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Elektromobilität

Millionenförderung für den real fahrenden Karmannismus

Gerüchte über die Zukunft des Osnabrücker Autobauers Karmann gab es in den vergangenen Wochen zuhauf. Da einigte man sich mit den Gewerkschaften zunächst auf einen Sanierungstarifvertrag, nahezu gleichzeitig stellte der Oldenburger Energieversorger EWE seine in Kooperation mit Karmann entwickelte E-Mobil-Studie E 3 einem - na ja - eher selektiv ausgewählten Pressekreis als real fahrendes Auto vor. Nun erklärte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), dass man 9,5 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm II des Bundes bei Karmann anlegen wolle.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) überreichte dem Autobauer am Donnerstag eine entsprechende Absichtserklärung. Karmann soll demzufolge einen elektrisch angetriebenen Kleintransporter entwickeln, der im Rahmen eines Feldversuches auch zum Einsatz kommen soll. Zukünftiger Abnehmer eines solchen Fahrzeugs könnte womöglich die Deutsche Post aus Bonn sein.

"Mit Hilfe unserer Förderung kann es gelingen, Arbeitsplätze zu erhalten und Karmann neu auf dem Markt zu positionieren."  (Bundesumweltminister Sigmar Gabriel)

Zukunftsprojekte in ausgegliederter Gesellschaft

"Karmann hat angefangen mit Pferdewagen und über mehr als ein Jahrhundert Autolegenden wie den Karmann Ghia oder den VW Cabrio produziert. Mit Hilfe unserer Förderung kann es gelingen, Arbeitsplätze zu erhalten und Karmann neu auf dem Markt zu positionierenm," so der Bundesumweltminister über die Bundesförderung für die Karmann E-Mobil GmbH. Die Karmann E-Mobil GmbH ist wiederum aus dem insolventen Traditionsunternehmen Wilhelm Karmann AG hervorgegangen. Sie soll Dreh- und Angelpunkt für Zukunftsprojekte und den Erhalt der Fahrzeugentwicklung in Osnabrück sein. Durch die gesonderte Firmierung ist das Unternehmen zudem nicht unmittelbar durch die Karmann-Insolvenz eingeschränkt und kann freier agieren.

Kleintransporter für städtischen Lieferverkehr

Mit einem sog. "Fleet-Explorer" will Karmann einen Kleintransporter insbesondere für den städtischen Lieferverkehr entwickeln. Die Entwickler stellen im Zuge des Vorhabens heraus, dass die täglich zurückgelegten Distanzen durch ständiges Anfahren und Anhalten bei den Auslieferungen schließlich eher gering seien. Ein Postauto lege beispielsweise täglich rund 30 bis 40 Kilometer zurück. Ein leiser und sauberer Antrieb, wie ihn ein leistungsfähiges Elektroauto hätte, böte deshalb z.B. beim Einsatz in städtischen Umweltzonen als saubere Alternative in mehrerlei Hinsicht Vorteile.

Karmann: Es geht weiter

Zudem plant man, die Batterien der Fahrzeuge im Zuge von intelligenten Stromnetzen möglichst auch als Stromspeicher zur Pufferung von Strom aus Windkraftanlagen einsetzen zu können. Dieser Aspekt soll in dem bis Ende 2011 laufenden Projekt untersucht werden. Auch der Gelbe Riese aus Bonn böte als Partner mit seinem umfangreichen Fahrzeugpark in der Zukunft eine interessante Größe für derlei Vorhaben. Das insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Energieversorger EWE intensiv an Lösungen zur Zwischenspeicherung von Strom aus Windkraftanlagen interessiert ist. Die geplanten Elektrofahrzeuge sollen im Rahmen eines Feldversuchs in wenigen Jahren zunächst in Berlin bei der Deutschen Post und bei einigen anderen Anwendern zum Einsatz kommen. Angesichts des großen Einsatzes von Insolvenzverwalter, sowie von Landes- und Bundespolitik darf man gespannt sein auf den real fahrenden Karmannismus. Zunächst zählt aber nur eins für die Mitarbeiter des Traditionsunternehmens: es geht weiter in Osnabrück.

Die Förderung aus dem Bundesumweltministerium wird im Zuge des Forschungsprogramms Elektromobilität gewährt, das die Bundesregierung im Rahmen des Konjunkturpaketes II mit insgesamt 500 Millionen Euro ausgestattet hat. Das nun öffentlich gewordene neue Karmann-Projekt soll insgesamt ein Gesamtvolumen von 21,5 Millionen Euro haben, 9,5 Millionen davon finanziert der Bund.

(Redaktion)


 


 

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