlag weiter im Aufwind

Der Hafen Brake verzeichnete einen Umschlagsrückgang von 18,5 Prozent im abgelaufenen Jahr (4,674 Millionen Tonnen in 2009; 5,741 Millionen Tonnen in 2008). Das entspricht in etwa dem Niveau der bremischen Häfen. Grund hierfür soll nach Seaports-Angaben der verminderte Umschlag von Getreide sein, der einerseits von den negativen Entwicklungen am Weltmarkt, andererseits von Tiefgangsbeschränkungen auf der Weser abhängig war.

Rückläufig war auch das Umschlagsvolumen bei Eisen & Stahl sowie Forstprodukten, wobei bei beiden Gütergruppen eine Konsolidierung der Mengen erkennbar ist. Mittelfristig erwartet man in Brake wieder steigende Umschlagszahlen im Massengutbereich wie auch beim konventionellen Stückgut. Zulegen konnte 2009 im Braker aber der sehr wertschöpfungsintensive Bereich Windenergie, der sich von der weltweiten Wirtschaftskrise unbeeindruckt zeigte (+ 35,5 Prozent; 58.259 Tonnen in 2009; 42.973 Tonnen in 2008), sowie der Umschlag von Speiseöl im Braker Seehafen.

Cuxhaven konnte sich neue Aufträge sichern

Ein Volumen von 1,741 Millionen Tonnen ist am Seehafen Cuxhaven  umgeschlagen worden (2,066 Millionen Tonnen in 2008). Der Automobilumschlag ist in diesem Hafen mit insgesamt 189.470 Fahrzeugen im Jahr 2009 um 12 Prozent gesunken, jedoch konnte man sich neue Verkehre aus Spanien und Großbritannien sichern, die seit kurzem Cuxhaven mit Fahrzeugen der Marken Renault und Landrover anlaufen. Hier rechnet man sogar mit Steigerungen des Volumens. Der Stückgutumschlag in Cuxhaven verlor gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 11 Prozent (1,373 Millionen Tonnen in 2009; 1,546 Millionen Tonnen in 2008).

Emden: VW-Rechtslenker sorgen für Auslastung

Im Seehafen Emden sind in 2009 mit 3,634 Millionen Tonnen im Seeverkehr 18 Prozent weniger Güter umgeschlagen worden als im Jahr 2008 (4,426 Millionen Tonnen). Der Automobilumschlag ist mit 820.506 umgeschlagenen Fahrzeugen um 19 Prozent hinter dem Rekordergebnis von mehr als einer Million Fahrzeuge in 2008 zurückgeblieben. Dennoch verzeichnet der Hafen sein bislang fünftbestes Ergebnis im Bereich Automobilumschlag, das vor allem auf steigende Umschlagszahlen durch vermehrte Exporte und neue Verkehre im zweiten Halbjahr zurückzuführen ist. In Emden werden seit einiger Zeit in steigendem Maße Rechtslenker der Marke VW Polo aus Südafrika abgefertigt. Auch für 2010 ist die Autologistikwirtschaft im Emder Hafen zuversichtlich. Der Umschlag von Forstprodukten ging mit 598.368 Tonnen gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent zurück (663.998 Tonnen in 2008).

Rückgang in Nordenham geringer als anderswo

Der Hafen in Nordenham verbuchte 2009 ein im Seeverkehr realisiertes Umschlagsvolumen von 3,308 Millionen Tonnen. Obwohl die Kohleverladungen mit 2,256 Millionen Tonnen um knapp 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden konnten, ist der Umschlag nach Seaports-Angaben insgesamt um 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen (3,619 Millionen Tonnen in 2008). Verluste gab es in Nordenham insbesondere bei den Mineralölprodukten sowie bei Erzen und Abbränden.

13 Prozent Rückgang in Stade

In Stade, dem umschlagsmäßig drittgrößten Hafen in Niedersachsen, ging der seeseitige Umschlag auf 4,822 Millionen Tonnen um 13 Prozent zurück (5,538 Millionen Tonnen in 2008). Bei den flüssigen Massengütern konnte im Seeverkehr ein Plus von 5 Prozent auf 2,327 Millionen Tonnen (2,220 Millionen Tonnen in 2008) erreicht werden. Ebenfalls leichte Zuwächse gab es bei Aluminiumoxyd und -hydroxyd (+ 2 Prozent; 371.905 Tonnen in 2009; 365.593 Tonnen in 2008).
Deutliche Rückgänge mussten dagegen beim Umschlag von Metallerzen wie Bauxit hingenommen werden, von denen in 2009 mit 1,892 Millionen Tonnen etwa 30 Prozent weniger umgeschlagen wurden als in 2008 (2,720 Millionen Tonnen).

Wilhelmshaven: Minus bei Mineralölprodukten - Plus bei Flüssiggas

Der Wilhelmshavener Hafen meldete ein Umschlagsvolumen von 33,577 Millionen Tonnen für 2009. Dies entspricht einem Rückgang um 17 % (40,309 Millionen Tonnen in 2008). Ursächlich sind hier nach Seaports-Angaben die deutlichen Mengenverluste bei Rohöl (- 12 Prozent; 24,860 Millionen Tonnen in 2009; 28,239 Millionen Tonnen in 2008) und Mineralölprodukten (- 40 Prozent; 4,557 Millionen Tonnen in 2009; 7,596 Millionen Tonnen in 2008). Produktionsrückgänge der chemischen Industrie sowie der allgemein gesunkene Ölverbrauch führten zu einer Verringerung des Rohöleinsatzes. Dies wiederum beeinflusste die Produktionsmengen der von Wilhelmshaven belieferten Raffinerien.

Hinzu kam nach Seaports-Angaben, dass durch eine mehrwöchige Revision zum Jahresende in der Wilhelmshavener Raffinerie die Produktion mehr oder minder still stand. Durch diese Arbeiten, die teilweise wegen der geringeren Umschlagsmengen vorgezogen werden konnten, stehen die Anlagen im Jahr 2010 wieder voll zur Verfügung. Der Kohleumschlag an der Niedersachsenbrücke blieb im Vergleich zum Jahr 2008 weitgehend konstant (2,208 Millionen Tonnen in 2009; 2,228 Millionen Tonnen in 2008). Durch die laufenden Ausbauarbeiten an der Niedersachsenbrücke konnte der Umschlag im vergangenen Jahr noch nicht gesteigert werden. Mittelfristig erwartet der Betreiber hier eine deutliche Zunahme der Kohlemengen. Positiv hat sich in Wilhelmshaven der Umschlag von Flüssiggas (LPG) entwickelt (+ 30 Prozent; 136.007 Tonnen in 2009, 104.361 Tonnen in 2008).

Hafen Leer mit kleinem Plus

Der Hafenstandort im ostfriesischen Leer meldet ein leichtes Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, insgesamt wurden im Seeverkehr dort 99.326 Tonnen umgeschlagen (95.242 Tonnen in 2008). Im See- und Binnenverkehr belief sich das Umschlagsvolumen in Leer auf 537.631 Tonnen.

Oldenburg mit 34 Prozent mehr Umschlag in 2009

Aus dem kommunalen Hafen Oldenburg kommen hingegen zum zweiten Mal in Folge positive Nachrichten: Mit 120.449 Tonnen konnte dort 34 Prozent mehr Umschlag im Seeverkehr generiert werden als in 2008 (89.930 Tonnen). Der Ausbau des Flusses Hunte, der ein größeres nutzbares Tidefenster geschaffen hat, mache sich hier deutlich positiv bemerkbar, so ein Seaports-Sprecher. Im Gesamtumschlag (See- und Binnenverkehr) kam Oldenburg auf 1,094 Millionen Tonnen.

In Papenburg trotz Ausfall der Seeschleuse leichtes Plus

Trotz erheblicher Ausfallzeiten der Seeschleuse im gesamten Monat Juli und wegen Sanierungsarbeiten steigen die Umschlagszahlen im Seeverkehr auch für den Seehafen Papenburg im Jahr 2009 leicht an. 441.417 Tonnen (438.954 Tonnen in 2008) sind dort per Seeschiff umgeschlagen worden. Hauptumschlagsgüter waren Kies, Torf, Schiffs- und Maschinenteile sowie Holzprodukte. Festzustellen ist dort ferner, dass Schiffsfrachten im Seehafen Papenburg im vergangen Jahr verstärkt in größeren Einheiten geliefert wurden und damit eine deutliche Zunahme der Seeschiffen (statt Flussschiffen) einher ging. Eine Fortsetzung des Trends zeichnet sich nach Seaports-Angaben bereits jetzt für das Jahr 2010 ab. Im Binnenverkehr wurden in Papenburg 347.360 Tonnen umgeschlagen.

"Der Rückgang bei den Massengütern Rohöl und Mineralölprodukten beeinflusst die Gesamtstatistik natürlich erheblich aufgrund der großen Mengen, die hier üblicherweise bewegt werden." (Andreas Bullwinkel, Seaports of Niedersachsen)

Bullwinkel: Arbeitsplätze konnten erhalten bleiben

Andreas Bullwinkel, Geschäftsführer der Hafenmarketinggesellschaft Seaports of Niedersachsen GmbH, erklärte: "Der Rückgang bei den Massengütern Rohöl und Mineralölprodukten beeinflusst die Gesamtstatistik natürlich erheblich aufgrund der großen Mengen, die hier üblicherweise bewegt werden. Generell ist der Umschlag in den großen Standorten zwar deutlich zurückgegangen, die Arbeitsplätze konnten aber weitgehend erhalten werden."

Im zweiten Halbjahr 2009 habe es bereits leichte Erholungseffekte gegeben. Für 2010 habe sich die niedersächsische Seehafenverkehrswirtschaft deshalb zum Teil recht zuversichtlich geäußert, so Bullwinkel.

(Redaktion)


 


 

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